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Difu-Berichte 2/1999 - Stadtquartiere des Informationszeitalters

 

 
 Fallstudienstädte gesucht 
 
    

Das Difu startet ein Forschungsprojekt, das die Entwicklung von "Stadtquartieren des Informationszeitalters" untersuchen soll, und sucht daher Städte, die sich an dem Projekt unter Mitfinanzierung beteiligen möchten.

Die neuen Informations- und Kommunikationstechniken greifen als Querschnittstechnologien in unterschiedlichste Bereiche des täglichen Lebens ein. Dies wirkt sich auch auf die Raumnutzung aus und wird die Gestalt städtischer Räume verändern. Seit Beginn der 80er Jahre sind im In- und Ausland mehrere städtebauliche Projekte realisiert worden, die gezielt die Möglichkeiten neuer Informations- und Kommunikationstechniken einbeziehen und/oder einen "informationswirtschaftlichen Kern" haben. Es entstanden Projekte mit gewerblichem Schwerpunkt, Mischnutzungsprojekte und Wohnflächen mit unterschiedlichen thematischen und strategischen Ansätzen. Zum Teil wurden vorhandene Strukturen oder Entwicklungsansätze einbezogen, zum Teil neue Großstrukturen geschaffen. Internationale Schlagzeilen machen Projekte wie Teleport Town" in Tokio oder Multifunction Polis" in Adelaide. Bekannte deutsche Beispiele sind der Mediapark" in Köln oder die Meile der Kreativen" in Düsseldorf. Aber nicht nur Städte der ersten Liga" haben sich mit der Entwicklung von Stadtquartieren der Informationsgesellschaft beschäftigt. So gibt es z. B. das Konversionsprojekt "Wohnen an der Datenautobahn" in Delmenhorst oder die "Teletown" in Itzehoe.

 


Cinedom-Multiplex-Kino im Mediapark Köln,
Quelle
 

Die Realisierung derartiger Projekte ist mit unterschiedlichen stadtentwicklungsrelevanten Zielen verbunden, z.B. Stadter neuerung, Konversion von altindustriellen und Militärstandorten, Revitalisierung traditioneller Standorte von Medien- und Informationswirtschaft. Eine systematische Evaluierung derartiger Projekte hat bisher kaum stattgefunden. Unklar bleibt häufig, welche Bedeutung die Stadtquartiere tatsächlich für die zukünftige Entwicklung des gesamten Stadtraums haben, ob sie Entwicklungsoasen" sind, die den umgebenden Raum kaum berücksichtigen, oder Rückwirkungen auf die Stadtentwicklung insgesamt haben. Die Rolle des informationswirtschaftlichen Kerns" variiert dem ersten Anschein nach von einem Label" für gewöhnliche Gewerbeparks oder Wohnquartiere bis hin zur konkreten Einbeziehung neuer IuK-Technologien bei der Gestaltung von Wohnquartieren und einem Zuschnitt von Gewerbeflächen auf die spezifischen Belange der Informationswirtschaft. Auch die Frage der Integration von derartigen städtebaulichen Projekten in einen übergeordneten strategischen Ansatz für die Stadtentwicklung zur Förderung der Informationsgesellschaft auf lokaler Ebene ist bisher nur unzureichend untersucht. Schließlich geht es um die Frage der Übertragbarkeit derartiger Ansätze. Damit verbunden sind Fragen der interkommunalen Kooperationsmöglichkeiten auf diesem Gebiet.

Der Entwicklungsfortschritt derartiger Projekte und das anhaltende Interesse weiterer Kommunen an der Entwicklung ähnlicher städtebaulicher Strukturen machen eine Bewertung der Umsetzung ausgewählter bereits realisierter Projekte und die Gegenüberstellung von Ansätzen in Städten außerhalb Deutschlands sinnvoll. Das Difu will mit dem Forschungsprojekt Stadtquartiere des Informationszeitalters" den Status quo städtebaulicher Projekte mit Bezug zu neuen Informations-und Kommunikationstechniken oder mit informationswirtschaftlichem Kern" in den deutschen Städten analysieren und einen Überblick über derartige Planungen im Ausland geben. Über die Fallbeispiele hinaus sollen Vorstellungen über die notwendigen Standortqualitäten von Stadtquartieren des Informationszeitalters" entwickelt werden. In projektbegleitenden Workshops wird eine direkte Rückkopplung zwischen den Forschungsergebnissen und den Entwicklungen in den beteiligten Städten angestrebt sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Städten gefördert, die sich mit der Entwicklung von ähnlichen Stadtquartieren beschäftigen.


 
 
Weitere Informationen:
 
Dipl.-Geogr. Holger Floeting
Telefon: 030/39001-221
E-Mail:
floeting@difu.de

    

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