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Difu-Berichte 2/2009 - Kinder- und Jugendhilfe (nicht) nur für Deutsche?!

Am 29./30. Januar 2009 fand in Berlin die Fachtagung „Kinder- und Jugendhilfe (nicht) nur für Deutsche?! Interkulturelle Arbeit im Sozialraum“ statt. Zu dieser bundesweiten Tagung hatte die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) nach Berlin eingeladen. Prof. Dr. Klaus J. Beckmann, Wissenschaftlicher Direktor des Difu, betonte in seiner Eröffnung, dass der Austausch über  gelungene kommunale Integrationsansätze von Familien mit Migrationshintergrund ein zentrales Thema der Tagung sei, für das sich das Difu auch im Rahmen der „Sozialen Stadt“ seit längerem engagiere und insbesondere den Transfer guter Handlungsansätze fördere.

Stefan Bestmann, Erziehungswissenschaftler und freiberuflicher Praxisberater, referierte zu Beginn der Tagung zur Frage: „Welche Herausforderungen stellen Familien mit Migrationshintergrund an die Jugendhilfe und wie geht sie damit um?“ Er machte deutlich, dass Migration kein kategorialer Begriff ist, dass jede (hilfesuchende) Familie eine Herausforderung für die Jugendhilfe darstelle und dabei Professionalität und Methodik das Entscheidende seien. Die wahre Herausforderung in der Praxis sei, (sozialraumbezogen) mit den Stärken der Menschen zu arbeiten, was die Aneignung migrationsspezifischen Wissens mit einschließe, inklusive ihrer „Risiken und Nebenwirkungen“.

Dr. Hubertus Schröer, Geschäftsführer, Institut – Interkulturelle Qualitätsentwicklung München, betonte, dass soziale Arbeit schon immer Übersetzungsarbeit gewesen sei, dies müsse man einfach anerkennen, genauso wie der Umgang mit Differenz und Macht Bestandteile davon seien. Soziale Arbeit ziele auf Gerechtigkeit und Chancengleichheit, dies müsse sich jeder Sozialarbeiter immer wieder (neu) vergegenwärtigen, damit Diskriminierungen beseitigt werden, die dadurch entstehen, dass wir kulturelle Besonderheiten betonen. Dies betreffe u.a. auch den Aspekt, wenn „Behördenkultur“ auf „Herkunftskultur“ treffe. Eine interkulturelle Öffnung und Orientierung brauche eine entsprechende Handlungskultur, diese müsse noch stärker entwickelt werden. Dies bedeute insbesondere auch, die Leistungen anzuerkennen, die Menschen mit Migrationshintergrund vollbracht haben und die eigenen Vorurteile zu hinterfragen.

Kazim Erdogan, Psychologe, Mitarbeiter beim Psychosozialen Dienst in Berlin-Neukölln, sagte in seinem Statement, es sei dann gute soziale Arbeit, wenn sie von den Menschen verstanden wird. In zehn Arbeitsgruppen wurden im Verlauf der Tagung gelungene Handlungsansätze für Integration und noch offene Fragen und Probleme diskutiert.

Gülseren Celebi, Leiterin der Jugendhilfestation IFAK e.V., Bochum, stellte in ihrem Beitrag die Frage, ob die Kinder- und Jugendhilfe denn schon fit für die Einwanderungsgesellschaft sei und beantwortete dies gleich mit einem klaren „Nein“. Belegen ließe sich dies u.a. mit den geringen Zahlen der Inanspruchnahme ambulanter erzieherischer Hilfen durch Familien mit Migrationshintergrund. Migrantenselbsthilfeorganisationen (MSO) könnten hier eine wichtige Brücke und ein Türöffner zu Migrantenfamilien sein und darüber hinaus auch ein wichtiger Leistungsträger der Jugendhilfe. Hier liege ein enormes Potenzial der MSOs, auch als „Träger ethnischer Öffentlichkeit“.

In der Abschlussdiskussion sprach sich Dr. Heike Förster, Leiterin der Abteilung Jugendhilfeplanung im Jugendamt Leipzig, dafür aus, sich in den Kommunalverwaltungen frühzeitig und langfristig mit dem Thema Migration auseinanderzusetzen und ein gemeinsames Verständnis von interkultureller Öffnung und Kompetenz zu entwickeln. Prof. Dr. Cengiz Deniz, Gastprofessorin für Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Evangelische Fachhochschule Berlin, betonte, dass es bei „Integration“ um die Frage der Anerkennung des Anderen gehe und das bedeute, nicht auszugrenzen. Eine Teilnehmerin sagte am Ende der Tagung, dass sie aus dieser Tagung mitnehme, dass es wichtig sei, den Kopf freizumachen und einfach den Menschen zu sehen …

Die Dokumentation zu dieser Tagung wurde in den „Aktuellen Beiträgen zur Kinder- und Jugendhilfe“ veröffentlicht und kann online bestellt werden:
www.fachtagungen-jugendhilfe.de

Weitere Informationen:

Dipl.-Soz. Kerstin Landua
Telefon: 030/39001-135
E-Mail:
landua@difu.de



Bestellung der Veröffentlichung:

www.fachtagungen-jugendhilfe.de