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Difu-Berichte 2/2000 - URBAN 21

 



    

Weltkonferenz zur Zukunft der Städte

Anlässlich der Sonder-Generalversammlung der Vereinten Nationen "Rio + 5" im Jahr 1997 ergriffen Brasilien, Deutschland, Singapur und Südafrika eine gemeinsame "Globale Initiative für nachhaltige Entwicklung". Eines der zentralen Anliegen dieser Initiative ist es, weltweit Lösungen für eine sozial- und umweltverträgliche Stadtentwicklung zu finden, besonders für die rasch wachsenden Metropolen in den Entwicklungsländern. Im Rahmen dieser Initiative lud Deutschland zur Weltkonferenz URBAN 21 ein.

Mit der Rio-Konferenz hat 1992 die internationale Staatengemeinschaft die gemeinsame Verständigung über eine weltweit nachhaltige Entwicklung eingeleitet. Auf der Weltsiedlungskonferenz HABITAT II 1996 in Istanbul wurde dieser Dialog speziell für Wohnungs- und Siedlungsfragen vertieft. Hieran anknüpfend sollte die Weltkonferenz URBAN 21, die vom 4. bis zum 6. Juli 2000 in Berlin stattfand, konkrete Lösungen aufzeigen und gleichzeitig die tragenden Visionen und handlungsleitenden Orientierungen für die weltweite Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert entwerfen. URBAN 21 markierte damit einen weiteren Schritt bei den Bemühungen um eine weltweit nachhaltige Entwicklung und konkretisierte die Ziele der Agenda 21 und der Habitat-Agenda.

Die Konferenz stand unter dem Motto der Nachhaltigkeit, die bekanntlich längst nicht mehr ausschließlich als Umweltproblem, sondern als Dreiklang von Ökologie, Ökonomie und Sozialem verstanden wird. Als dominierendes soziales Problem der Stadtentwicklung weltweit gelten die wachsenden Desintegrationsprobleme, mit denen sich die Städte konfrontiert sehen. Ihre traditionell zentrale Leistung der Integration unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen, seien diese als Ethnien oder als Schichten, als Fremde oder Einheimische oder durch besondere Lebenslagen definiert, scheint weltweit gefährdet zu sein. An die Stelle relativer Ungleichheit, wie sie in zahlreichen Disparitätenstudien der 60er und 70er Jahre thematisiert wurde, treten, so wird zunehmend erkennbar, Ausschlüsse von Bevölkerungsgruppen, die als "überflüssig" gelten und deren Integration in sozialpolitische Sicherungen, in den Arbeitsmarkt oder in angemessene Wohnungsversorgung zunehmend prekär zu werden droht.

Durch mehrere Podien und Vortragsreihen zog sich dieses Thema im Rahmen der Konferenz "Urban 21".

Seit längerem sind die extremen Polarisierungen in Städten von Entwicklungs- und Schwellenländern bekannt. Kleinen Gruppen von sehr Reichen stehen relativ kleine Mittelschichten, aber große Zahlen von Ausgegrenzten gegenüber, die sich in urbanen Elendsquartieren sammeln und als überflüssige Bevölkerung keinerlei soziale Bürgerrechte in Anspruch nehmen können. Auf der Basis langer, entwickelter Sozialstaatstraditionen sind derartige Situationen zwar in den reichen Industrieländern weitgehend unbekannt, aber sowohl in den USA und England mit eher liberaler, residualer Sozialstaatlichkeit als auch in Frankreich deuten sich vergleichbare Entwicklungen an. Konstant hohe Arbeitslosigkeit und Einschränkungen sozialstaatlicher Leistungen z.B. im sozialen Wohnungsbau geben inzwischen zu der Befürchtung Anlass, auch in der Bundesrepublik Deutschland könnten ähnliche Spaltungen der Stadtgesellschaften entstehen. Segregationsprozesse scheinen sich zu beschleunigen, und Studien zu den Gebieten der Benachteiligten legen nahe, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner nicht einfach nur als Benachteiligte, sondern als Ausgegrenzte empfinden.

Aus dieser Situation heraus sind sowohl auf Bundesebene ("Die Soziale Stadt") als auch von Kommunen bzw. Stadtstaaten ("Quartiermanagement" Berlin, "Die soziale Stadtteilentwicklung" Hamburg) Hilfsprogramme ins Leben gerufen worden, die nicht nur eine bessere Versorgung der Benachteiligten verfolgen, sondern einerseits durch Ausbildungsprogramme, zum anderen durch Projekte freiwilliger, informeller Bürgerarbeit den Bewohnern das subjektive Gefühl von Nützlichkeit und Kompetenz zurückgeben sollen.

Im Symposium des Deutschen Instituts für Urbanistik "Polarisierung der Stadtgesellschaft. Vom Disparitäten- zum Desintegrationsproblem" wurden Desintegrationsphänomene in den Städten der USA, Frankreichs und Deutschlands behandelt und anschließend die genannten Aktionsprogramme diskutiert.

Teilnehmer an dem Symposium waren Prof. Dr. Peter Marcuse, Columbia Universität New York, Dr. Bernd Hunger, GdW Bundesverband Deutscher Wohnungsunternehmen Berlin, Dr. Bettina Reimann, Quartiermanagement Berlin, Matthias Kuhlmann, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Robert Sander, Deutsches Institut für Urbanistik Berlin. Moderation und Einführung in das Thema lagen bei Dr. Albrecht Göschel, Deutsches Institut für Urbanistik Berlin.

An einem Informationstisch des Difu wurden anlässlich der Konferenz zehn verschiedene Difu-Papers an die Konferenz-Teilnehmer ausgegeben, die Interessierte auch im Volltext kostenfrei über das Internet beziehen können.


Weitere Informationen:
Dr. Albrecht Göschel
Telefon: 030/39001–235
E-Mail: 
goeschel@difu.de


Die Occasional Papers
finden Sie im Internet unter:

/node/5822

 

    

 

Occasional Papers:

/node/5822