Planspiel "Interkommunale Verkehrsentwicklungsplanung in der Region München"

Bereich 
Mobilität
Bearbeiter 
Dipl.-Ing. Michael Lehmbrock (Projektltg.), Externe
Status 
abgeschlossen
Auftraggeber 
Landeshauptstadt München
Themenfelder 
Laufzeit 
2007 bis 2009

Aufgrund der regionalen Verflechtungen lassen sich Stadt- und Verkehrsprobleme innerhalb der Kernstädte nicht mehr isoliert lösen. Daher werden im Difu schon seit Jahren die unterschiedlichen Kooperationsmodelle von Stadtregionen untersucht.

In dicht besiedelten Stadtregionen, in denen sich die Verkehrsbewegungen stark auf ein Zentrum oder mehrere Zentren konzentrieren, sind die Verkehrsverflechtungen besonders intensiv und gleichzeitig in besonderem Maße mit unerwünschten Nebenwirkungen (z.B. Überlastungen der Verkehrswege, Lärm, Luftschadstoffe, Flächenverbrauch) verbunden. Als umfassendes Planungsinstrument ist die Verkehrsentwicklungsplanung ein geeignetes Mittel, diesen Herausforderungen konzeptionell zu begegnen. Sie erfordert eine enge  Zusammenarbeit aller Beteiligten, die bisher aufgrund der intensiven und komplexen Prozessgestaltung auf  interkommunaler Ebene eher selten ist.

Um sich dieser neuen Aufgabe zu stellen, einigten sich die Landeshauptstadt München und benachbarte Gemeinden darauf, einen kooperativen Planungsprozess im Rahmen eines unverbindlichen Planspiels zu erproben. Ziel war es, Planungs- und Abstimmungsprozesse im Rahmen einer interkommunalen Verkehrsentwicklungsplanung im Zusammenwirken mit einem neu entwickelten regionalen Verkehrssimulationsmodell zu testen.

Im Rahmen des Planspiels wurde deutlich, dass die gemeinsame Erarbeitung von Zielen, Maßnahmen und Szenarien der Verkehrsentwicklungsplanung durch Kernstadt und Umlandgemeinden möglich ist. Es kam zu weniger Konflikten als erwartet, die erst im Detail auftraten und kaum grundsätzlicher Natur waren. Als  förderlich für das Funktionieren der Kooperation hat sich die Gleichberechtigung unter den beteiligten Gemeinden erwiesen. Die im Planspiel praktizierte Verhandlung auf „gleicher Augenhöhe“ schaffte Vertrauen und förderte die Kommunikation.

Die Ergebnisse des von Michael Lehmbrock moderierten Planspiels basieren auf den Ausarbeitungen der  Planspieler und den Diskussionen in den Planspiel-Workshops. Diese wurden zusammengefasst und analysiert, um Erkenntnisse über den Planungsprozess zu gewinnen und Schlüsse für die reale Planungspraxis ziehen zu können.

Weiterführende Informationen: 

Die Ergebnisse werden in einer Dissertation der TU Hamburg-Harburg verwendet.

Difu-Berichte 3/2009 - Verkehrsentwicklungsplanung in der Region München