Die Denkmaltopographie als Erfassungsinstrument und kulturgeschichtliches Unternehmen

Bereich 
Stadtentwicklung, Recht und Soziales
Bearbeiter 
Dipl.-Soz. Claus-Peter Echter (Projektltg.)
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
2001 bis 2005

Die Denkmaltopographie als neue Form der Denkmalbeschreibung und Denkmaldokumentation hat in der staatlichen und kommunalen Denkmalpflege einen hohen Stellenwert. Als Instrument der Denkmalpflege und Grundlage für die Bauleitplanung ist die Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland beispiellos in Europa. Mit Hilfe der Publikationsreihe "Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland" wird der Denkmalbestand in den deutschen Bundesländern systematisch erfasst. Zugleich liefert das Projekt kulturhistorische Grundlagen und Informationen für das gegenwärtige Planen und Bauen in den Städten und Landkreisen und fördert das Geschichts- sowie Denkmalbewusstsein in der Öffentlichkeit. Nach mehr als 20 Jahren ist eine kritische inhaltliche Würdigung dieser Inventarreihe angebracht. Die vorliegende Arbeit will dazu beitragen, die Bedeutung und Notwendigkeit von Denkmaltopographien für die konkrete Vermittlung von Denkmalwerten darzulegen und Entscheidungsträgern in den Kommunen, den Ländern, dem Bund und der interessierten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Ziel der Untersuchung ist es, zunächst einen Überblick über Stand und Standard der Topographiebände zu geben und darauf aufbauend dann exemplarische, zumeist neuere Denkmaltopographien im Hinblick auf ihren Erkenntnis- und Informationswert zu evaluieren. Im Vergleich sind Konzepte und inhaltliche Schwerpunkte herausgearbeitet. Analysiert werden auch Rahmenbedingungen der Bearbeitung von Denkmaltopographien, ihre vielfältige Nutzung und Anwendung.

Besonders inhaltsreiche und methodisch interessante Topographiebände werden ausgewählt, anhand von Text- und Bildausschnitten vorgestellt und - wo sinnvoll und nötig - kommentiert. Drei Gesichtspunkte stehen im Vordergrund: Stand der Denkmalerfassung in Denkmaltopographien, Aufbau, Inhalte und Schwerpunkte von Denkmaltopographien sowie ihre Wirkungen und Akzeptanz.

Insgesamt 14 Topographiebände aus unterschiedlichen Bundesländern wurden im Hinblick auf wichtige methodische Aspekte und inhaltliche Themen ausgewählt: Bestandteile und Materialien (Texte, Fotos, Karten) sowie bau- und stadtbaugeschichtliche Schwerpunkte. Neben den unterschiedlichen Baugattungen werden Fragen der historischen Kulturlandschaft thematisiert. Die Forschungsergebnisse beruhen auf Erkenntnissen aus Text- und Inhaltsanalysen, aus der einschlägigen Sekundärliteratur sowie auf gezielten Expertengesprächen, die die Forschungsarbeit durch praktische Aspekte und Urteile ergänzen.

Der Nutzen der vorliegenden Untersuchung liegt in der Aufbereitung historischer Grundlagen für Anwendungsfelder in der Denkmalpflege, in der Sanierung, für das Bauen im Bestand sowie nicht zuletzt in der Freiraum- und Bauleitplanung. Denkmaltopographien sind unabdingbar für das Verständnis der gebauten Umwelt und Voraussetzung für die Entwicklung nachhaltiger Konzepte der Erhaltungs- und Entwurfsplanung für das historische Erbe.