Printexemplare bestellen

Warenkorb

Kontakt für Fragen zur Bestellung von Publikationen:

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

eBooks bestellen

Difu-Berichte 2/2013 - Nicht weniger unterwegs – sondern intelligenter?

Wie mit neuen Mobilitätskonzepten städtische Verkehrssysteme zukunftsfähig zu gestalten sind

Cover des HeftesIn aktuellen Diskussionen zur künftigen Mobilität in Städten und Regionen wird oft von einem "postfossilen Zeitalter" gesprochen. Darin wird Elektromobilität als ein Hoffnungsträger künftiger Verkehrssysteme gesehen. Erste empirische Befunde belegen die Veränderungen im Mobilitätsverhalten insbesondere junger Großstädter sowie die wachsende Beliebtheit neuer, informationsbasierter Mobilitätsangebote wie bspw. Fahrradverleihsysteme und stationsungebundenes Carsharing. Diese Entwicklungen deuten auf Chancen zu einer Veränderung alltäglicher Mobilität und zur Neuorganisation städtischer und regionaler Verkehrssysteme. Sie führen zu der Aussage, dass Menschen in Zukunft in den Städten nicht grundsätzlich anders unterwegs sein werden – dafür aber intelligenter.

Unter diesem Leitsatz erscheint in Kürze ein Sammelband mit Beiträgen von Autoren aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft, die vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen die vielfältigen und teilweise kontroversen Diskussionen aufgreifen. Die Fachleute stellen den aktuellen Forschungsstand dar, nehmen die Umsetzungsebene in den Blick – also die politische und praktische Ebene der Kommunen – und beleuchten mögliche Handlungsmöglichkeiten unter den gegebenen umwelt-, verkehrs- und sozialpolitischen Anforderungen.

Veränderte Rahmenbedingungen
Veränderte Rahmenbedingungen für Mobilität und Güterverkehr ergeben sich aus den Aufgaben des Klimaschutzes, der Klimafolgenbewältigung und der Gestaltung der Energiewende. Sie ergeben sich aus einer veränderten Verkehrsnachfrage aufgrund von demografischen Veränderungen, wie der quantitativen und altersstrukturellen Bevölkerungsentwicklung aber auch infolge des Trends in die Städte zu ziehen. Diese Entwicklungen vollziehen sich vor dem Hintergrund sinkender öffentlicher Investitionsmittel sowie der durch die "Schuldenbremse" eingeschränkten kommunalen Handlungsspielräume. Gleichzeitig besteht der politische Wille zur "postfossilen Gestaltung" der Verkehrssysteme, untermauert mit europäischen Vorgaben zur CO2-, Luftschadstoffund Lärmminderung im städtischen Verkehr.

Stadt- und Regionalverkehr im 21. Jahrhundert
Diese Rahmenbedingungen haben Auswirkungen auf die Gestaltung der Städte als Lebens- und Wirtschaftsorte. Die zu entwickelnden Lösungen müssen sich auf gesamte Städte und Regionen beziehen und spezifische lokale Anforderungen berücksichtigen. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von veränderten Ausgangsbedingungen und Voraussetzungen sowie neuen Zielen und innovativen Handlungsoptionen und -strategien.

Mobilität wie auch die Wahlmöglichkeiten in der Ausgestaltung des individuellen Mobilitätsverhaltens sind heute und auch künftig bestimmende Merkmale von Städten. Dabei gewinnen Intermodalität (Verkehrsmittelwechsel auf einzelnen Wegen) und Multimodalität (situationsspezifische Verkehrsmittelwahl) zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig erweitern neue technische Optionen (E-Fahrzeuge, informationsgestützte Organisation, Buchung, Abrechnung, etc.) in der Vernetzung mit neuen Mobilitätsangeboten (stationsungebundenes CarSharing, öffentliche Leihfahrräder) die Optionen der Verkehrsmittelwahl und werden erweitert durch Optionen des "Nutzen statt Besitzen" (Verkehrsmittelnutzung statt Verkehrsmittelbesitz).

