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Difu-Berichte 1/2016 - Klimaschutz und Fläche

Bodenschutz und Flächenmanagement tragen zum Erfolg des kommunalen Klimaschutzes bei

Cover der PublikationIn einem Bodenwürfel mit einer Kantenlänge von 10 cm können je nach Bodentyp bis zu 10 Milliarden Bodenorganismen leben. Das sind auf kleinstem Raum mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Zugegebenermaßen handelt es sich dabei um sehr kleine Lebensformen wie zum Beispiel Bakterien, Pilze und Algen sowie zahlreiche Vertreter der Insektenordnung; aber deren Artenreichtum ist faszinierend. Böden sind nicht nur als Lebensraum wichtig: Die Pedosphäre (Gesamtheit der Böden) ist nach den Ozeanen und den fossilen Energieträgern der drittgrößte CO2-Speicher der Erde. Vor allem im humushaltigen Oberboden sowie im Torf der Moorböden ist rund dreimal so viel CO2 gespeichert wie in der Atmosphäre und mehr als doppelt so viel wie in der Vegetation.

Wechselwirkungen zwischen Klima und Boden

Das Klima beeinflusst die Böden, aber Böden beeinflussen auch das Klima: Ein Boden speichert Wasser und stellt es der Vegetation zur Verfügung, die es wiederum verdunstet. Für die Verdunstung wird Energie benötigt, die der Luft in Form von Wärme entzogen wird – es entsteht ein Kühleffekt. Die Pflanzen können dabei nur so viel verdunsten, wie ihnen vom Boden zur Verfügung gestellt wird. Auf versiegelten Flächen – wo die bodenspezifische Kühlwirkung fehlt – können sich dementsprechend Wärmeinseln bilden, die insbesondere in Hitzeperioden zu einer Gesundheitsgefährdung vulnerabler Gruppen, beispielsweise ältere Personen, führen können.

Klimagerechtes Flächenmanagement

Eine Möglichkeit, Bodenfunktionen zu erhalten, ist die Reduktion des Flächenverbrauchs. Dies hat einen direkten und einen indirekten Einfluss auf das Klima. Zum einen bleiben durch einen verminderten Flächenverbrauch im Außenbereich die direkte Kohlenstoffspeicherung und die Kühlfunktion des Bodens erhalten. Zum anderen vermeiden kompakte Siedlungsstrukturen zusätzliches Verkehrsaufkommen und führen dazu, dass auf die weitere Errichtung von Infrastruktur häufig verzichtet werden kann – das spart nicht nur enorme Kosten, sondern auch Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion, dem Bau und im Betrieb entstanden wären. Doch auch Innenentwicklung und die häufig damit einhergehende Nachverdichtung muss abgewogen werden, denn gerade durch zunehmende Hitzeperioden im Sommer gewinnen Grünflächen und Freiräume an Gewicht, um lufthygienische und stadtklimatische Anforderungen zu erfüllen. Auch potenzielle Überflutungsund Rückhalteflächen im Außenbereich können aufgrund zunehmender Starkregenereignisse von Bedeutung sein. Hier ist auf Seiten der Kommunen eine ganzheitliche und systematische Betrachtung notwendig, die Zielkonflikte erkennt und gegenläufige Interessen abwägt.

Themenheft "Klimaschutz & Fläche"

Im Themenheft "Klimaschutz & Fläche" werden verschiedene kommunale Modelle vorgestellt, wie die Themenbereiche Klimaschutz, Fläche und Bodenschutz miteinander verknüpft werden können. Durch vielseitige kommunale Beispiele wird ein umfassender Einblick in das Thema gegeben. Können Brach- und Recyclingflächen für den Biomasseanbau genutzt werden? Wie lässt sich Bodenschutz systematisch in der Stadtplanung verankern? Funktioniert Nachverdichtung in Zeiten des Klimawandels? Diese und viele weitere Fragen werden in der Veröffentlichung aufgegriffen.

Die Reihe Themenhefte umfasst inzwischen elf Veröffentlichungen zu verschiedenen Klimaschutzthemen. Alle Publikationen sind als barrierefreies PDF und als Printfassung kostenfrei erhältlich. Bisher erschienen sind:

Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Kathrin Schormüller
Telefon: 0221/340308-11
E-Mail: schormueller@difu.de

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