Städtebaulich integrierter Lärmschutz beim Güterstreckenausbau der Bestandsstrecke Rotenburg-Verden (Alpha-E)

Bereich 
Stadtentwicklung, Recht und Soziales
Bearbeiter 
Status 
laufend
Auftraggeber 
Stadt Verden
Themenfelder 
Laufzeit 
seit 2020

Der Ausbau des Streckenabschnitts Rotenburg-Verden – Teil der „Alpha-E-Variante“ einer Schienennetzverstärkung im Dreieck Bremen-Hamburg-Hannover – wird deutliche Auswirkungen auf die Siedlungsbereiche entlang der Bahntrasse haben. Etwa ab dem Jahr 2030 sollen über die Trassen des Ausbauvorhabens der Deutschen Bahn AG insbesondere erhebliche Güterverkehre abgewickelt werden.

Gemeinsam mit weiteren betroffenen Kommunen an der Strecke (Gemeinde Kirchlinteln, Samtgemeinde Bothel, Stadt Rotenburg/Wümme) hat die Stadt Verden – gefördert durch das Niedersächsische Umweltministerium – das Difu damit beauftragt, die exemplarische Erarbeitung eines sogenannten „Städtebaulichen Begleitplans“ für ausgewählte Streckenabschnitte mit angrenzenden Siedlungsbereichen zu koordinieren.

Ein städtebaulicher Begleitplan kann – vergleichbar mit einem landschaftspflegerischen Begleitplan – wesentlich dazu beitragen, dass sich das Verkehrsvorhaben in den räumlichen Kontext einfügt und umgebungsbelastende Folgewirkungen reduziert werden. Anders als der landschaftspflegerische Begleitplan ist dieses Instrument bislang jedoch gesetzlich nicht vorgeschrieben und es gibt keine Vorgaben zu Form und Inhalt. Seine Ausgestaltung orientiert sich daher insbesondere an der spezifischen Aufgabenstellung vor Ort sowie den lokalen Rahmenbedingungen. Ziel des Plans ist es, mögliche negative Auswirkungen des Vorhabens auf die Gemeinden und ihre künftige Entwicklung zu minimieren und gleichzeitig die Chancen im Rahmen der Planungshoheit der Kommunen zu nutzen, mit den verbleibenden Folgewirkungen umzugehen. Dabei besteht das Instrument nicht nur aus der textlichen oder grafischen Aufbereitung in einem Dokument, sondern ganz wesentlich für einen städtebaulichen Begleitplan ist seine Prozessorientierung.

Im Rahmen verschiedener Austausch- und Diskussionsformate für die beteiligten Verwaltungen sowie die Bevölkerung werden anhand von sieben ausgewählten Fallbeispielstandorten städtebauliche Folgewirkungen des gesetzlichen Lärmschutzes betrachtet (z.B. aktive und passive Maßnahmen, bauliche Lösungen wie Schallschutzwände und ihre optischen wie physischen Trennwirkungen, Auswirkungen auf den Städtebau und auf kommunale Entwicklungsoptionen etc.), übergesetzliche Lärmschutzmaßnahmen erwogen und Möglichkeiten für eine qualitätvolle Einbindung der Maßnahmen diskutiert. Die Dokumentation des Arbeitsprozesses soll Modellcharakter für andere Kommunen mit vergleichbaren Rahmenbedingungen haben. Ziel soll es auch sein, der Landespolitik (mittelbar auch der Bundesebene) Hinweise zu einer möglichen Implementierung des Instruments „Städtebaulicher Begleitplan“ und seiner Ausgestaltung zu geben.