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Difu-Berichte 1/2012 - Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme

Modellprojekte am Start

Heft-CoverÖffentliche Fahrradverleihsysteme sind en vogue: Es gibt sie mittlerweile weltweit, z.B. in den USA und China sowie in zahlreichen europäischen Städten (beispielsweise in Barcelona, Paris, London, Stockholm und Wien) aber auch in deutschen Städten und Regionen. Um zu ermitteln, inwieweit sich Fahrradverleihsysteme zum Bestandteil einer intermodalen Verkehrskette werden entwickeln können, die die Vorteile des Radfahrens mit den Vorzügen eines leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) verbindet, wurde 2009 durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ein bundesweiter Modellversuch initiiert.

Die Besonderheit des Modellversuchs liegt in der angestrebten sinnvollen Verknüpfung des Fahrrads mit dem Öffentlichen Verkehr, um es als gleichberechtigtes Verkehrsmittel der Mobilitätskette zu etablieren. Diese innovative Kombination der weiteren tariflichen Integration des Individualverkehrsmittels Fahrrad als Leihfahrrad mit dem lokalen und regionalen öffentlichen Verkehrsangebot gibt es weltweit bisher noch nicht.

Die im Wettbewerb „Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme – Neue Mobilität in Städten“ vom Bundesverkehrsministerium geförderten Modellprojekte in Mainz, Nürnberg, der Metropolregion Ruhr, Stuttgart und der Insel Usedom sind in den Jahren 2010/2011 mit Förderung des BMVBS gestartet und wurden im ExWoSt-Forschungsfeld des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) evaluiert. Das Modellprojekt in Kassel startet 2012; in den ursprünglich geplanten Modellprojekten in Saarbrücken und in Bad Bentheim wurde im Verlauf der Antragsphase entschieden, von einer Durchführung Abstand zu nehmen.

Die Untersuchung bestand aus einer Prozessevaluation, die von lokalen Evaluatoren bearbeitet und dokumentiert wurde, und aus einer Wirkungsevaluation, die von einem externen überlokalen Evaluator durchgeführt und ausgewertet wurde. Im Rahmen einer Forschungsassistenz hat das Difu in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie die Evaluation begleitet.

Evaluation der Startphase
Für fünf Modellprojekte liegen die Ergebnisse des ersten Betriebsjahrs vor. Die Projekte in Nürnberg und auf der Insel Usedom sind im Frühjahr 2011 erfolgreich gestartet, so dass dort Nutzungsdaten evaluiert werden konnten. In Mainz wurde der Testbetrieb evaluiert. In der Landeshauptstadt Stuttgart liegen Daten aus dem Betrieb vor der dortigen Einführung der elektrounterstützten Fahrräder, Pedelecs, vor. Für die Metropolregion Ruhrgebiet wurde der Betrieb der zweiten von drei Ausbaustufen evaluiert. Daher lag der Schwerpunkt der Evaluation 2011 auf der Prozessevaluation. Zur Wirkungsevaluation liegen bereits erste Trends vor.

Schlussfolgerungen für die Neu- und Weiterentwicklung
Ziel der Evaluation war es, die Übertragbarkeit, Potenziale und Wirkungen von Fahrradverleihsystemen zu ermitteln und Kommunen und Regionen dabei zu unterstützen, eigene Systeme aufzubauen und optimal zu konzipieren. Für die erfolgreiche Einführung der Verleihsysteme muss eine Reihe von Rahmenbedingungen erfüllt sein: Beim Aufbau der Systeme sollten Verzögerungen bei allen Planungs- und Umsetzungsphasen einkalkuliert werden. Förderlich ist die frühzeitige Einbeziehung aller relevanten Akteure zur politischen Unterstützung sowie zur Planung, z.B. die Flächenfreigabe der Stationen. Verbindliche Zusagen zu Lieferterminen sollten in den Verträgen mit den Betreibern vereinbart werden.

Notwendig für den langfristig erfolgreichen Betrieb sind insbesondere eine langfristige Planung der Kosten und Einnahmen der Systeme, eine klare Zielgruppendefinition, eine den Nutzerbedürfnissen entsprechende Optimierung der Systeme, eine positive Medienpräsenz sowie eine überzeugende Marketingstrategie. Bei den Systemen zählen einfache Bedienbarkeit, z.B. mittels Kommunikationsterminal, eine weitgehende tarifliche ÖV-Einbindung sowie auffallende und klare Informationen, die Nutzungshürden abbauen und auf das System hinweisen, zu den Erfolgsfaktoren. Systeme, die diese Merkmale schon im frühen Betriebsstadium aufweisen, z.B. das Modellprojekt Nürnberg, konnten gute Erfolge bei der Nutzung des Systems erzielen.

Bestellung der Dokumentation:
Internetportal (demnächst im Download-Bereich):
http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/fahrradverleihsysteme/modellprojekte/

Weitere Informationen: 

Dipl.-Volkswirt Tilman Bracher
Telefon: 030/39001-260
E-Mail: bracher@difu.de

Dipl.-Geogr. Martina Hertel
Telefon: 030/39001-105
E-Mail: hertel@difu.de

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