Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2012"

Zehn Kommunen für herausragende Projekte ausgezeichnet

Medieninformation vom 08. November 2012

Berlin/Köln Zehn Kommunen haben sich mit ihren vorbildlichen Projekten im bundesweiten Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2012" gegen insgesamt 163 Bewerber durchgesetzt. Initiatoren des seit 2009 jährlich ausgelobten Wettbewerbs sind das Bundesumweltministerium und das Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (zuvor Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz) beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu).

Die Gewinner und ihre Projekte wurden heute im Rahmen der 5. Kommunalkonferenz "Mit der Energiewende kommunale Zukunft gestalten" in Berlin bekannt gegeben und erhielten für ihr besonders vorbildliches Engagement im Klimaschutz ein Preisgeld von insgesamt 240.000 Euro. Um dieses weiter voranzutreiben, ist das Preisgeld wieder in Klimaschutzprojekte zu investieren.

Überreicht wurden die Preise von Katherina Reiche, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: "Städte, Gemeinden und Landkreise bringen den Klimaschutz voran. Mit einer Vielfalt innovativer Strategien und Maßnahmen erfüllen sie die Energiewende vor Ort mit Leben."

Ausgezeichnet wurden:

Kategorie 1: Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften
79 Bewerbungen, Preisgeld: je 40.000 Euro

  • Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) "Energetische Sanierung der Technischen Schule"
  • Stadt Aachen (Nordrhein-Westfalen) "E-View: Der Energieanzeiger"
  • Stadt Freilassing (Bayern) "Sanierung der Mittelschule auf Passivhausniveau"

In diesem Jahr wurden in der Kategorie 1 zwei Kommunen zusätzlich mit dem Sonderpreis "Green IT", der mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro dotiert ist, ausgezeichnet:

  • Stadt Köln (Nordrhein-Westfalen) "Energieeffizienter Umbau des Rechenzentrums"
  • Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) "Geothermale Klimatisierung des Rechenzentrums"

Kategorie 2: Kommunale Kooperationsstrategien
47 Bewerbungen, Preisgeld je 20.000 Euro

  • Landkreis St. Wendel (Saarland) "Null-Emissions-Landkreis"
  • Region Achental (Bayern) "Bioenergie und Klimaschutz"

Kategorie 3: Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen
37 Bewerbungen, Preisgeld je 20.000 Euro

  • Stadt Offenbach am Main (Hessen) "Haus-zu-Haus Beratung zur energetischen Sanierung"
  • Gemeinde Oberreichenbach (Baden-Württemberg) "Elektro-Bürgerauto"
  • Landeshauptstadt Wiesbaden (Hessen) "CO2-Marathon"

Die Projekte der Gewinnerkommunen:

Kategorie 1: Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften

  • Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen): "Sanierung der Technischen Schule Steinfurt"
    Mit der integralen Sanierung seiner Technischen Schule inklusive Sporthalle konnte der Kreis Steinfurt die Energieeffizienz im gesamten Gebäudekomplex mehr als verdoppeln. Das ausgefeilte Energiekonzept überzeugt durch seine klimaschonende sowie nutzergerechte Ausrichtung. Besonders innovativ: eine speziell entwickelte "Klimawand", die für Lüftung, Beheizung und Kühlung sorgt.
     
  • Stadt Aachen (Nordrhein-Westfalen): "E-View: Der Energieanzeiger in Aachen"
    Mit dem von der Stadt Aachen entwickelten internetbasierten Energiecontrolling können etwa zehn Prozent des Energie- und Wasserverbrauchs in den städtischen Liegenschaften eingespart werden. Damit lohnt sich die Maßnahme sowohl für die Stadtkasse als auch für den Klimaschutz. Besonders innovativ: Gebäudenutzer sowie interessierte Öffentlichkeit können über das E-View-Portal auf die grafisch aufbereiteten Daten zugreifen und für ihr Nutzerverhalten sensibilisiert werden.
     
  • Stadt Freilassing (Bayern): "Sanierung der Mittelschule Freilassing auf Passivhausniveau"
    Mit der energetischen Sanierung der Mittelschule St. Rupert hat die Stadt Freilassing die Mindestkriterien des Passivhausstandards zum Teil deutlich übertroffen. Das Gebäude wurde mit neuer Gebäudehülle, neuem Innenausbau und neuen haustechnischen Anlagen versehen, was nicht nur für ein optimales Lernumfeld sorgt, sondern auch den jährlichen Heizwärmebedarf deutlich senkt.

Sonderpreis "Green IT"
in Kategorie 1 "Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften"

  • Stadt Köln (Nordrhein-Westfalen): "Energieeffizienter Umbau des Rechenzentrums Köln-Chorweiler"
    Die Stadt Köln hat ihr in den 1980er Jahren erbautes Rechenzentrum von 2010 bis 2012 nach modernsten Kriterien umgebaut und dabei den Einsatz erneuerbarer Energien, Energieeffizienz sowie umfassende Energiesparmaßnahmen auf hohem Niveau miteinander verzahnt. Neben einer effizienten Stromversorgung entwickelte die Stadt ein ausgeklügeltes Klimatisierungskonzept und baute eine intelligente Steuerung der technischen Gebäudeausstattung ein. Um Synergieeffekte zu nutzen, betreibt die Stadt das Rechenzentrum gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland.
     
  • Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern): "Geothermale Klimatisierung des Rechenzentrums"
    Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat für die Servertechnik der Kreisverwaltung eine vorbildliche Kühlungstechnik entwickelt, die sehr gut auch auf andere Rechenzentren übertragbar ist: Der Serverraum wird mittels oberflächennaher Geothermie über Erdwärmesonden gekühlt. Der Landkreis erreicht auf diese Weise eine jährliche Stromersparnis von 80 Prozent im Vergleich zur klassischen Kompressionskühlung. Darüber hinaus regeneriert sich das Erdreich über freie Kühlung im Winter.

