Motto: Jugend und Beruf - Jugend und Arbeit. Diesjähriges Jugendhilfe-Jahrestreffen fand in Duisburg

Medieninformation vom 23. April 1998

Medieninformation des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), Berlin 23. April 1998 Motto: Jugend und Beruf - Jugend und Arbeit Diesjähriges Jugendhilfe-Jahrestreffen fand in Duisburg statt Das vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, jährlich veranstaltete Jugendhilfe-Jahrestreffen fand heute unter dem Motto "Jugend und Beruf - Jugend und Arbeit" in dem "Zentrum für Jugend und Technologie" des Vereins Jugendberufshilfe in Duisburg statt. Die rund 30 Teilnehmer und Teilnehmer-innen aus 20 deutschen Großstädten diskutierten vor allem darüber, ob die gegenwärtigen Programme zur Bekämpfung der Berufsnot benachteiligter Jugendlicher auch auf deren wirkliche Probleme abgestimmt sind. In dieser erstmals in Nordrhein-Westfalen durchgeführten Veranstaltung wurde vor allem die Frage diskutiert, wie Städte dem sich immer schwieriger gestaltenden Berufseinstieg vieler Jugendlicher - trotz sinkender kommunaler Mittel und steigendem Problemdruck - effektiv und mit Perspektive begegnen können. So ging es darum, wie dem immer häufiger auftretenden Schulversagen durch frühzeitig einsetzende, präventive Maßnahmen effektiv begegnet werden kann: etwa durch neue Trägerstrukturen und neue Kooperationen - nicht nur zwischen Schule und Jugendhilfe sondern auch zwischen Jugendhilfe und Unternehmen. Nicht allgemeine Ausbildungsdefizite standen im Mittelpunkt der Diskussion sondern Defizite vor allem der Jugendlichen, die sonst gar keine Chance hätten, in Normal-Ausbildungsverhältnisse aufgenommen zu werden. In Duisburg sind rechnerisch (laut Berufsbildungsbericht 1996/97) 95,4 Prozent aller Jugendlichen mit Ausbildungsplätzen versorgt, zwei Drittel im dualen System und ein Drittel in schulischen Ausbildungsgängen. Rund zehn Prozent der Ausbildungsplätze werden durch außerbetriebliche Einrichtungen wie die des Vereins Jugendberufshilfe angeboten. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen wird jedoch mit den gegenwärtig starken Schulabgängerjahr-gängen noch weiter ansteigen. Daher sind vor allem neue Modelle gefragt. So stellte die Stadt Wiesbaden beispielsweise ihr Berufshilfe-Programm "Wege zur Berufsbildung für alle" vor, das - an englische Vorbilder angelehnt - Angebote mit Verbindlichkeitscharakter macht, deren Ablehnung mit Versorgungseinschränkungen sanktioniert werden soll. In München ist geplant, bereits in den letzten beiden Hauptschulklassen durch eine "Jugendbörse" die frühzeitige Berufsorientierung zu fördern. Welche Modelle zukunftsfähig sind und ob diese auch für Zielgruppen mit schwachen Sprachkenntnissen und nur geringer sozialer und kultureller Integration ein tatsächliches Angebot zur beruflichen Sozialisation ermöglichen, wurde auf der Tagung diskutiert. Die vom Difu, einer Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung für die deutschen Städte, bereits im zwölften Jahr durchgeführten Jugendhilfe-Werkstattgespräche sollen den Erfahrungsaustausch in der Jugendhilfe fördern und den Städten die Möglichkeit bieten, über die jeweiligen Landesbedingungen hinaus Anregungen und innovative Ideen aus der kommunalen Praxis anderer Regionen kennenzulernen und gemeinsam Lösungswege zu diskutieren. Organisatorische Fragen der Kooperation mit anderen Akteuren vor Ort (freie Träger der Wohlfahrtspflege, örtliche Arbeitsämter, Bildungswerke der Kammern, private Einrichtungen) bilden hierbei einen wichtigen Diskussionspunkt. Die Stadt Duisburg ist nach Ansicht des Difu ein besonders geeigneter Veranstaltungsort, da Duisburg zum einen seit den 70er Jahren durch den Strukturwandel in der Region erhebliche Arbeitsmarktprobleme und damit auch Haushaltsprobleme hat, wodurch sie andererseits im Laufe der Zeit auch entsprechende Erfahrungen und Lösungsperspektiven im Umgang mit dieser Situation sammeln konnte. So ist Duisburg auch eine von drei Städten, die wegen ihres besonderen Ausbildungsnetzwerks für benachteiligte Jugendliche für das internationale OECD-Projekt "Successful Services for our Children and Families at Risk" ausgesucht wurden. (3396 Zeichen) Weitere Informationen: Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Dipl.-Ing. Heidrun Kunert-Schroth, Telefon: 030/39001-297 Verein Jugendberufshilfe, Werkstatt Youth Tec, Michael Lasser, Telefon: 0203/60986-210