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Difu-Berichte 1/2017 - Wassersensible Stadtentwicklung in wachsenden Städten

Forschungsverbund netWORKS zeigt Wege für neue planerische und infrastrukturelle Strategien im Umgang mit Wasser am Beispiel der Städte Frankfurt am Main und Hamburg.

Viele deutsche Ballungsräume wachsen derzeit. Das setzt nicht nur die lokalen Wohnungsmärkte, sondern auch die bestehenden Infrastrukturen erheblich unter Druck. Hinzu kommen spürbare Folgen des Klimawandels, die Anpassungsmaßnahmen im Bereich der stadttechnischen Netze und Anlagen erforderlich machen. Aus diesem Anlass führte der Forschungsverbund netWORKS im September 2016 zwei öffentliche Dialogveranstaltungen in Frankfurt am Main und Hamburg durch. Im Zentrum standen die Wasserinfrastrukturen und damit die Frage, wie sich eine wassersensible, also den klimatischen Veränderungen angepasste Stadtentwicklung realisieren lässt, und welche Rolle dabei das Wasser spielt. Die Bandbreite möglicher Klimaanpassungsmaßnahmen dabei ist groß: Hierzu zählen beispielsweise die Rückhaltung, Behandlung, Wiederverwendung, Versickerung und auch gezielte Verdunstung von Wasser. Klimaschutz und Klimaanpassung bedeuten aber auch die Förderung von Energie- und Ressourceneffizienz in den infrastrukturellen Systemen. In der Siedlungswasserwirtschaft haben in den letzten Jahren sogenannte multifunktionale Bewirtschaftungskonzepte und neuartige Systemlösungen an Aufmerksamkeit gewonnen. Im Fokus stehen dabei neben der Bewirtschaftung von Regenwasser vor allem der differenzierte Gebrauch von Wasser unterschiedlicher Herkunft und Qualität sowie die energie- und ressourceneffiziente Entsorgung von Abwasser einschließlich der Erschließung von Potenzialen des Abwassers für die städtische Energieversorgung.

Es gibt also offenbar Lösungen für eine wassersensible Stadtentwicklung, die zugleich Anreize für eine sparsame Energieverwendung und ein verändertes Stoffstrommanagement schaffen. Seit 2013 untersucht daher ein Team aus Wissenschaft und Praxis im Forschungsverbund netWORKS 3 unter der Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und des Difu, mit welchen Möglichkeiten sich bestehende Wasserinfrastrukturen gezielt und nachhaltig umgestalten lassen, damit sie den künftigen Anforderungen standhalten. In Hamburg wurde am Beispiel zweier Wohnquartiere das Potenzial neuartiger Wasserinfrastrukturkonzepte analysiert. In Frankfurt wurden mögliche Wege für einen Umbau der Wasserinfrastruktur erkundet. Die Konzepte konzentrieren sich auf Systemlösungen, die sich gezielt mit stadtplanerischen Bauvorhaben verbinden lassen. Zum Beispiel über Wohnhäuser, in denen Wärme aus Abwasser genutzt wird oder ganze Quartiere, in denen verschiedene Wasserqualitäten für unterschiedliche Zwecke bereitgestellt werden.

Wie diese Konzepte zu beurteilen sind, wurde in beiden Veranstaltungen intensiv diskutiert. Konstatiert wurde, dass für eine wassersensible Stadtentwicklung noch erhebliche Anstrengungen nötig sind. Stadtentwicklungsplanung, Umweltdezernate, Siedlungswasserwirtschaft und Wohnungswirtschaft sollten dabei eng zusammen wirken und gemeinsame Planungskonzepte entwickeln. Es besteht Bedarf an gemeinsamen Datenpools und Planwerken zu Extremwetterereignissen sowie Regenwasserrückhaltepotenzialen. Neuartige Wasserinfrastrukturen mit Betriebs- und Grauwassernutzung können helfen, bei vermehrt auftretenden Trockenzeiten absehbare Engpässe in der Wasserversorgung zu mildern. Retentionsräume im bebauten Raum können helfen, Überlastungen von Kanälen zu verhindern. Für die Umsetzung einer wassersensiblen Stadtentwicklung ist ein verstärkter Austausch über sinnvolle technische Lösungen für unterschiedliche Quartiere notwendig. Zudem gilt es, die Nutzungskonkurrenz zwischen Klimaanpassungsmaßnahmen und weiterer städtebaulicher Verdichtung anzugehen. In beiden Veranstaltungen bestand Einigkeit, dass der Dialog zum Thema fortgesetzt werden sollte.

Weitere Informationen: 

Dr. Jens Libbe
+49 30 39001-115
libbe@difu.de

netWORKS3 wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Fördermaßnahme "Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (INIS)" gefördert.
Forschungs- und Projektpartner sind ISOE, Difu, Technische Universität Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik sowie COOPERATIVE – Infrastruktur und Umwelt.
Praxispartner sind die ABG FRANKFURT HOLDING und die Hamburger Stadtentwässerung AöR.

Link:
https://networks-group.de/de

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