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Difu-Berichte 1/2017 - Monitor Nachhaltige Kommune: Baukasten für Kommunen

Bertelsmann Stiftung und Difu stellen als Ergebnis eines Pilotvorhabens ein neues Instrument für ein bundesweites Monitoring nachhaltiger Entwicklung auf kommunaler Ebene vor.

Cover der Publikation Die Herausforderungen, denen sich deutsche Kommunen zu stellen haben, sind hoch komplex und im ständigen Wandel. Sie erfordern umfassende Konzepte, die auf dauerhafte – nachhaltige – Entwicklung angelegt sind. Entsprechend machen immer mehr Kommunen Nachhaltigkeit zu einer wichtigen Handlungsmaxime, aber nur wenige richten bislang ihr Nachhaltigkeitsmanagement wirkungsorientiert aus und nutzen dafür systematisch Indikatoren und Kennzahlen. An dieser Stelle setzt der Monitor Nachhaltige Kommune an, zunächst mit einem Pilotprojekt, das das Difu im Auftrag und gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung bearbeitet hat. Der Monitor zielt darauf ab, den Stand der nachhaltigen Entwicklung in deutschen Kommunen transparent zu machen und die Entwicklung eines wirkungsorientierten Nachhaltigkeitsmanagements zu unterstützen. Dazu wurde im Pilotprojekt eine Befragung zum kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement durchgeführt und es wurde ein Indikatorenkatalog im "Baukasten-Prinzip" entwickelt.

Die Befragung richtete sich an die Verwaltungschefs/- innen aller deutschen Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern; 519 haben sich beteiligt. Erfreulich ist, dass Nachhaltige Entwicklung für die befragten Kommunen einen hohen Stellenwert einnimmt: Fast 90 Prozent gaben an, dass das Thema für sie sehr wichtig oder wichtig sei. Einzelne Nachhaltigkeitsthemen stehen derzeit hoch im Kurs, etwa Haushaltsführung, Bildung, Wohnen sowie Klima und Energie. Hingegen haben insbesondere das Engagement für Armut, Sicherheit und die "Eine-Welt" eher nachrangige Bedeutung. Etwa ein Drittel hatte zum Befragungszeitpunkt eine für Nachhaltigkeitsfragen zuständige Stelle auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen eingerichtet. Gefragt nach den Voraussetzungen für erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement wurde die "Chefsache" am wichtigsten (knapp 70 Prozent) eingestuft, aber auch das Engagement anderer Verwaltungsangehöriger und Rückhalt in der Politik sind nach Ansicht der Befragten weitere wichtige Erfolgsfaktoren. Schließlich kommen bei fast zwei Dritteln der befragten Kommunen Indikatoren bislang nicht zum Einsatz; nur knapp 6 Prozent verwenden ein umfassendes Indikatorensystem und evaluieren ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten damit ganzheitlich.

Diese wesentliche Lücke im kommunalen Nachhaltigkeitsmanagement soll der Monitor Nachhaltige Kommune mit dem zweiten Kernstück, dem Indikatorenkatalog, füllen. Ziele bei seiner Entwicklung waren insbesondere: Anschlussfähigkeit an schon vorliegende Indikatorensysteme und Orientierung am Bedarf von Kommunen. Viele Quellen auf diversen Ebenen – von Kommunen bis zur EU – wurden dazu gesichtet. Durch die partizipative Weiterentwicklung in begleitenden Projektgremien und durch eine umfassende Bewertung der Indikatoren entstanden im Ergebnis insgesamt 125 Indikatoren, die vier Nachhaltigkeitsdimensionen, untergeordneten Themen und zugehörigen Zielen kommunaler Entwicklung zugeordnet sind. Den Kommunen werden davon 37 "Kernindikatoren" und 57 "perspektivische Kernindikatoren" (d.h. von hoher Qualität, aber noch ohne flächendeckende Datenverfügbarkeit) empfohlen. Um unterschiedliche Zugänge zu den Indikatoren zu ermöglichen, wurden diese schließlich auch den Sustainable Development Goals (SDGs), dem Integrierten Produktrahmen, zielgruppenspezifischen Querschnittsthemen und übergreifenden Nachhaltigkeitsagenden zugeordnet. Im Monitorbericht 2016 finden sich zudem statistische Zusammenhangsanalysen und Einzelauswertungen zu den Kernindikatoren sowie gute Beispiele aus der Praxis.