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Difu-Berichte 2/2000 - Wo drückt den Kommunen der Schuh ?


Wo drückt die Kommunen der Schuh?

 



    

Ergebnisse der Difu-Panelbefragung 1999 bei kommunalen Stadtentwicklungsplanern

Im Jahre 1999 wiederholte das Deutsche Institut für Urbanistik zum 21. Mal seine jährliche Städteumfrage zu aktuellen Problemen der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik. Ziel dieser Untersuchungsreihe ist es, einen Einblick in die Struktur der wichtigsten kommunalen Problemlagen zu gewinnen und die Veränderungen dieser "kommunalen Agenda" im Zeitablauf zu beobachten.

Befragt werden die Mitglieder der "Fachkommission Stadtentwicklungsplanung" des Deutschen Städtetages, die Mitglieder der "Konferenz der Dienststellen der Stadtentwicklungsplanung" des Städtetages Nordrhein-Westfalen sowie die Ansprechpartner in den Difu-Zuwenderstädten der neuen Länder. Insgesamt haben sich 72 der 88 angeschriebenen Befragten aus den Städten an der Trendstudie beteiligt, indem sie bis zu sechs Problembereiche formulierten, die in ihrer Stadt von besonderer Bedeutung sind.

Welche Problembereiche führen die "kommunale Agenda" an?
Die ersten sechs Rangplätze sind bundesweit mit folgenden Problembereichen besetzt: An der Spitze liegt der Bereich "Kommunale Wirtschaftsförderung, Arbeitsmarkt und wirtschaftlicher Strukturwandel", der entscheidend durch die Arbeitslosigkeit und den Mangel an Ausbildungsplätzen geprägt wird. Nahezu gleichauf ist das Feld "Kommunalfinanzen und Haushaltskonsolidierung".

Der dritte Rangplatz fällt an den Bereich "Innenstadtentwicklung", gefolgt von der "Verwaltungsmodernisierung". Auf dem fünften Platz liegt das Problemfeld "Suburbanisierung und Bevölkerungsabwanderung". Ihm folgt das "Verkehrswesen" auf Platz sechs. Insgesamt 56 Prozent der Problemnennungen entfallen auf diese ersten sechs Bereiche.

Im Ost-West-Vergleich hat gegenüber den Vorjahren eine weitere Angleichung der Problemsichten stattgefunden. Die ostdeutschen Kommunen betonen den Bereich der "Kommunalfinanzen" etwas stärker als die westdeutschen, bei der "Verwaltungsmodernisierung" verhält es sich umgekehrt. Bei den Nennungen aus Nordrhein-Westfalen fällt eine starke Konzentration auf wenige Problemfelder auf: Allein 53 Prozent der Antworten fallen auf die oben genannten ersten vier Problembereiche, alle anderen Bereiche werden als eher nachrangig eingestuft.

Wie haben sich die Problemlagen im Zeitablauf verändert?
Da die Konzeption der Befragung über die Jahre unverändert geblieben ist und die Zuordnung der Antworten zu Problemgruppen nicht wesentlich geändert wurde, lassen sich mittlerweile Zeitreihen von beträchtlicher Länge bilden. Diese können als Ausdruck von "Problemkonjunkturen" angesehen werden. Für die Städte der alten Länder können sie teilweise bis zum Jahr 1979 zurückverfolgt werden (vgl. S.8), für die deutschen Städte insgesamt zeigt das Schaubild oben den Kurvenverlauf wichtiger Problembereiche im Zeitraum 1994 bis 1999.

Über den sechsjährigen Beobachtungszeitraum hat sich der Problemdruck im Bereich "Wirtschaftlicher Strukturwandel und Arbeitsmarkt" nahezu kontinuierlich verstärkt, der Bereich "Verkehrswesen" hingegen erfährt seit 1996 einen auffallenden Bedeutungsrückgang. Sehr plastisch kommt auch der steigende Problemdruck der "Innenstadtentwicklung" über den gesamten Beobachtungszeitraum zum Ausdruck. Hier bestehen zusätzlich enge Ver bindungen zu den Bereichen "Einzelhandelsentwicklung" und "Stadt-Umland-Kooperation". Das Problemfeld "Suburbanisierung" wurde in den 90er Jahren zunächst von den ostdeutschen Städten genannt. Mittlerweile wird es auch von den westdeutschen Städten stark herausgestellt.

    

Auch in gesamtdeutscher Sicht fällt der kontinuierlich abfallende Verlauf der Kurve für das Wohnungswesen auf. Bei den westdeutschen Städten durchläuft die Rangplatzkurve über 21 Jahre eine Bandbreite von 15 Rangplätzen in einem ausgesprochen zyklischen Verlauf, der mit der statistischen Reihe der genehmigten bzw. fertiggestellten Wohnungen in Beziehung steht. Aus den ostdeutschen Städten wird in Hinblick auf dieses Feld mittlerweile auf das Problem des Wohnungsleerstands hingewiesen, dessen Lösung neuerdings im Extremfall auch im Abriss von Plattenbauten gesucht wird.

In Kooperation mit dem Verband Deutscher Städtestatistiker wird gegenwärtig an einer Verknüpfung der Ergebnisse aus der Difu-Befragung mit den Bürgerbefragungen ausgewählter Städte für das Jahr 2000 gearbeitet. Hierdurch soll zusätzlich ein Vergleich der Problemsichten von Bürgern einerseits und Verwaltung andererseits ermöglicht werden.Die vollständigen Ergebnisse der Problembefragung 1999 sind in der Materialien-Reihe des Difu veröffentlicht.

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