Verkehrspolitische Steuerungsinstrumente der Luftreinhaltung

Bereich 
Mobilität
Bearbeiter 
Dipl.-Ing. Michael Lehmbrock (Projektltg.), Ass. jur. Manuela Rottmann, Dr. rer.nat. Gerd Kühn
Status 
abgeschlossen
Auftraggeber 
Eigenprojekt Difu
Themenfelder 
Laufzeit 
2005 bis 2007

Hohe Belastungen der Luft mit Schadstoffen gefährden die Gesundheit der Bevölkerung vieler Städte. Die Hotspots mit den höchsten Schadstoff-Konzentrationen liegen in der Regel an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen, Straßenrandbebauung und ungünstiger Durchlüftung. Ein hoher Anteil der an diesen Hotspots gemessenen Feinstäube ist nicht örtlich verursacht sondern Hintergrundbelastung, die sowohl von außerhalb in die Stadt kommt oder auch im gesamten Stadtraum durch Aufwirbelung und andere Quellen (z.B. Hausbrand) verursacht wird. Stadtgebiete mit schlechter Durchlüftung und einem großen Anteil von Hauptverkehrsstraßen mit geschlossener Randbebauung sind besonders belastet. Dies sind häufig Innenstädte.

Die Notwendigkeit der Einführung von Umweltzonen ist vor diesem Hintergrund unbestritten. Das Instrument der Umweltzone könnte genutzt werden, um die spezielle Nutzungsmischung und die umfangreichen Aktivitätsmöglichkeiten der Innenstädte herauszustellen. Dazu gehören die kurzen Wege, die leicht mit ÖPNV, Rad und zu Fuß zurückgelegt werden können, dazu gehören interessante und anregende Freiräume, dazu gehören auch gute Lebensbedingungen für Kinder. Und dazu gehört auch, dass Beruf und Privatleben durch die Nähe von Arbeitsstätten, Wohnung und sozialer Infrastruktur besser unter einen Hut gebracht werden können. Nicht zuletzt gehört dazu auch, dass ältere Menschen dort die Versorgung in der Nähe finden, die sie benötigen, um länger selbstständig leben zu können.

Um Umweltzonen in diesem erweiterten Sinne Wirklichkeit werden zu lassen, ist ein koordiniertes Vorgehen unterschiedlicher Fachbereiche der Verkehrsplanung, der Umweltplanung, des Gesundheitsschutzes, der Stadtplanung, der Freiraumplanung, der Straßenverkehrsbehörden und der Akteure außerhalb der Verwaltung in Politik, Verbänden und Wirtschaft erforderlich. Dieser breite Ansatz stellt letztendlich ein eigenes Programm zur Entwicklung der Innenstädte, in denen die Umweltzonen überwiegend liegen, dar.

Ausblick: Die Erfahrungen mit der Umsetzung von Umweltzonen in Deutschland und der Diskussion weiterer Instrumente werden in einer internationalen Fachveranstaltung im September 2008 gebündelt und vergleichend bewertet.

Fallstudienstädte/involvierte Städte: Berlin, Köln, Stuttgart, Regionalverband Ruhr.