Printexemplare bestellen

Warenkorb

Kontakt für Fragen zur Bestellung von Publikationen:

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

eBooks bestellen

Difu-Berichte 4/2010 - Autobahnnähe und Szenekneipen – Standortfaktoren im Wandel

Neuerrichtungen, Verlagerungen, Schließungen: Unternehmerische Standortentscheidungen haben großen Einfluss auf die Entwicklung von Städten und Regionen, mit Wirkungen auf Beschäftigtenzahlen, Steuereinnahmen oder Bodenpreise. Hinzu kommen Konsequenzen für die baulich-räumliche Gestalt der Stadt, etwa für Flächennutzung, Infrastruktur und Stadtbild. Auch haben Standortentscheidungen Auswirkungen auf Innovationspotenziale, Selbstverständnis und das Image einer Stadt oder Region. Entsprechend groß ist das Interesse an (kommunal-) politischer Handlungsorientierung und wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn.

Die Prozesse der unternehmerischen Standortwahl sind trotz aller theoretischen Auseinandersetzungen und zahlreicher- empirischer Studien längst nicht abschliessend geklärt. Fortlaufende, tief greifende und komplexe Veränderungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werfen immer wieder neue Fragen bezüglich der Bedeutung von Standortfaktoren auf. Dabei spielen Prozesse der Globalisierung, des wirtschaftlichen Strukturwandels und des demographischen Wandels eine wichtige Rolle.

Die Beschreibung und Bewertung von Standortfaktoren sind ein wichtiges Element zur Operationalisierung der unternehmerischen Standortwahl. Standortfaktoren spielen daher in der theoretischen Auseinandersetzung und der empirischen Forschung eine zentrale Rolle. Was Standortfaktoren sind, scheint auf den ersten Blick klar, da fast jede raumdifferenzierende Eigenschaft Standortfaktor sein kann. Weniger klar ist der Umgang mit der daraus resultierenden unübersichtlichen Zahl an Faktoren – denn der Grundstückspreiskann ebenso ein Standortfaktor sein wie die Autobahn-Anbindung, das Wohnumfeld, das Vorhandensein von Szenekneipen oder ein subjektiv empfunden inspirierendes Klima.

In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Studien zur unternehmerischen Standortwahl, in denen Standortfaktoren einen zentralen Untersuchungsgegenstand darstellen. Der Fokus liegt dabei meist auf bestimmten Städten oder Regionen, einzelnen Branchen oder Unternehmenstypen und notwendigerweise auf einer Auswahl von Standortfaktoren. Die Studien werfen damit einzelne Schlaglichter auf spezifische Situationen.

Gerade weil Studienergebnisse und Thesen zur unternehmerischen Standortwahl oft in kommunale und regionale Entwicklungskonzepte einfließen, stellt sich angesichts der Vielzahl und Wandelbarkeit von Standortfaktoren die Frage: Können Ergebnisse einzelner Studien übertragen werden, um zu übergreifenden Schlüssen zu kommen?

Im Mittelpunkt des neuen Difu-Impulse-Bandes "Standortfaktoren im Wandel? Erkenntnisse aus der Forschung zu Standortfaktoren und Standortwahl" steht die Analyse aktueller Ergebnisse der Standortfaktoren- Forschung vor dem Hintergrund der thematischen Komplexität und wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen. Die Standortfaktoren kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Standortfaktoren, die für die unternehmerische Standortwahl auf kleinräumiger lokaler bis regionaler Ebene eine Rolle spielen, standen im Fokus. Den Impulseband verfasste eine ehemalige Difu-Mitarbeiterin.

Mit einer Gegenüberstellung von Ergebnissen wird geprüft, inwiefern studienübergreifende Erkenntnisse zu einzelnen Branchen und Unternehmenstypen möglich sind, darunter Unternehmen aus dem Dienstleistungs-, Kreativ- und Logistik-Bereich. Ebenso werden in der Literatur und in räumlichen Entwicklungskonzepten der letzten Jahre anzutreffende Erwartungen zur künftigen Entwicklung der  unternehmerischen Standortwahl zusammengetragen, beispielsweise zur Bedeutung weicher  Standortfaktoren, und vor dem Hintergrund der Studien hinterfragt.

Es zeigt sich ein differenziertes Bild, aus dem sich einige Einschätzungen und Tendenzen ableiten lassen. Gleichzeitig werden die Grenzen der Standortfaktorenforschung deutlich, nicht zuletzt, weil nötige Anpassungen und Verfeinerungen von Theorien und Untersuchungsmethoden zur unternehmerischen Standortwahl an die sich wandelnden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen noch weitgehend ausstehen.

Mit Blick auf diese Notwendigkeit zur Weiterentwicklung von Methoden und Theorien fordert der Band einen offenen Umgang mit den derzeitigen Grenzen der Erforschung von Standortwahl und Standortfaktoren ebenso ein wie eine Anpassung der oft hohen Erwartungen an die Möglichkeiten und Grenzen der Standortfaktoren-Forschung.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Josiane Meier
Telefon: 030/31428109, E-Mail: j.meier@isr.tu-berlin.de

Dr. rer. pol. Busso Grabow
Telefon: 030/39001-248, E-Mail: grabow@difu.de

Bestellschein

[vorhergehender Artikel | nächster Artikel]