Foto: Fahrradausleihe

Elektromobilität
Die Aspekte neuer Mobilitätskonzepte werden dabei umfangreich beleuchtet. Die veränderten Rahmenbedingungen leiten über zu Entwicklungssträngen, Voraussetzungen und Implikationen des Elektroverkehrs. Neben der verkehrspolitischen Sicht des Bundes und der kommunalen Perspektive sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere bei der Errichtung einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur, werden in einer "Standortbestimmung" zur Elektromobilität in Städten und Gemeinden die Anforderungen einer postfossilen Stadtentwicklung erörtert und die Probleme sowie die Handlungsspielräume bei der Umsetzung der Elektromobilität in den Kommunen beleuchtet. Weiterhin wird die Rolle der Stadtwerke beim Aufbau der Elektromobilität reflektiert. Neben der bundes- und kommunalpolitischen Sicht sowie wissenschaftlichen und rechtlichen Bewertungen werden Erfahrungen aus Modellprojekten vorgestellt.

Neue Mobilitätskonzepte und Nachfrageorientierung
Ohne eine hinreichende Nutzerakzeptanz werden sich neue Mobilitätskonzepte nicht durchsetzen können. Daher gehen verschiedene Autoren aus Wissenschaft und Praxis der Frage nach, wie die Nachfrage nach neuen Mobilitätsangeboten gemessen und beeinflusst werden kann, wie geeignete Verkehrsangebote zur Förderung von multiund intermodalem Verkehrsverhalten zu schaffen sind und welche Handlungsmöglichkeiten die Kommunen dabei haben. Am Beispiel der Städte Zürich und Berlin wird die Bedeutung von Mobilitätsstrategien und integrierten räumlichen Handlungskonzepten verdeutlicht. Wie Carsharing in kommunalen Mobilitätsstrategien zu einem integralen Bestandteil eines kommunalen Verkehrskonzepts werden kann und welche Rolle rechtliche Voraussetzungen und technische Lösungen dabei spielen, wird ebenso erörtert wie Fragen der Voraussetzungen und des Einsatzes von Pedelecs mit möglichen Effekten auf den Pendlerverkehr. Auch der eher stiefmütterlich behandelte Güter- und Wirtschaftsverkehr liefert Optionen zu innovativen Mobilitätskonzepten, die vor allem im Bereich der City-Logistik sowie durch den Einsatz von E-Fahrzeugen auf der "letzten Meile" zu suchen sind.

Neue Mobilitätskonzepte und veränderte Verhaltenstendenzen
Technische Innovationen und neue Mobilitätsangebote führen nur dann zu einer nachhaltigen Umgestaltung städtischer Verkehrssysteme, wenn sie durch verändertes Verkehrsverhalten und neue Verhaltenspräferenzen breit gestützt werden. Auf Grundlage wissenschaftlicher Studien, die einen Rückgang des Autobesitzes bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und veränderte Konsumausgaben belegen, werden die Grenzen und Instabilitäten dieser Verhaltenstendenzen vor dem Hintergrund von Angebot und Nachfrage sowie der Chancen und Ausprägungen von Inter- und Multimodalität diskutiert. Dabei zeigt sich, dass die Wahlmöglichkeiten verschiedener Verkehrsmittelangebote von den Nutzern breiter reflektiert werden als in der Verkehrsverhaltensforschung lange Zeit angenommen. In Städten finden sich daher besonders förderliche Ausgangssituationen.

Mit mehr Mut in die Zukunft
Schließlich werden in dem Band die Notwendigkeit von Innovationen und der Aufbruch zu einer neuen Mobilitätskultur postuliert. Dabei werden "systemhafte" Gestaltungsprinzipien und Handlungsansätze gefordert. Zusätzlich müssen für eine Transformation des Verkehrssystems Pfadabhängigkeiten überprüft und gleichzeitig Pfadlogiken berücksichtigt werden. Abschließend appellieren die Autoren dafür, dass durch mutiges Voranschreiten eine grundlegende Umgestaltung der Verkehrssysteme möglich ist. Die Flexibilität und Vernetzung IKT-gestützter Verkehrsmittel ließe dann in Zukunft die Bürger, Besucher und Transporteure tatsächlich intelligenter unterwegs sein.

An dem in der Reihe "Edition Difu" im Sommer 2013 erscheinenden Sammelband haben viele namhafte Autoren aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, aus verschiedenen Kommunen aus unterschiedlichen Universitäten sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen mitgewirkt.

Weitere Informationen: 

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann
Telefon: 030/39001-214
E-Mail: beckmann@difu.de

Dipl.-Geogr. Anne Klein-Hitpaß
Telefon: 030/39001-204
E-Mail: klein-hitpass@difu.de

Bestellung: siehe Bestellschein

[zurück | Übersicht | weiter]