Kategorie 2: "Kommunale Kooperationsstrategien"

  • Landkreis St. Wendel (Saarland): "Null-Emissions-Landkreis St. Wendel"
    Um sein Ziel, bis zum Jahr 2050 bilanzieller Null-Emissions-Landkreis zu werden, zu erreichen, hat der Landkreis St. Wendel ein umfassendes Kooperationsnetzwerk aufgebaut. Die Lenkungsgruppe "Klimaschutz", der Verein "Zukunfts-Energie-Netzwerk St. Wendeler Land" und die "Energie-Projekt-Gesellschaft St. Wendeler Land" vernetzen alle wichtigen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und schaffen so ideale Voraussetzungen, um Klimaschutzprojekte zu realisieren.
     
  • Region Achental (Bayern): "Bioenergie und Klimaschutz im Achental"
    Um das ambitionierte Ziel der Energieautarkie bis 2020 zu erreichen, haben die neun Achental-Gemeinden Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen 1999 gemeinsam den Verein "Ökomodell Achental" gegründet. Durch diese Kooperation konnten bereits zahlreiche Klimaschutzprojekte und -maßnahmen aus der Region und für die Region umgesetzt werden.

Kategorie 3: "Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen"

  • Stadt Offenbach am Main (Hessen): "Haus-zu-Haus Beratung Offenbach"
    Im Rahmen der Kampagne "Haus-zu-Haus Beratung" bietet die Stadt Offenbach eine kostenlose, umfassende Beratung zur energetischen Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern in einzelnen Stadtteilen Offenbachs an. Das Projekt zeichnet sich durch ein gut durchdachtes und strukturiertes Konzept aus, das den Bürgerinnen und Bürgern Impulse für eine energetische Sanierung der eigenen vier Wände gibt.
     
  • Gemeinde Oberreichenbach (Baden-Württemberg): "Elektro-Bürgerauto Oberreichenbach"
    Mit ihrem Projekt "Elektro-Bürgerauto Oberreichenbach" bietet die Gemeinde eine durchdachte und klimafreundliche Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum. Sowohl die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer als auch die Nutzer werden für Elektromobilität sensibilisiert und profitieren gleichzeitig von der verbesserten Mobilität. Konsequenterweise ist das Rathaus, an dem das Bürgerauto aufgeladen wird, mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.
     
  • Landeshauptstadt Wiesbaden (Hessen): "CO2-Marathon Wiesbaden"Mit der Online-Aktion "CO2-Marathon Wiesbaden" ruft die Landeshauptstadt Wiesbaden ihre Bürgerinnen und Bürger auf, sich "per Mausklick" zu alltagstauglichen Klimaschutzmaßnahmen zu verpflichten. Ziel ist es, auf diese Weise insgesamt 100 Tonnen CO2 einzusparen. Durch die internetbasierte Aktion ist es der Landeshauptstadt gelungen, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene für den Klimaschutz zu sensibilisieren.

Detaillierte Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie als Anlage zu dieser Presseinformation. Fotos von der Preisverleihung finden Sie unter www.klimaschutz-in-kommunen.de/wettbewerb.

Kommunen und Regionen konnten sich von Mitte März bis zum 25. Mai 2012 mit ihren Klimaschutzprojekten im Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2012" in drei Kategorien bewerben:

Kategorie 1: "Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften"
Vorbildliche technische, bauliche und/oder verwaltungsorganisatorische Maßnahmen für den Klimaschutz in kommunalen Liegenschaften z.B. bei der Nutzung erneuerbarer Energie, der Energieeffizienz, beim kommunalen Energiemanagement oder bei der klimafreundlichen Beschaffung.

Kategorie 2: "Kommunale Kooperationsstrategien"
Übertragbare Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes, durch die z.B. besonders tragfähige Modelle zur Kooperation mit anderen Kommunen, kommunalen Unternehmen und/oder mit der Privatwirtschaft, Handwerksbetrieben, Einzelhandel, Verbänden, Bürgerinitiativen etc. realisiert werden konnten.

Kategorie 3: "Kommunaler Klimaschutz zum Mitmachen"
Erfolgreich umgesetzte Aktionen zur Beteiligung und Mitwirkung der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen.

Kurzinfo: Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz
Das Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) steht Kommunen in Belangen des Klimaschutzes als Beratungseinrichtung seit 2012 zur Seite. Es ergänzt das bestehende Angebot im Rahmen der Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz und wurde im Rahmen der vom Bundesumweltministerium (BMU) gestarteten Klimaschutzinitiative beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) eingerichtet.

Für die Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele sind die Kommunen unverzichtbare Partner, denn in Städten, Gemeinden und Landkreisen bestehen erhebliche Klimaschutz- und Energieeffizienzpotenziale. Das SK:KK unterstützt kommunale Akteure bei der Bewältigung dieser Aufgaben durch folgende Angebote:

1. Information und Beratung zum kommunalen Klimaschutz;
2. Veranstaltungen und Veröffentlichungen zum kommunalen Klimaschutz;
3. Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz".

Kontakt:
Anna Hogrewe-Fuchs, (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Auf dem Hunnenrücken 3, 50668 Köln
Telefon: 0221/340308-16
Fax: 0221/340308-28
E-Mail: hogrewe-fuchs@difu.de
kontakt@klimaschutz-in-kommunen.de
www.klimaschutz-in-kommunen.de
www.difu.de

Bilder: 
Preisverleihung Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2012"