Gemeinschaftsstudie "Innovationsfähigkeit der Wirtschaftsförderung"

Bereich 
Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen
Bearbeiter 
Status 
laufend
Auftraggeber 
Konstanz, Freiburg, Ludwigsburg, Region Hannover, Stadt Nürnberg, Kiel, Karlsruhe, München, Frankfurt am Main, Bremen
Themenfelder 
Laufzeit 
2019 bis 2020

Nicht nur Städte als Ganzes sind wachsenden Transformationsanforderungen einschließlich entsprechender Umstrukturierungsnotwendigkeiten ihrer Verwaltungen und Arbeitsprozesse ausgesetzt. Auch für die kommunale Wirtschaftsförderung als klassische Querschnittsaufgabe und Institution mit einem spezifischen Aufgabenfokus wird es dringlicher, sich proaktiv mit Themen auseinanderzusetzen, bei denen unmittelbare Betroffenheit (noch) nicht immer offenkundig sein mögen. Zu den (neuen) regionalwirtschaftlich relevanten Themen und Herausforderungen zählen u. a. die Tertiärisierung versus Reindustrialisierung der urbanen Arbeitswelt als Ursache wachsender Lohnspreizungen und sozialer Spannungen in der Stadt, die voranschreitende Digitalisierung der Städte mit weitreichenden Konsequenzen für den Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr sowie die individuelle Mobilität und die Serviceerbringung (öffentlicher) Dienstleistungen, neue Formen der (urbanen) Produktion und Koproduktion ("smart manufacturing"; "additive Fertigungsmethoden"), zunehmende Vernetzung zwischen Kreativwirtschaft, IKT und Produktion im Sinne von "cross innovation" ("Netzwerk-Industrie"), neue Produktionsformen im Zuge eines Ausbaus von Technologien auf Basis von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) und Robotik, wachsende Fachkräftebedarfe in Zeiten des demographischen Wandels und einer Vollauslastung verschiedener Branchen, Dekarbonisierung und Klimaanpassungsnotwendigkeiten der Städte als Innovationstreiber, Verschärfung von Flächenkonkurrenzen und Nachverdichtungsanforderungen sowie eine Zunahme urbaner Mischgebiete u. a..

Um diese und weitere potentielle Themenfelder vorausschauend und jenseits des Alltagsgeschäfts bearbeiten zu können, braucht es Projektformate und Projekt-partnerschaften, die die Möglichkeit eröffnen, "out of the box" zu denken und zu diskutieren. Zu diesem Zweck führt das Difu mit bisher zehn interessierten Städten eine Gemeinschaftsstudie der Wirtschaftsförderungen durch. Denn eine Stärkung der Innovationsfähigkeit der Wirtschaftsförderung setzt nicht nur die ergebnisoffene Auseinandersetzung mit neuen Themen, sondern auch mit neuen Formaten und Best-Practice-Ansätzen aus dem europäischen und internationalen Kontext voraus.

Mit dem Gemeinschaftsprojekt werden folgende Ziele verfolgt:

  • Eruierung relevanter Zukunftsthemen und innovativer Organisationsformen
  • Identifizierung innovativer Handlungsansätze und Instrumente sowie entsprechender Erfolgskriterien für eine zukunftsfähige Wirtschaftsförderung
  • Prüfung einer möglichen Übertragbarkeit dieser innovativen Ansätze für die Weiterentwicklung der Wirtschaftsförderung in ausgewählten Städten.

Um diese Ziele zu adressieren, werden in der geplanten Gemeinschaftsstudie in vier Arbeitsbausteinen unterschiedliche Analyse- und Austauschformate genutzt. Die Klammer bilden dabei folgende Forschungsfragen:

  • Welche Haltung will bzw. muss die kommunale Wirtschaftsförderung zu ausgewählten Zukunftsthemen einnehmen und mit Hilfe welcher innovativen Ansätze will sie diese adressieren?
  • Welche Rolle bzw. Funktion will die Wirtschaftsförderung zukünftig in den Kommunen als Knotenpunkt zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie den Bürgern übernehmen?
  • Wie kann sich die kommunale Wirtschaftsförderung als agile Organisation kontinuierlich weiterentwickeln?

Der Aspekt der „Innovationsfähigkeit“ bezieht sich insofern dabei gleichermaßen auf die Veränderungen bezogen auf Inhalte, Instrumente und die Organisation.