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Difu-Berichte 3/2010 - Aktivierung von Genossenschaftspotenzialen

Evaluierung der Empfehlungen der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften

Wohnungsgenossenschaften sind wichtige Partner der Kommunen bei der Bewältigung von Aufgaben im stadtentwicklungs-, wohnungs- und sozialpolitischen Themenspektrum. Sie sind aber auch sehr von kommunalpolitischen Entscheidungen abhängig, die unmittelbaren Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit ausüben können. Beide Seiten sehen daher eine Intensivierung der Zusammenarbeit als notwendig an. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse zweier Befragungen, die das Difu im Rahmen eines Forschungsvorhabens im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) durchgeführt hat.

Unter der Überschrift "Aktivierung von Genossenschaftspotenzialen" widmete das BMVBS in den vergangenen Jahren dem genossenschaftlichen Wohnen und seinen Wirkungen auf gesellschaftliche, wohnungswirtschaftliche und stadtentwicklungspolitische Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit. Zu diesen Aktivitäten ist maßgeblich die Arbeit der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften zu zählen, die eine Bestandsaufnahme des genossenschaftlichen Wohnens in Deutschland vornahm und wichtige Handlungsfelder wie die Mitgliederentwicklung, die Bestandspflege und die Finanzstruktur analysierte. 2004 legte sie ihren Abschlussbericht vor, der auch eine Vielzahl von Empfehlungen an die Wohnungsgenossenschaften, an die wohnungswirtschaftlichen Verbände sowie an die Politik enthält.

Den Schwerpunkt des Forschungsvorhabens, mit dem das Difu 2008 beauftragt wurde, bildete die Evaluierung dieser Empfehlungen. Gemeinsam mit Prof. Stephan Beetz (Hochschule Mittweida) wurde untersucht, welche Wirkungen die Expertenkommission und weitere Aktivitäten des Bundes auf die Stärkung und Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Wohnens hatten und inwieweit dadurch die öffentliche  Wahrnehmung der Leistungen von Wohnungsgenossenschaften verbessert wurde. Einen der  Untersuchungsschwerpunkte bildete dabei die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Wohnungsgenossenschaften.

In den meisten Städten Deutschlands sind Wohnungsgenossenschaften wichtige Wohnungsmarktakteure. Durch ähnliche Zielsetzungen und Interessenlagen gibt es viele Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit mit Kommunen. Die Expertenkommission arbeitete in ihrem Bericht die Potenziale für eine Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Wohnungsgenossenschaften in zentralen Handlungsfeldern heraus. Die Ergebnisse der Befragung der Genossenschaften und der Difu-Kommunalbefragung 2008 zeigen übereinstimmend, dass seitens der Kommunen die Potenziale der Genossenschaften für die Stadtentwicklung gesehen werden und bei Genossenschaften die Bereitschaft besteht, sich über die Entwicklung der eigenen Bestände hinaus "im Quartier" zu engagieren, jedoch regional unterschiedlich ausgeprägt.

Die Zusammenarbeit erfolgt meist themenbezogen, seltener strategisch-konzeptionell. Wichtigste Themen für eine Kooperation sind in den neuen Ländern der Stadtumbau, in den alten die soziale Wohnraumversorgung und lageübergreifend die Quartiersentwicklung. Defizite zeigen sich bei der Einbindung von Wohnungsgenossenschaften in die kommunale Planungspraxis. Die Einschätzungen zu Potenzialen und Grenzen der Zusammenarbeit zeichnen ein heterogenes Bild, das von den allgemeinen Wohnungsmarktverhältnissen, dem Marktanteil der Wohnungsgenossenschaften und konkreten Erfahrungen auf Akteursebene beeinflusst ist. Insgesamt ist ein wachsendes Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit feststellbar. Dieses Interesse schließt – unter Beachtung des genossenschaftlichen Prinzips der Mitgliederförderung – die Mitwirkung an der Erstellung integrierter Stadtentwicklungskonzepte und der Umsetzung von Maßnahmen beim Stadtumbau und der Quartiersentwicklung ein. Es bezieht sich auch auf die soziale Wohnraumförderung und Vereinbarungen zu Belegungsrechten sowie die Integration von Zuwanderern. Der Evaluierungsbericht, der in Kürze als BBSR-Online-Publikation erscheinen wird, kommt zu dem Schluss, dass der Kooperation von Wohnungsgenossenschaften und Kommunen angesichts der vielfältigen Potenziale künftig noch größere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.

 

Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Gregor Jekel
Telefon: 030/39001-135/190
E-Mail: jekel@difu.de

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