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Difu-Berichte 1/2013 - Urbanes Landmanagement in Stadt und Region

Urbane Landwirtschaft, urbanes Gärtnern und Agrobusiness

Foto: PflanzenNachbarschaftsgärten und interkulturelle Gärten, bepflanzte Baumscheiben und Fassaden mit Obst zum Selbsternten, temporäre Gemüsebeete auf Brachen und blühende Straßeninseln sind Ausdruck einer neuen urbanen Agrikultur. Nicht nur Streuobstwiesen und Äcker am Stadtrand, auch Selbsterntefelder und die Nutzung temporärer Wälder als Kurzumtriebsplantagen gehören neuerdings zu den als produktive Stadtlandschaften bezeichneten landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten stadtregionalen Grünräumen. Landwirtschaft und Gartenbau in der Stadt scheinen en vogue, und die Zahl neuer Projekte wächst kontinuierlich. Auch in den Fachdiskussionen befassen sich zahlreiche Beiträge über innovative Ideen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung mit dem Phänomen des urbanen Gärtnerns und der urbanen Landwirtschaft.

Bisher stehen diese unterschiedlichen Konzepte und Diskussionen rund um eine landwirtschaftliche und gärtnerische Nutzung in den Städten und Stadtregionen unverbunden nebeneinander. Die daran beteiligten Akteure – sowohl auf der Projekt- als auch der Forschungsseite – sehen kaum Berührungspunkte zwischen gärtnerischen Projekten und der klassischen Landwirtschaft und kennen sich und ihre Projekte gegenseitig meist nicht. In den Kommunen werden diese Themen, wenn sie denn als relevant betrachtet werden, in getrennten Zuständigkeiten bearbeitet. Auch fehlen bisher übergreifende Zusammenstellungen der Projekte oder vergleichende Analysen im nationalen und im internationalen Kontext, die die aktuellen Entwicklungen zusammenbringen, systematisieren und Schnittstellen identifizieren und weiterentwickeln.

Dieses Defizit schließt die neue Difu-Veröffentlichung „Urbanes Landmanagement in Stadt und Region“. Auf der Grundlage einer Zusammenstellung und Bewertung vorhandener Konzepte urbaner Landwirtschaft und urbanen Gärtnerns in Praxis und Forschung wird die Relevanz des Themas für die Zukunftsfähigkeit der Städte und Stadtregionen Mitteleuropas herausgearbeitet. Zudem werden die neuen Herausforderungen für den kommunalen Umgang mit Landwirtschaft und Gärten identifiziert. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme, die den handelnden Akteuren vor Ort als eine erste Orientierung dient, werden die vielfältigen bisher erst am Rande erkennbaren Potenziale urbaner Landwirtschaft und urbanen Gärtnerns für die zukünftige Entwicklung von Städten und Regionen aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass die noch immer disziplinär angelegte Unterscheidung zwischen städtischen und ländlichen Fragestellungen, Problemen und daraus abgeleiteten Zuständigkeiten eine umfassendere, ganzheitliche Perspektive verhindert und den Blick auf die neue und bedeutsame Rolle verstellt, die Landwirtschaft und Gartenbau in einer urbanen Gesellschaft spielen und spielen sollten. Auch wenn das Thema Obst- und Gemüseanbau in der Stadt zunächst als ungewohnt und nachgeordnet erscheinen mag, so kann diese Studie doch Hinweise darauf geben, dass urbane Landwirtschaft und urbanes Gärtnern wichtige Impulse für die Zukunft der Städte geben können.

Die (wieder) wachsende Bedeutung des Themas bestätigte sich auch in den Diskussionen der Veranstaltung „Urbane und stadtnahe Landwirtschaft nachhaltig weiterentwickeln – wie können wir voneinander lernen“, die zum Jahresbeginn im Rahmen des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) parallel zur Grünen Woche stattfand. Die Fachveranstaltung, die Dr. Stephanie Bock vom Difu gemeinsam mit dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) organisierte und moderierte, griff erstmals im Rahmen des Zukunftsforums die besonderen Chancen und Herausforderungen landwirtschaftlicher Aktivitäten in und nahe Ballungsräumen auf. Dabei zeigte sich, dass Lösungen für wachsende Flächenkonkurrenzen sowie die Entwicklung innovativer Formen der Kooperation und Kommunikation zwischen Akteuren der Landwirtschaft, den Kommunen und Flächeneigentümern die aktuellen Herausforderungen der stadtnahen und urbanen Landwirtschaft sind. Zudem erscheint der Aufbau neuer Kommunikationsformen zwischen den Akteuren dringend erforderlich. Die Dokumentation der Veranstaltung kann unter http://bit.ly/Wx7No6 abgerufen werden.

Foto: Gemüsegarten
Fotos: Stephanie Bock

Weitere Informationen: 

Dr. rer. pol. Stephanie Bock
Telefon: 030/39001-189
E-Mail: bock@difu.de

Bestellung: siehe Bestellschein

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