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Difu-Berichte 1/2000 - Ideenwettbewerb des Bundesforschungsministeriums: "Stadt 2030"

Ideenwettbewerb Stadt 2030

 





    

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt, im Rahmen des geplanten Forschungsprogramms "Bauen und Wohnen" den Ideenwettbewerb "Stadt 2030" auszuschreiben.

Mit diesem Wettbewerb werden die deutschen Kommunen eingeladen, in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen Zukunftskonzeptionen und Leitbilder für ihre Stadt und Region zu formulieren, deren Perspektive über drei Jahrzehnte reicht. Diese Konzeptionen sollen visionären Charakter aufweisen und auch als Zielsysteme und Bewertungsrahmen für aktuelle politische Entscheidungen und Einzelplanungen dienen. Zu zeichnen ist ein Zukunftsbild der jeweiligen Stadt, nach dem die planerischen Schritte und politischen Verfahren bestimmt werden können, die zur Erreichung dieser Zukunft erforderlich erscheinen.

Die Städte und Gemeinden, die die überzeugensten Szenarien vorlegen, erhalten die Chance, ihre Konzeptionen durch Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auszuarbeiten und die Umsetzung zu erproben. Die Endergebnisse werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung publiziert und in den prämierten Städten einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Gründe für diesen Wettbewerb liegen zum einen in einem sich zur Zeit wieder wandelnden Planungsverständnis, zum anderen in Defiziten der Stadtforschung. Nach dem Planungsoptimismus von Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre war die deutsche Stadtentwicklung eher von einer "Stepby-Step"-Planung geprägt, die auf umfassende Zukunftsvorstellungen zu verzichten suchte. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass diese Praxis der Stadtentwicklung, die sich in Einzelprojekte aufzulösen droht, eine ganzheitliche Sicht auf die Siedlungs- und Stadtentwicklung verliert. Dennoch sind Leitideen wirksam, die jedoch nicht mehr explizit artikuliert und damit auch nicht politisch verhandelt werden. Einzelne Fachressorts sind wegen des Defizits an übergeordneten Zielformulierungen häufig nicht mehr integrierbar und entwickeln zum Teil unabhängig voneinander, zum Teil auch gegeneinander partielle Leitvorstellungen als Grundlagen ihrer Planung. Daher ist das Verständnis für die Nützlichkeit umfassender Zukunftskonzeptionen wieder gewachsen, vorausgesetzt, sie sind von einem umfassenden öffentlichen Diskurs und politischer Willensbildung getragen.

Das Gleiche gilt für weite Bereiche der Stadtforschung, die sich in eine kaum noch überschaubare Vielfalt untereinander wenig verbundener, zum Teil hochspezialisierter Forschungsfelder, Themen und Projekte mit kleinteiligen Umsetzungen aufgelöst hat. Die künftige Stadtforschung kann jedoch nur dann tragfähige Antworten zur Lösung drängender Zukunftsfragen liefern, wenn es gelingt, theoretische Ausgangspositionen, methodische Zugänge und Anwendungsfelder wieder stärker unter zentralen Leitvorstellungen einer zukünftigen Stadtentwicklung zu integrieren.

Daher werden die Kommunen mit dem Ideenwettbewerb "Stadt 2030" aufgefordert, isolierte Ressortplanungen unter ganzheitlichen Zukunftsperspektiven oder Leitbildern zusammenzuführen und zu bündeln sowie politische Prozesse zu skizzieren, die für die Umsetzung derartiger Leitbilder erforderlich erscheinen und sie in einer politischen Willensbildung der Kommune verankern.

 


Text der Ausschreibung
und weitere Informationen
zum Ideenwettbewerb
"Stadt 2030" auch unter:


E-Mail:
stadt 2030@difu.de

Internet: http://www.stadt2030.de

    

In einer späteren Auswertung der Wettbewerbsbeiträge soll versucht werden, den Forschungs- und Informationsbedarf zu bestimmen, der zur Realisierung der jeweiligen Leitbilder erforderlich erscheint.

Zur Teilnahme sind alle deutschen Städte, Gemeinden und Stadt-Umland-Verbände mit mehr als 20 000 Einwohnern in Kooperation mit qualifizierten wissenschaftlichen Instituten oder Planungsbüros eingeladen.

Das Ende der Ausschreibungsfrist für den Ideenwettbewerb"Stadt 2030" ist der 16. Juli 2000. Bewerbungsunterlagen (Text der Ausschreibung mit inhaltlichen Erläuterungen usw.) können unter der folgenden Adresse angefordert werden:

TÜV Energie und Umwelt GmbH,
Projekträger MVBW
51101 Köln

Telefon: 0221/806-24 90
Telefax: 0221/806 27 12