Ersatzneubau Kommunale Brücken

Bereich 
Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen, Mobilität
Bearbeiter 
Status 
abgeschlossen
Auftraggeber 
Hauptverband der Bauindustrie
Themenfelder 
Laufzeit 
2012 bis 2013

In Deutschland existieren ca. 100.000 Straßenbrücken (eine Brücke pro 6,3 km Straße oder pro 800 Einwohner). Genaue Angaben über die Zahl der kommunalen Straßenbrücken liegen nicht vor. Grob geschätzt – ca. 60 bis 80 Prozent der Straßen in Deutschland befinden sich in kommunaler Baulast – kann man davon ausgehen, dass  ca. 70.000 Straßenbrücken in Deutschland in der baulichen Verantwortung der Kommunen liegen.
Viele Brücken der Verkehrsinfrastruktur wurden nach kriegsbedingten Zerstörungen und Ausbau der Straßennetze in den Städten in den Nachkriegsjahren bis in die 1960er, 1970er und 1980er Jahre gebaut. Diese Bauten erreichen nun ein Alter, bei dem die Instandsetzungskosten überproportional steigen und zum Teil Abgänge zu verzeichnen sind. Zum Teil ist „bauartbedingt“ bei jüngeren Brücken (z.B. frühe Spannbetonbrücken) die Alterung soweit fortgeschritten, dass kaum Instandhaltung oder Erneuerung möglich sind. Außerdem unterliegen die Brücken beschleunigten Abnutzungserscheinungen, z.B. durch Zunahme des Verkehrsaufkommens, Last-/ Gewichtszunahmen und Geschwindigkeitssteigerungen, früherem massiven Streusalzeinsatz, die beim Bau nicht absehbar waren. Die Zunahme - vor allem des Güterverkehrs - auf der Straße, auf die der weitaus größte Teil des Verkehrsleistungswachstums entfiel, führt zu sehr viel größeren Belastungen durch Schwerlastverkehr als bei der Herstellung dieser Bauten in den 60er und 70er Jahren oder gar in 50er Jahren angenommen wurde.
Bisher liegen keine zusammenfassenden Abschätzungen des Erneuerungs- und Ersatzbedarfes für kommunale Brücken vor. In dieser Studie sollen der Erneuerungs- und der Ersatzbedarf der kommunalen Brücken abgeschätzt werden und Kriterien für Prioritätensetzungen für Ersatzneubauten abgeleitet werden. Dazu ist zu klären, ab welchem Erhaltungszustand ökonomisch Ersatz gegenüber Instandhaltung vorzuziehen ist. Für die Abschätzung des Ersatzbedarfes bei kommunalen Brücken sind umfangreiche Daten erforderlich, die nur zum Teil aus vorliegenden Statistiken und Untersuchungen entnommen werden können. Diese müssen durch eine Erhebung bei den Kommunen ergänzt und differenziert werden. Für die Erhebung wird eine geschichtete Zufallsstichprobe gezogen. Die Schichtung sollte u.a. nach fünf Regionskategorien (voraussichtlich Süd, Mitte, West, Nord, Ost) und Stadtgröße erfolgen. Auch sollen für die Unterscheidung der Brücken nach Belastung und Kosten topografische, verkehrliche und bauliche Kriterien (Bauform und Material, z.B. Stahl, Beton, Ziegel) herangezogen werden. So sind entsprechende Brückentypen ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. In der Befragung sollen nur ausgewählte Teilaspekte mit einer sehr gezielten, inhaltlich ausreichend fokussierten Befragung erfasst werden. Dazu werden die baulichen Zustände der Brücken und die Kostenschätzungen für Unterhaltung, Erneuerung oder Neubau erfasst. Mögliche Variablen können folgende sein:

  • Brückentyp (verkehrlich, baulich, Material)
  • Baujahr
  • Brückenfläche
  • Bauform
  • Brückenklasse
  • Verkehrsstärke
  • Geplante Nutzung
  • Restnutzungsdauer/Voraussichtliche Nutzdauer
  • Herstellungskosten
  • Wiederbeschaffungskosten
  • Zustandsnote
  • Bauliche Mängel, Schadenstypen
  • Einschätzung Instandhaltungs- versus Ersatzneubaukosten (zum Befragungszeitpunkt)

Auftraggeber: Hauptverband der Bauindustrie

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