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Difu-Berichte 3/2015 - Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Kinder- und Jugendhilfe

Erfahrungswerte, Praxisbeispiele, neue Herausforderungen und Chancen

Cover der PublikationAufgrund der sehr hohen Nachfrage bot die Arbeitsgruppe Jugendhilfe im Difu gleich zweimal die Tagung „Angekommen in Deutschland. Und nun? Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Kinder- und Jugendhilfe“ an. Die Tagungen fanden im April und Juni im Centre Francais in Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag statt. Über 400 Fachkräfte aus allen Bundesländern diskutierten fachpolitische Fragen, insbesondere auch die geplante Gesetzesänderung im Hinblick auf eine bundesweite Umverteilung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in andere Bundesländer und Kommunen.

Tagungsdokumentation erschienen
Neben grundsätzlichen Erläuterungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu den Eckpunkten des Gesetzentwurfs zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher wurden die rechtlichen Grundlagen der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“ durch Ursula Gräfin Praschma, Abteilungspräsidentin Grundlagen des Asylverfahrens, Sicherheit des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg, vorgestellt. Sie sprach über Richtlinien und Internationale Abkommen zum Schutz Minderjähriger, die Definition „Unbegleitete Minderjährige“ sowie über Aufnahme, Asylverfahren und Aufenthalt bei „Unbegleiteten Minderjährigen“. Insbesondere der Ablauf und die Zuständigkeiten dieser sehr komplexen und juristischen Thematik stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse. Ein hoher Wissens- und Austauschbedarf unter den Fachkräften sowie das Bedürfnis nach einer engeren und künftig auch erforderlichen Abstimmung mit dem Bundesamt war deutlich erkennbar.

Die Dokumentation bündelt aber bisher vorliegende Erfahrungen einzelner Kommunen bei der Aufnahme und Integration von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, beinhaltet Konzepte und Lösungsmodelle, beschreibt aber auch Probleme und neue Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe. Langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet gibt es z.B. im Jugendprojekt ALREJU – Stationäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Diakonisches Werk Oderland-Spree, Fürstenwalde. In über 20 Jahren wurden dort etwa 2.000 Kinder und Jugendliche aus 58 Ländern kurzfristig oder auch über Jahre betreut. Jugendliche aus dem Projekt sprachen zu Tagungsbeginn sehr bewegend über ihren Weg nach Deutschland, ihre ersten Erfahrungen hier und ihre Wünsche für die Zukunft.

Beim Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen waren die Themen Inobhutname, Clearing und Altersfeststellung sowie Anschlusshilfen besonders nachgefragt. Es wurde auch über die Gestaltung von Vormundschaften (Sicherung des Rechtsbeistands für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), Krankheit bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sowie Umgang mit Traumata, Alltagsbildung für junge Flüchtlinge (Möglichkeiten einer integrationsfördernden Erziehung) sowie über „Anschlusshilfen“ diskutiert. Über Bildungschancen und Bildungsmöglichkeiten für Flüchtlingskinder referierte Michael Stenger, Vorstandsvorsitzender und ehemaliger Schulleiter der SchlaU-Schule in München, der diese exemplarisch vorstellte. Sie vermittelt minderjährigen Flüchtlingen nicht nur Deutsch und sprachsensiblen Fachunterricht, auch Werte und Normen sind Thema.

Dr. Andreas Dexheimer, Geschäftsstellenleiter, Diakonie-Jugendhilfe Oberbayern, München, machte in seinem Vortrag deutlich, dass begleitete und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einfach nur junge Menschen sind, die nach Zugehörigkeit, Geborgenheit und Anerkennung suchen und lernen, spielen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchten. Im Vordergrund muss neben „Bedürfnisbefriedigung“ die Verwirklichung von Kinderrechten und das Recht auf Förderung ihrer Entwicklung und auf Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten stehen. Dies erfordert von den Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe ein spezifisches Wissen und Können, wie z.B. interkulturelle Sensibilität und Kompetenz, Wissen über die Herkunftsländer, Fluchtgründe und Fluchtwege, Sicherheit im Umgang und in der Vermittlung der „eigenen“ Kultur sowie Kenntnisse im Asyl- und Ausländerrecht. Die Dokumentation soll die Fachkräfte hierbei unterstützen.

Foto
Jugendliche aus dem Projekt ALREJU mit Detlef Schlingelhof, Heimleiter
Foto: Rita Rabe

Weitere Informationen: 

Dipl.-Soz. Kerstin Landua
AG Fachtagungen
Jugendhilfe im Difu
Telefon: 030/39001-135
E-Mail: landua@difu.de

http://www.fachtagungen-jugendhilfe.de/

Bestellung: siehe Bestellschein

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