DB-Veranstaltungsticket

2. Münchner Frauenkonferenz: Haushalt fair teilen

Gleichstellungsorientierte Steuerung öffentlicher Finanzen

06. - 07. October 2016 in München

Der Kommunale Finanzhaushalt scheint weit weg und ist doch so nah, denn er bestimmt das Leben unserer Stadtgesellschaft. Finanzentscheidungen sind politische Prioritätensetzungen.

Für welche Vorhaben wird Geld ausgegeben, für welche nicht? Wo wird bei Haushaltskonsolidierungen gespart und mit welchen Folgen? Wem nützen die eingesetzten Finanzmittel? Welche Lebensstile und Lebenslagen von Frauen und Männern werden begünstigt und gefördert? Welche Ziele werden verfolgt, welche werden erreicht? Darauf geben Haushaltspläne bisher kaum Antworten.

In den 90er Jahren forderten internationale Frauenorganisationen gendersensible Haushaltsführungen. Die Frauenbewegung im deutschsprachigen Raum kam über die Finanzierung frauenspezifischer Projekte zum Thema. Während die Bereitstellung von Mitteln bspw. für Frauenhäuser mühsamer Lobbyarbeit bedurfte und weiterhin bedarf, werden Finanzskandale und Bankenkrisen in kürzester Zeit mit Unmengen öffentlicher Gelder subventioniert. Fraueninitiativen und Politikerinnen verlangen inzwischen Rechenschaft darüber, wofür Geld ausgegeben wird, für wen und mit welchen Zielen.

Die UN-Frauenkonferenz in Peking 1995 definierte Gender Budgeting als Gender Mainstreaming auf Finanzebene und empfahl dessen Umsetzung. Das EU-Parlament forderte 2003 alle Mitgliedsstaaten auf, Gender Budgeting als Gleichstellungsstrategie umzusetzen.

Das gestiegene zivilgesellschaftliche Interesse an der Verwendung und Wirkungsweise öffentlicher Gelder trug zu einer Verwaltungsmodernisierung auf kommunaler Ebene bei. Neben rein rechnerischen Fragen bei der Aufstellung von Haushalten sind damit Anforderungen hinzugekommen, wie Zielgruppenorientierung und die Transparenz über die Ergebnisse und Wirkungen.

Gleichstellung als Querschnittsziel im Haushalt stellt völlig neue Herausforderungen an den Haushaltsprozess. Um darstellen zu können, mit welchen Wirkungen sich die Finanzmittel auf welche Zielgruppen verteilen, bedarf es zusätzlicher Informationen, die über die bisherige Haushaltssystematik hinaus gehen. Die dazu entwickelten unterschiedlichen Ansätze werden auf der Konferenz vorgestellt und diskutiert.

In München wurde die „Gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung“ von der Gleichstellungsstelle und der Initiative ‚Gender Budgeting‘ als Teil der Verwaltungsmodernisierung angestoßen. Das Motto „Tun wir das Richtige für die Richtigen richtig?“ zielt darauf, mit öffentlichen Geldern bedarfs- und geschlechtergerechte Angebote zu finanzieren. Dazu wurden in verschiedenen Bereichen Zielgruppenanalysen durchgeführt. Im Haushaltsplan wurde begonnen, geschlechterdifferenzierte Kennzahlen auszuweisen.

Österreich hat Gender Budgeting 2009 in der Bundesverfassung verankert und Bund, Länder und Gemeinden verpflichtet, bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben. In Deutschland setzt der Stadtstaat Berlin Gender Budgeting sowohl auf Landes- als auch auf Bezirksebene um.

Eine wichtige übergeordnete Fragestellung gleichstellungsorientierter Steuerung ist die Care-Krise. Steigende Preise bei Versorgungsleistungen oder reduzierte öffentliche Angebote führen zur Erhöhung unbezahlter Arbeit. In Deutschland werden 80% der unbezahlten Care-Arbeit von Frauen erbracht. Zeit, die Frauen fehlt, einer existenzsichernden Arbeit nachzugehen und für ihr Alter vorzusorgen.

Dies sind einige der Themen der 2. Münchner Frauenkonferenz. Sie wird in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Institut für Urbanistik von der Gleichstellungsstelle für Frauen, der Stadtkämmerei und dem Direktorium der Landeshauptstadt München organisiert. Die Stelle für Interkulturelle Arbeit unterstützt die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz.

Der Oberbürgermeister Dieter Reiter lädt die Teilnehmenden am ersten Konferenztag zum Empfang. Begleitend zur Konferenz wird die Ausstellung „Berühmte Frauen auf Banknoten“ der Deutschen Bundesbank präsentiert.

venue:
Alter Rathaussaal
Marienplatz 15
80331 München
Veranstalter:
Anmeldung:

Auf der Veranstaltungsplattform im Internet: https://veranstaltungen.stadt-muenchen.de/konferenz-okt16/

Dort finden Sie ausführlichere Beschreibungen der Arbeitsforen
und zusätzliche Informationen zur gesamten
Konferenz.

Bei der Anmeldung zur Konferenz wählen Sie bitte je ein
Arbeitsforum an den beiden Konferenztagen aus.

Bitte melden Sie sich für den Empfang des Oberbürgermeisters
extra an.

Sie erhalten direkt nach Anmeldung eine Bestätigungsmail.
Diese Anmeldebestätigung bringen Sie bitte zur Konferenz
und zum Empfang mit, da Einlasskontrollen durchgeführt
werden.

Sollten Sie nicht über Internetzugang verfügen, können Sie
sich auch mit beiliegender Teilnahmekarte anmelden. Die
Bestätigung nimmt hier dann etwas Zeit in Anspruch.

Die Teilnahmezahl ist begrenzt. Die Anmeldungen werden
in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

Anmeldeschluss ist der 19. September 2016!

contact person:
Dr. rer. pol. Stephanie Bock
Tel.: +493039001189
Fax.: +493039001269
E-Mail: bock@difu.de

Gleichstellungsstelle für Frauen
Marienplatz 8, 80331 München
Telefon: 089/233-92465
Fax: 089/233-24005
gst@muenchen.de

Weitere Informationen: