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Difu-Berichte 4/2014 - Wohneigentum – eine Chance für Stadtentwicklung und Integration!

CoverWirkt sich Wohneigentumsbildung positiv auf Stadtentwicklung und Integration aus? Dieser Frage ging das Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) nach.

Umfang und Entwicklung von selbstgenutztem Wohneigentum Die Wohneigentumsquote in Deutschland liegt bei knapp 51 Prozent. Sie ist bei Menschen ohne Migrationshintergrund mit rund 55 Prozent deutlich höher als bei Personen mit Migrationshintergrund (rund 33 Prozent). Letztere haben in den vergangenen Jahren allerdings deutlich stärker Wohneigentum gebildet als Personen ohne Migrationshintergrund. Einige empirische Forschungs ergebnisse im Überblick:

  • Haushalte, in denen Menschen mit Migrationshintergrund leben, gibt es vorrangig in städtischen Regionen. Hier wird auch anteilig häufiger Wohneigentum gebildet als in Haushalten ohne Migranten. Kleine und mittlere Städte mit maximal 50 000 Einwohnern werden von Migranten als Wohnstandorte für die Wohneigentumsbildung bevorzugt.
  • Unter den nicht-deutschen Staatsangehörigen der „Gastarbeiter-Zuwanderungsgruppen“ haben Personen mit italienischem Pass die höchste Eigentumsquote. In Deutschland lebende Personen mit türkischem Pass stellen in absoluten Zahlen zwar die größte Gruppe unter den Menschen mit Migrationshintergrund, im Hinblick auf die Wohneigentumsbildung liegen sie jedoch im Mittelfeld.
  • Haushalte mit Migranten sind größer und die Bewohner jünger als in Haushalten ohne Migranten. Auch verfügen Erstere meist über ein geringeres Haushaltseinkommen.
  • Haushalte mit Migranten beanspruchen eine durchschnittlich geringere Wohnfläche pro Kopf als Haushalte ohne Migranten. Der Immobilienerwerb führt jedoch dazu, dass sich die Wohnfläche vergrößert.
  • Migranten erwerben ihr Wohneigentum häufiger in Gebieten mit einem höheren Anteil an ausländischer Bevölkerung. In Gebieten, in denen Personen ohne Migrationshintergrund Wohneigentum erwerben, leben vergleichsweise wenige Haushalte mit Migranten. Ein empirisch gestützter Rückschluss auf Intensität und Qualität der Kontakte innerhalb der Nachbarschaft lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Wohneigentumsbildung stabilisiert benachteiligte Quartiere Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass mit der Wohneigentumsbildung von Zuwanderern vielfältige Chancen für die Stadtentwicklung verbunden sind. Allerdings ist hierfür weniger ausschlaggebend, dass Personen mit Migrationshintergrund Wohneigentum bilden, als dass dieses in bestimmten Quartieren gebildet wird. Positive Wechselwirkungen zwischen Eigentumserwerb und Quartiersentwicklung sind vor allem in Quartieren festzustellen, die Entwicklungsbedarf haben, als benachteiligt eingestuft werden oder um eine Zukunftsperspektive ringen. Insbesondere in Programmgebieten der Sozialen Stadt und des Stadtumbaus wurde die Wohneigentumsbildung von Haushalten mit Migranten für eine positive Zukunftsentwicklung genutzt. Durch ein vielfältiges Angebot an Mehr- oder Einfamilienhäusern sowie durch den Mix aus Miete und Wohneigentum konnten das Wohnangebot und Wohnqualitäten im Quartier verbessert werden. Leerstände ließen sich abbauen, Sanierungsstaus teilweise aufheben, und bauliche Aufwertungen wurden vorgenommen.

Des Weiteren bietet die Wohneigentumsbildung der Migranten Chancen für die Integration – besonderes mit Blick auf die Verbesserung der Wohnverhältnisse bzw. individuelle Wohnsituationen. Diese mit Wohneigentum (sbildung) verbundenen Chancen für Stadtentwicklung und Integration werden in Städten und Gemeinden bislang allerdings zu wenig erkannt und genutzt. Dies sollte sich ändern! Die Ergebnisse der Untersuchung bekräftigen, dass die Chancen für Stadtentwicklung und Integration dann besonders groß sind, wenn Maßnahmen zur Unterstützung der Wohneigentumsbildung entwickelt werden, die an die Situation in dem jeweiligen Gebiet angepasst sind. Die in der Studie genannten Handlungsempfehlungen geben Tipps und weisen hierfür einen Weg.

Foto
Impressionen aus der Fallstudie
Fotos: Bettina Reimann

Eine Zusammenfassung der Egebnisse ist im Difu-Paper veröffentlicht, der komplette Endbericht steht online bereit.

Weitere Informationen: 

Dr. rer. soc Bettina Reimann
Telefon: 030/39001-191
E-Mail: reimann@difu.de

Bestellung: siehe Bestellschein

Endbericht online: http://bit.ly/1qq7GvD

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