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Difu-Berichte 1/2016 - Pendeln mit Rückenwind

Ein Praxisleitfaden zu Pedelecs & Co. für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte

Pedelecs – Fahrräder mit elektrischer Unterstützung – erfreuen sich seit einigen Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Die hohen Verkaufszahlen belegen dies eindrucksvoll: Ende 2015 waren mindestens 2,5 Mio. EBikes im Einsatz. Die E-Fahrräder garantieren nicht nur Fahrspaß in der Freizeit und auf anspruchsvolleren Wegen, sie können gerade für Städte, die stark vom Pendelverkehr betroffen sind, eine neue und vielversprechende Verkehrsmitteloption darstellen. Durch die elektrische Unterstützung reduzieren sich Reisezeiten – insbesondere im zeitraubenden Berufsverkehr. Gleichzeitig kann die "Nebenwirkung" Schwitzen vermieden werden, so dass der Arbeitsweg auch im Kostüm oder Anzug zurückgelegt werden kann.

Staatssekretär Christian Gaebler bei einer Pedelec-Probefahrt aus Anlass des Saisonstarts 2015, Foto: Martina HertelDie Vorteile, die das Pedelec im großstädtischen Umfeld und als Alltagsverkehrsmittel bieten kann, wurden im Difu-Forschungsprojekt "EBikePendeln" im Rahmen des "Schaufenster Elektromobilität" untersucht. Ziel des von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt initiierten Projekts war eine Analyse, unter welchen Rahmenbedingungen sich städtischer Pkw-Verkehr, insbesondere motorisierte Pendelverkehre, durch Fahrten mit dem Pedelec ersetzen lassen. Die Ergebnisse sind durchaus positiv: Die Elektrofahrräder werden von den Nutzern sehr gut angenommen und bieten ein erhebliches Verlagerungspotenzial vom Auto aufs Rad. Die Testpersonen nutzten bei rund der Hälfte ihrer zuvor mit Auto zurückgelegten Arbeitswege das Elektrorad. Dabei ist zu beobachten, dass sich der Aktionsradius eines Pedelec-Nutzenden dank der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 18 km/h erhöht. So geht beispielsweise aus den Nutzerbefragungen hervor, dass Pedelecs selbst bei Pendeldistanzen von 15 bis 20 Kilometer noch eine attraktive Alternative zum PKW darstellen.

Die Ergebnisse belegen aber auch die Bedeutung von infrastrukturellen Rahmenbedingungen; so sind beispielsweise sichere und barrierefreie Abstellanlagen ein wichtiger Aspekt bei der Nutzung dieser überdurchschnittlich teuren Fahrräder.

Genau hier setzen auch die Steuerungsmöglichkeiten von Kommunen und Unternehmen bzw. Arbeitgebern an. Für eine wirkungsvolle und erfolgreiche Verlagerung vom Pkw auf das Pedelec bedarf es der Unterstützung dieser Akteure. Mit der Broschüre "Pendeln mit Rückenwind: Ein Praxisleitfaden zu Pedelecs & Co. für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte" werden sowohl Kommunen als auch Unternehmen angesprochen: Das Pedelec wird als geeignetes "Pendlerverkehrsmittel" vorgestellt und dargelegt, warum es insbesondere für Städte und Gemeinden sinnvoll ist, sich dieses Themas anzunehmen. Den Kommunen wird hierzu eine Argumentationshilfe an die Hand gegeben. Die Gründe, sich mit dem Pedelec auseinanderzusetzen, liegen insbesondere in den Möglichkeiten, eine zukunftsfähige Stadt- und Verkehrsentwicklung voranzutreiben und das Pedelec als Sprungbrett in eine "neue Mobilität" zu nutzen. Gleichzeitig weisen sie hohe Synergien mit dem traditionellen Radverkehr auf. Neben den bekannten Vorteilen – platzsparend, ressourcen- und umweltschonend – bieten Pedelecs den Vorzug der verlängerten Distanzen und des hohen Fahrkomforts. Und last, but not least:
Verlagerungs- und somit Entlastungspotenziale im (Pendel-)Verkehr durch eine umweltfreundliche Verkehrsmittelnutzung.

Aber auch Unternehmen und Institutionen stehen im Fokus, die ihren Beschäftigten neue Verkehrsmitteloptionen anbieten oder sich im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements oder des eigenen Fuhrparkmanagements mit innovativen Angeboten auseinandersetzen wollen. Auch hier gibt es starke Argumente, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. An erster Stelle sind hier die Kosten zu nennen. Unternehmen können hohe Investitionen in Mitarbeiterparkplätze für private Pkw sparen, die Mitarbeiter wiederum können in erheblichem Umfang Mobilitätskosten senken.

Alles Engagement ist jedoch nutzlos, wenn Pedelecs nicht auch von den privaten Haushalten genutzt werden. Die Verkaufszahlen und Projektergebnisse lassen keinen Zweifel. Pedelecs werden in der Alltagstauglichkeit gut bewertet. Verbesserungen wünschen sich die Teilnehmenden insbesondere bei den sicheren und barrierefreien Abstellanlagen. Hier ist sowohl von Kommunen als auch von Unternehmen Einsatz gefragt.

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Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Martina Hertel
Telefon: 030/39001-105
E-Mail: hertel@difu.de

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