Kommunale Informations- und Dialogdienste

Bereich 
Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen
Bearbeiter 
Dr. Holger Floeting (Projektltg.), Gaevert
Jahresbericht 
1997
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
1996 bis 1997

Mit dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik befassten sich Kommunen bisher vor allem im Zusammenhang mit der EDV-Ausstattung der Verwaltungen. Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft wurden jedoch neue Handlungsmöglichkeiten offenbar. Einer dieser kommunalen Aufgabenbereiche ist die elektronische Bereitstellung von Informationen für Dritte. Bis vor kurzem war das elektronische Informationsangebot der deutschen Städte noch gering. Mittlerweile hat der "Internet-Boom" auch die Kommunen erreicht.

Vor diesem Hintergrund untersuchte das Difu die Online-Angebote der deutschen Städte. Die Untersuchung umfaßte unter anderem:

  • eine schriftliche Befragung der deutschen Städte mit 50.000 und mehr Einwohnern zu ihren elektronischen Informationsangeboten,
  • die Erarbeitung von Bewertungskriterien für diese Angebote,
  • eine Online-Recherche der WWW-Angebote deutscher Großstädte anhand ausgewählter Kriterien sowie
  • die Durchführung von Fallstudien als "best practices" für bestimmte Bereiche von Online-Angeboten.

An der Umfrage beteiligten sich rund 57 Prozent der 194 angeschriebenen Städte. Rund 86 Prozent von ihnen sehen in der Bereitstellung elektronischer Stadtinformationen eine kommunale Aufgabe. Die Städte stellen sich damit offensiv neuen Anforderungen, die mit der Entwicklung der Informationsgesellschaft verbunden sind. In 64 Prozent der Städte bestehen nach deren eigenen Angaben bereits elektronische Stadt- und Wirtschaftsinformationssysteme. Es ist - wie Stichproben zeigen - aber anzunehmen, daß der tatsächliche Anteil bereits existierender Angebote noch höher liegt, da zum Teil in der Online-Recherche nachgewiesene Angebote in einzelnen Stadtverwaltungen nicht bekannt waren. Bei den Angeboten herrschen zur Zeit reine Informationsabruf-Angebote vor. Interaktive Elemente sind bisher nur in wenigen Bereichen zu finden. Bisher werden die Angebote vor allem aus den kommunalen Budgets finanziert, erst langsam nimmt die Zahl der Städte zu, die ihre Angebote über Werbung oder den Verkauf von Seiten finanzieren. Haben die Städte ihre Online-Präsentationen zunächst meist in eigener Regie und mit eigenem Personal aufgebaut, so werden mit der Professionalisierung der Angebote auch neue Betreibermodelle (auch unter Einbeziehung privater Partner) entwickelt.

Die durch die Wissenschaftsförderung der Sparkassenorganisation e.V. finanzierte Untersuchung wurde im November 1997 abgeschlossen.