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Difu-Berichte 1/2017 - Wärmewende: Mit Hemmnissen bei der Umsetzung umgehen lernen

Mit Blick auf die Klimaschutzziele der Bundesregierung bleibt der Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmemarkt deutlich hinter dem notwendigen Maß zurück und die aktuelle Sanierungsrate ist zu gering. Woran liegt das?

Foto einer Photovoltaikanlage in einer Innenstadt Zur Beantwortung der Frage, warum die Wärmewende bislang noch nicht in Schwung gekommen ist, hat das Difu gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus-Senftenberg) in den vergangenen drei Jahren das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Vorhaben TransStadt (Transformation des städtischen Energiesystems und energetische Stadtsanierung. Kommunales Transformationsmanagement auf Basis integrierter Quartierkonzepte) durchgeführt. Fokus des Projekts ist das Quartier: Eingebettet in gesamtstädtische und regionale Zusammenhänge, stellt es die zentrale Umsetzungsebene für die lokale Wärmewende dar und ermöglicht die gemeinsame Betrachtung von Gebäudemodernisierung und Umbau der Infrastrukturen.

Das aktuelle Difu-Paper "Wärmewende im Quartier. Hemmnisse bei der Umsetzung am Beispiel energetischer Quartierskonzepte" präsentiert die Ergebnisse des Forschungsvorhabens aus der Analyse von 15 energetischen Quartierskonzepten. Systematisch werden die Hemmnisse für die Umsetzung der lokalen Wärmewende in der kommunalen Praxis aus verschiedenen Perspektiven aufgezeigt. Analysiert werden die Inhalte der Quartierskonzepte und die Gestaltung der Erarbeitungs- und Umsetzungsprozesse, technische Aspekte der Gebäudemodernisierung und Transformation der Wärmeversorgung sowie die Schlüsselakteure der lokalen Wärmewende und deren Handlungsbedingungen. Das Paper verdeutlicht, dass insbesondere bei Bestandsquartieren mit heterogenen Bau- und Eigentümerstrukturen die quartiersbezogenen Umbauprozesse aufgrund der Vielzahl der beteiligten Akteure langwierig und mit erheblichem Koordinierungsaufwand verbunden sind. Bei der Analyse der Quartierskonzepte zeigt sich ein Bruch zwischen den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und deren konzeptioneller und tatsächlicher Umsetzung auf lokaler Ebene. Teilweise sind die klimaschutzpolitischen Zielstellungen im Quartier nur vage und nicht in ausreichendem Maße durch konsistente Strategien und Maßnahmen unterfüttert. Bemerkenswert ist das geringe Maß der Nutzung erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung. Dies gilt nicht nur für den Bestand, sondern auch für die konzeptionellen Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung der Wärmeversorgung. Generell ist festzuhalten, dass Gebäudemodernisierung und Umbau der Wärmeversorgung zu häufig isoliert betrachtet werden und damit Potenziale einer integrierten Herangehensweise ungenutzt bleiben. Vielfach fehlt es in den Kommunen noch an einer langfristig strategischen Ausrichtung bei der Umsetzung der lokalen Wärmewende. Auch die energetischen Quartierskonzepte werden bislang noch zu wenig in diesem Sinne genutzt. Die für die Transformation städtischer Energiesysteme notwendige enge Partnerschaft zwischen Kommune, Wohnungswirtschaft und Energieversorgung ist bei Weitem noch nicht überall etablierte Praxis.

Die Autoren machen deutlich, dass der Umbau der städtischen Energiesysteme trotz aller Herausforderungen unverzichtbar ist. Die aufgezeigten Hemmnisse sind demnach zugleich Anknüpfungspunkte für die Gestaltung der Wärmewende vor Ort. Quartiere stellen Piloträume für den Umbau städtischer Wärmesysteme dar. Maßstab muss dabei die weitgehende Dekarbonisierung unserer Gesellschaft bis zum Jahr 2050 sein. Aufbauend auf der Analyse der identifizierten Hemmnisse erarbeiten die Projektpartner derzeit einen Leitfaden für ein kommunales Transformationsmanagement zur Realisierung der Wärmewende, der im Frühjahr 2017 erscheint. Das Projekt wird vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme "Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems" gefördert.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Robert Riechel
+49 30 39001-211
riechel@difu.de

Dr. Jens Libbe
+49 30 39001-115
libbe@difu.de

Publikation
Wärmewende im Quartier. Hemmnisse bei der Umsetzung am Beispiel energetischer Quartierskonzepte
2016, Difu-Papers
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