Szenarien und Potenziale einer nachhaltig flächensparenden und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung

Themenfelder 
Bereich 
Stadtentwicklung, Recht und Soziales
Bearbeiter 
Dipl-Ing. Christa Böhme, Apel (Projektltg.), Preisler-Holl, Meyer
Laufzeit 
1998 bis 2000
Jahresbericht 
2000
Statut 
abgeschlossen

Die räumliche Entwicklung ist wesentlich durch anhaltenden Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke, Auflösung und funktionale Entmischung bisher noch kompakter Stadtstrukturen, Verkehrswachstum und damit verbundene Schadstoffbelastungen von Luft, Boden und Wasser, Verluste an Kulturlandschaft, Verluste an Tier und Pflanzenarten sowie Veränderungen des globalen und lokalen Klimas geprägt.

In der Untersuchung wurden zunächst Indikatoren einer nachhaltig flächensparenden und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung identifiziert und die divergierenden Stadtmodelle Kompakte Stadt" und Netz-Stadt" diskutiert. Anhand von zwei Fallstudien (Stadt und Region Cottbus und Hannover) wurden dann Szenarien und Potenziale der Siedlungsentwicklung aufgezeigt. Einen weiteren Schwerpunkt des Projekts bildete die Darlegung der wichtigsten Strategien einer flächensparenden Siedlungsentwicklung sowie die Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung von Steuerungs- und Lenkungsinstrumenten bzw. von Rahmenbedingungen, die eine flächensparende und landschaftsschonende Siedlungsentwicklung positiv beeinflussen können. Neben den zwei Fallstudien wurden vorbildliche Konzepte und Strategien in verschiedenen Staaten (Dänemark, Deutschland, Niederlande, Schweiz) zu einer flächensparenden und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung dokumentiert und ausgewertet.

Wesentliches Ziel und zugleich wesentliche Kontrollgröße für eine nachhaltige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung ist eine drastische Senkung der jährlich neu entstehenden Siedlungs- und Verkehrsfläche. Das Projekt kommt zu dem Ergebnis, dass es gute Chancen für eine Trendumkehr beim Flächenverbrauch gibt. Erstens sind wesentliche Ursachen vorherrschender Trends hausgemacht", das heißt, durch politisch gesetzte Rahmenbedingungen auf staatlicher Ebene (Steuerpolitik, Wirtschaftsförderung, Wohnungspolitik, Verkehrspolitik u.a.) beeinflusst, die sich auch wieder verändern lassen. Zweitens hat es in den Städten (nicht nur in den ostdeutschen, auch in vielen westdeutschen) noch nie so viele Brachflächen (ehemalige Industrie-, Militär- und Verkehrsflächen) wie derzeit gegeben. Das heißt, es besteht in der Regel ein erhebliches Potenzial für Stadtinnenentwicklung, was zur Verringerung zusätzlichen Siedlungsflächenbedarfs im Außenbereich führen kann.

In dem Forschungsvorhaben wurde unter den Bedingungen des Effizienz-Szenarios (Reform von raumrelevanten Rahmenbedingungen, die zu einer Mobilisierung von Entwicklungsreserven innerhalb der Städte und Gemeinden sowie zu einem deutlichen Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung und der Bevorzugung der Öko-Mobilität ­ Geh- und Radverkehr, ÖPNV ­ vor dem MIV führt) festgestellt, dass in der Stadt und Region Cottbus in der Regel keine zusätzliche Siedlungsfläche benötigt wird, in der Stadt und Region Hannover Stadtentwicklung etwa zu zwei Drittel auf Bestandspotenzialen stattfinden kann. Bei einer weitergehenden Reform der Siedlungs-, Verkehrs- und Steuerpolitik (Strukturwandel-Szenario) kann auch in der Stadt und Region Hannover nahezu die gesamte Stadtentwicklung im Siedlungsflächenbestand realisiert werden.

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