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Difu-Berichte 1/2017 - Kommunaler Umgang mit Gentrifizierung

Neue Difu-Veröffentlichung stellt Praxiserfahrungen der Städte Berlin, Dortmund, Freiburg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart und Wien mit stadtentwicklungs- und wohnungspolitschen Steuerungsmöglichkeiten "gegen" Gentrifizierung vor.

Foto einer besprühten Hauswand: "Neustadt tot" Verdrängung von Mietern, Engpässe bei bezahlbaren Mietwohnungen, Veränderung von Stadtquartieren: "Gentrifizierung" wird häufig als Chiffre herangezogen, all diese Prozesse zu beschreiben. Gleichzeitig werden damit Forderungen an Politik und Verwaltung formuliert, sozial-räumliche Gerechtigkeit sicherzustellen. Gerade weil der Begriff Gentrifizierung oft "kämpferisch" verwendet wurde, haben viele Kommunen in der Vergangenheit eher vermieden, sich offensiv damit auseinanderzusetzen. Diese Situation hat sich verändert, denn in vielen (Groß-)Städten wird es angesichts von Zuwanderung sowie steigenden Immobilienund Mietpreisen immer schwerer, eine Wohnungsversorgung sicherzustellen, die sich auch weniger einkommensstarke Bevölkerungsgruppen leisten können. Vor diesem Hintergrund entstand das Kooperationsprojekt "Kommunaler Umgang mit Gentrifizierung", das die Städte Berlin, Dortmund, Freiburg, Köln, Leipzig, München, Stuttgart und Wien gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik von 2014 bis 2016 durchgeführt haben. Darin ging es weniger um eine wissenschaftliche Vertiefung von Befundlagen zu Gentrifizierung. Im Vordergrund stand vielmehr die Frage, wie sich die projektbeteiligten Städte dem Phänomen Gentrifizierung stellen und welche Ziele sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen erreichen können. Folgende Fragen standen im Fokus: Welche "Befunde" rund um das Thema "Aufwertung" werden von wem wie bewertet? Welche Möglichkeiten der kommunalen Steuerung von Entwicklungen "betroffener" Quartiere bestehen? Welche Formen der Kommunikation mit unterschiedlichen Akteursgruppen erscheinen notwendig oder wenigstens wünschenswert?

Die Projektergebnisse sind als Studie "Kommunaler Umgang mit Gentrifizierung. Praxiserfahrungen aus acht Kommunen" in der Reihe "Edition Difu – Stadt Forschung Praxis" veröffentlicht. Neben der Darstellung der acht Fallstudien findet sich darin unter anderem eine Auseinandersetzung mit jüngeren Trends der (Innen-)Stadtentwicklung sowie mit dem Phänomen Gentrifizierung aus wissenschaftlicher Perspektive. Die zentralen Fallstudienergebnisse fließen in Handlungsempfehlungen ein, und es werden Vorschläge zur Veränderung übergeordneter Rahmenbedingungen aus Sicht der projektbeteiligten Akteure dargestellt. Auch wurden eine handlungsorientierte Annäherung an Gentrifizierung aus kommunaler Perspektive sowie Thesen zum kommunalen Umgang damit erarbeitet.

Insgesamt zeigt sich: Die Kommunen stehen zwischen zwei Ebenen von Rahmenbedingungen. Übergeordnet werden Städten durch gesetzliche Regelungen wie Miet-, Bau- und Bodenrecht sowie durch Rechtsinstrumente zur Steuerung von Stadt( teil)- und Wohnungsmarktentwicklung Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig definieren diese Gesetze und Instrumente auch die Reichweitengrenzen. Auf der kommunalen Ebene selbst geht es unter anderem um die Frage, inwieweit hier die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten (tatsächlich) ausgeschöpft werden bzw. warum dies ggf. nicht der Fall ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei "Gentrifizierung" nur im Idealfall um einen exakt definierbaren Tatbestand handelt, aus dem sich unmittelbar der "richtige" Maßnahmeneinsatz von Politik und Verwaltung ableiten lässt. Da Gentrifizierung für eine generelle, prozesshafte Auseinandersetzung unterschiedlicher Akteure mit ihren jeweiligen Interessen an unterschiedlichen Qualitäten von Stadt( teilen) steht, stellt sich neben der "Instrumentenfrage" auch die nach geeigneten Kommunikationsstrategien und -formaten zwischen Politik, Verwaltung und anderen Akteuren – allen voran Einwohnern. Hier geht es um die "untere" Ebene der Rahmenbedingungen kommunalen Handelns: Die von Politik und Verwaltung als "richtig" definierten stadtentwicklungs- und wohnungspolitischen Strategien sind mit Vorstellungen und Befürchtungen zu konfrontieren, die in den Lebenswelten vor Ort formuliert werden.

Weitere Informationen: 

Dr. Thomas Franke
+49 30 39001-107
franke@difu.de

Dipl.-Ing. Wolf-Christian Strauss
+49 30 39001-296
strauss@difu.de

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