Die Rolle der Kommunen im Rahmen der Optimierung von Stoffkreisläufen am Beispiel von Gasentladungslampen

Bereich 
Umwelt
Bearbeiter 
Jahresbericht 
2009
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
2007 bis 2009

Seit dem 24. März 2006 müssen die Hersteller von Gasentladungslampen im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung alle Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen zurücknehmen und diese ordnungsgemäß entsorgen. Hierbei sieht die Europäische Rücknahmerichtlinie keine Mindesterfassungsquote speziell für Gasentladungslampen vor. Während im internationalen Vergleich (Schweden, Norwegen) bis zu 80 Prozent der in Verkehr gebrachten Lampen erfasst und verwertet werden, ist in Deutschland eine wesentlich geringere Rücklaufquote von bis 40 Prozent zu erwarten.

Im Gegensatz zu anderen Produktgruppen können Gasentladungslampen (GEL) zu einem sehr hohen Anteil stofflich in der Produktion von Neulampen wiederverwertet werden. Insbesondere bei den hochwertigen Glasrohstoffen und Leuchtstoffmaterialien besteht ein sehr hohes ökonomisches und ökologisches Interesse der Lampenhersteller hierfür Recyclingrohstoffe einzusetzen. Neben dem ausgeprägten Interesse den Stoffkreislauf für Gasentladungslampen zu schließen, gilt es aber auch weiterhin zu vermeiden, dass die (zwar nur gering) schadstoffhaltigen Altlampen in unkontrollierte Entsorgungswege gelangen.

Im Rahmen des Vorhabens soll ein Benchmark mit dem schwedischen Rücknahmesystem durchgeführt werden. Wesentliche Einflussfaktoren werden analysiert. In verschiedenen Untersuchungsgebieten wird die Informationsbereitstellung untersucht und auf Basis von Stoffstromanalysen der derzeitige Status quo der Rückläufe dargestellt. Maßnahmen zur Erhöhung der GEL-Rückläufe werden identifiziert und analysiert, Verbesserungsvorschläge zur Optimierung des Rücklaufs sowie der Informationsbereitstellung in den Untersuchungsgebieten abgeleitet und Ergebnisse erster Implementierungen untersucht. Auf Basis der Ergebnisse werden Handlungsoptionen vorgeschlagen, die auch auf andere Kommunen übertragbar sind.
Ziel des Projekts ist es, Vorschläge für effiziente und effektive Maßnahmen zu entwickeln, die zu einer möglichst hochgradigen Schließung des Stoffkreislaufes von Gasentladungslampen führen. Die potenziellen Verbesserungsmaßnahmen in den Bereichen Information, Kommunikation, Sammlung sowie im Bereich Behandlung und Verwertung sollen hierzu systematisch erfasst und bewertet werden und anschließend im Rahmen von Maßnahmen bei den projektbeteiligten Städten bzw. Zweckverbänden eingeführt werden.

Am Vorhaben beteiligt sind die Stadtreinigung Hamburg, der Abfallwirtschaftsbetrieb München, die Abfallwirtschafts-Gesellschaft Straubing, die Entsorgung Herne, die Abfallwirtschaft Stuttgart sowie die Firma Lightcycle. Der projektbegleitende Arbeitskreis umfasst den Deutschen Städtetag (DST), den Deutschen Landkreistag (DLT) und den Fachverband Elektrische Lampen (ZVEI).