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Difu-Berichte 3/1999 - Energie- Tische zum Klimaschutz

  Energie-Tische zum Klimaschutz

Erfolg durch Zusammenarbeit
    

Energie-Tische waren das Hauptinstrument der "Bundesweiten Kampagne zur freiwilligen CO
2 -Vermeidung bei Kommunen und Verbrauchern", die vom Deutschen Institut für Urbanistik gemeinsam mit dem Institut für Organisationskommunikation in insgesamt 23 Modellkommunen durchgeführt wurde. Das methodische Vorgehen ist beim Energie-Tisch ähnlich wie beim "Runden Tisch”. Im Gegensatz zum Runden Tisch stehen jedoch nicht gemeinsame Diskussion und Beratung im Vordergrund, sondern die Entwicklung von Projekten. Energie-Tische eignen sich daher gut, um zu einem konkreten Praxisproblem bereits aktive, aber auch potentiell aktive Bürgerinnen und Bürger als engagierte Privatpersonen oder als Vertreter von Organisationen, Verbänden und Unternehmen zusammenzubringen. Diese Personen entwickeln am Energie-Tisch eigenverantwortlich Projekte zur CO
2 -Minderung in ihrer Stadt, die sie selbst vor Ort umsetzen.

Um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen, wird das Gesamtspektrum der Klimaschutzthemen möglichst auf einen Bereich mit hohem CO
2 -Minderungspotential eingeengt. Daher wurden die meisten Energie-Tische zum Thema "Energiesparen im Gebäudebestand" durchgeführt. Außerdem sollen bestimmte Akteure (z. B. Gewerbebetriebe, Hausbesitzer) gezielt in die Diskussion um Klimaschutz und Energieeinsparung einbezogen werden.

Zentrales Element des Energie-Tischs sind seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Zusammensetzung dieses Teilnehmerkreises ist eine erste entscheidende Voraussetzung für die Arbeitsfähigkeit des Energie-Tischs. Es gilt, die - entsprechend des gewählten Themas - umsetzungsrelevanten Entscheider, Betroffenen und Multiplikatoren für die angestrebten Projekte zusammenzubringen.

Der Ablauf eines Energie-Tischs ist in der Abbildung (siehe rechts) dargestellt. Erfahrungsgemäß findet die Abschlußveranstaltung etwa ein Jahr nach der öffentlichen Auftaktveranstaltung statt. Dazwischen liegen sechs Plenumssitzungen und mehrere Projektgruppentreffen. In den Projektgruppen wirda die Detailarbeit für die Entwicklung der Projekte geleistet, die dann in den Plenumssitzungen mit allen Energie-Tisch- Teilnehmerinnen und -Teilnehmern diskutiert und abgestimmt wird. Es ist sinnvoll, daß sowohl die Auftakt- und Abschlußveranstaltung als auch die Plenumssitzungen von einem externen Moderator geleitet werden. Eine fachliche Unterstützung hilft den Mitarbeitenden, gezielt auf spezifisch aufbereitete Fachinformationen zuzugreifen.


Themen der an Energie-Tischen entwickelten Projekte

Energie-Tisch in ... Projekte zum Thema ...
Kreis Amberg- Sulzbach, Barsinghausen, Bensheim, Bocholt, Frankfurt am Main, Halle/ Saale, Heidelberg, Kreis HersfeldRotenburg, Koblenz, Lübeck- Travemünde, Nürnberg, Offenburg, Potsdam, Wiesbaden Sanieren im Gebäudebestand
Dessau, Halle/ Saale, Stuttgart, Leipzig, Wiesbaden Energiesparen in Haushalten
Arnsberg, Speyer Energiesparen in Industrie und Gewerbe
Kreis Amberg- Sulzbach, Barsinghausen, Frankfurt am Main, Ludwigshafen Energiesparen in öffentlichen Gebäuden
Berlin- Hohenschönhausen, Berlin- Tiergarten, Sulzbach/ Taunus CO
2 -Minderung im Bereich Verkehr

Weitere Informationen:



Dr. Annett Fischer
Telefon: 030/ 39001- 110
e-mail:
fischer@difu.de



Dipl.-Min. Dagmar Hänisch
Telefon: 030/ 39001- 157
e-mail:
haenisch@difu.de

Zum Arbeitsauftrag des Energie-Tischs gehört nicht nur die Entwicklung des gemeinsamen Projekts, sondern ebenfalls dessen Umsetzung - auch über die Zeit der Energie-Tisch- Phase hinaus. In verschiedenen Städten wurden beispielsweise Vereine gegründet oder Beratungseinrichtungen geschaffen, die die Arbeit der Energie-Tische fortsetzen.

An den Energie-Tischen wird in relativ kurzer Zeit sehr viel geleistet. Der Erfolg oder Mißerfolg eines Energie-Tischs läßt sich jedoch schwer errechnen (z. B. in eingesparten Tonnen CO
2 ). Einerseits liegt der Schwerpunkt der entwickelten Projekte im Bereich der Beratung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Andererseits befinden sich Projekte z. B. zur Sanierung von Gebäuden noch in der Umsetzung, so daß bisher zwar vorausberechnete, aber noch keine tatsächlich erreichten Einsparungen zu beziffern sind. Der eigentliche Nutzen dieses Instruments ist eher darin zu sehen, daß es dabei gelingt, verschiedene Akteure und Träger in die Bestrebungen einer Stadt zum Klimaschutz, einzubinden. Auf diese Weise können mehr Akzeptanz für politische Entscheidungen der Stadt erreicht und Handlungs- und Entschei dungsspielräume eruiert werden. Durch die Beteiligung und Kooperation unterschiedlicher Akteure und somit auch unterschiedlichster Kompetenzen können sehr komplexe reale Entscheidungssituationen bewältigt werden. Darüber hinaus hat die Einrichtung eines Energie-Tischs in verschiedenen Städten Diskussionsprozesse zum Thema selbst, aber auch zum vielschichtigen Thema der Lokalen Agenda 21 belebt. Obwohl Energie-Tische einen eher indirekten Beitrag leisten, stellen sie einen wichtigen Baustein für ein gesamtstädtisches Klimaschutzkonzept dar, welches auf langfristige Erfolge zielt.

Die neu erschienene Difu-Publikation "Energie-Tische zum Klimaschutz. Erfolg durch Zusammenarbeit" beschreibt die Planung, Organisation und Durchführung von Energie-Tischen. Darüber hinaus wird ein Überblick gegeben über die Handlungs- und Umsetzungsmöglichkeiten der an Energie-Tischen bearbeiteten Themen. Außerdem stellt sie eine Vielzahl der bereits entwickelten Projekte vor. Schlußfolgernd aus der Auswertung werden Erfolgsfaktoren von Energie-Tischen beschrieben.






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