Stadt der kurzen Wege

Bereich 
Mobilität
Bearbeiter 
Dr. phil. Jürgen Gies (Projektltg.), Dipl.-Ing. agr. Thomas Preuß, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Dipl.-Geogr. Jörg Thiemann-Linden
Status 
abgeschlossen
Auftraggeber 
Umweltbundesamt (UBA)
Themenfelder 
Laufzeit 
2010 bis 2011

Die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung vom November 2007 beinhaltet den Auftrag, ein Leitkonzept zur "Stadt der kurzen Wege" zu erstellen. Dies ist ein Baustein, die anhaltend hohe Flächenneuinanspruchnahme zu reduzieren (Stichwort 30 ha-Ziel), weil von einer Flächenversiegelung und -zerschneidung Gefahren für die Biodiversität ausgehen.

Ein Leitkonzept zur Stadt der kurzen Wege muss sich mit den Erfahrungen aus den 1990er-Jahren auseinandersetzen und aktuelle Entwicklungen, wie u.a. die Folgen des demografischen Wandels oder auch des Klimaschutzes und der Klimafolgenbewältigung integrieren. Die Umsetzung einer freiflächenschonenden Siedlungs- und Verkehrsentwicklung hat in Deutschland zudem sehr unterschiedliche Ausgangslagen zu berücksichtigen (u.a. Disparitäten in der Entwicklung der Einwohnerzahlen).

In einem ersten Schritt wurde die Bedeutung verkehrsvermeidender, kompakter Siedlungsstrukturen für den Erhalt der biologischen Vielfalt, wie auch für eine nachhaltige Entwicklung im Allgemeinen dargestellt. Weiterhin wurde auf Synergien mit Klima- und Lärmschutz, mit sozialen und gesellschaftlichen Zielsetzungen sowie mit ökonomischen Zielen eingegangen. Anschließend wurden bereits vorhandene und übergeordnete Konzepte sowie Praxiserfahrungen ausgewertet. An dieser Stelle sei beispielhaft auf das Grünbuch der Europäischen Kommission "Hin zu einer neuen Kultur der Mobilität in der Stadt" verwiesen.

Aufbauend auf diesen Auswertungen und Reflexionen wurde ein Leitkonzept entwickelt. Als ein erstes Ergebnis kann festgehalten werden, dass die "Stadt" der kurzen Wege allein noch keine angemessene Antwort auf die Herausforderung ist, die Flächeninanspruchnahme deutlich zu reduzieren. Sie bedarf der Ergänzung um die "Region" der kurzen Wege. Konkretisiert wird das Leitbild durch die Bestimmung geeigneter Bebauungsdichten und verträglicher Nutzungsmischungen für eine attraktive Wohnumfeldgestaltung und zur Wahrung einer hohen Lebensqualität. Begleitende Maßnahmen im Leitbild einer Stadt und Region der kurzen Wege sind Mobilitäts- und Parkraumanagement, Rad- und Fußverkehrsförderung, ÖPNV-Förderung und Fahrzeugverleihsysteme. Als Kernpunkt des Leitkonzepts "Stadt und Region der kurzen Wege" wurden für die Bundesregierung Vorschläge zur Förderung und Unterstützung einer flächensparenden und Siedlungs- und Verkehrsentwicklung erarbeitet.

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