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Zwangsarbeit und Kommunen

Cover der Publikation
Veröffentlichungsangaben
Hinweis: Printausgabe vergriffen

Die thematischen Beiträge der Ausgabe - allen voran der Leitartikel von Horst Matzerath "Zwangsarbeit: ein Thema mit Konjunktur?" - behandeln die Bedeutung der Zwangsarbeit für die Kommunen.

Zwangsarbeit war bis Mitte der 80er Jahre ein weitgehend unbearbeitetes Thema der NS-Geschichte. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gehörten bis zu diesem Zeitpunkt zu den "vergessenen Opfern". Verstärkte wissenschaftliche Bemühungen haben seither einige Veränderungen bewirkt. Aber erst die Diskussion über Entschädigung in Parlamenten und kommunalen Vertretungskörperschaften, in Medien und in zahllosen Veranstaltungen hat die Aufmerksamkeit auf diese Gruppe der Überlebenden gelenkt. Zwangsarbeit zählt derzeit zu dem am meisten beachteten Themenbereich der NS-Zeit in der öffentlichen Diskussion.

Die Kommunen berührt dies auf mehrfache Weise. Die meisten der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen lebten und arbeiteten in Städten und Industriegemeinden. Diese Tatsache wirft viele Fragen auf: Welche Veränderungen in der sozialen Zusammensetzung, welche Wechselwirkungen lassen sich in der städtischen Gesellschaft feststellen? Welchen Anteil hatten Kommunen an dem System der Zwangsarbeit? In welchen städtischen Betrieben wurden Zwangsarbeiter eingesetzt? Schließlich: Die Kommunen übernahmen im Krieg wesentliche Funktionen bei der Trümmerbeseitigung, dem Bergen von Opfern des Bombenkrieges und der notdürftigen Reparatur der Infrastruktur und Wohngebäude. Gerade in diesen Bereichen griffen Kommunen auf Zwangsarbeit zurück.

Abgesehen von den unmittelbaren politischen und langfristigen wissenschaftlichen Fragen: Die städtischen Kultureinrichtungen sind derzeit intensiv mit diesem Thema befasst. Für ehemalige Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen sind Bescheinigungen auszustellen, was häufig langwierige Recherchen bedeutet. Eine Reihe von Städten hat sich entschlossen, Einladungsprogramme durchzuführen. Zunehmend werden Konzepte für die historische Aufarbeitung in Form von Publikationen, Ausstellungen und Veranstaltungen entwickelt. Zu all diesen Fragen hat sich auch der Deutsche Städtetag mit Empfehlungen an die deutschen Städte gewandt.

Das IMS-Heft bietet einen Überblick und gibt mit Projektberichten aus einzelnen Städten und einem Nachweis zentraler Arbeitshilfen eine konkrete Hilfestellung für dieses Thema.

Neben den thematischen Beiträgen finden sich im Heft eine Vielzahl von Informationen aus der modernen Stadtgeschichtsforschung (unter anderem Tagungs- und Projektberichte, Tagungstermine, Personalia sowie die regelmäßig zusammengestellte umfangreiche Auswahlbibliographie neu erschienener Literatur). Ein zusätzlicher wissenschaftlicher Akzent wird in den "Informationen zur modernen Stadtgeschichte" durch die Rubrik "Forschungsbericht" gesetzt. Im vorliegenden Heft stellt Dieter Schott hierzu das Themenfeld "Stadt und Elektrifizierung" vor.