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Difu-Berichte 3/2011 - Daten zum Mobilitätsverhalten

Aufbereitung und Auswertung von Mobilitätskennwerten in Deutschland

In Deutschland existieren mittlerweile mehrere nationale Erhebungen zum Verkehrsverhalten. Das Difu hat eine Übersicht über verschiedene Erhebungen im Personenverkehr wie z.B. "Mobilität in Deutschland 2008" (MiD), System repräsentativer Verkehrsbefragungen 2008 (SrV), Mobilitätspanel 2008 erstellt. In dieser Veröffentlichung sind Auswertungen zu einigen Verkehrskennwerten enthalten. Neben allgemeinen Kennwerten zum Verkehrsverhalten wie Tagesdistanzen, Modal Split oder Unterwegszeiten lag ein Schwerpunkt auf deren räumlicher Differenzierung. Durch den Vergleich mit früheren Untersuchungen (z.B. MiD 2002) werden Entwicklungstrends aufgezeigt. Im Folgenden sind einige ausgewählte Ergebnisse der Auswertungen zusammengefasst.

Bei der Entwicklung des spezifischen Verkehrsaufkommens (Wegerate) ist besonders bei älteren Menschen eine Steigerung sichtbar (Vgl. MiD 2002 u. 2008). Senioren legen zwar immer noch die wenigsten Wege zurück. In dieser Altersgruppe ist aber die größte Steigerung zwischen 2002 und 2008 zu verzeichnen: von 2,63 auf 3,05 Wege Mo-Fr (+16%). Bei der Betrachtung des Modal Splits fällt auf, dass der Anteil des öffentlichen Personenverkehrs in allen Altersgruppen mit Ausnahme der Personen ab 65 Jahre steigt. Der Radverkehr wird von den 10- bis 17-jährigen mit Radverkehrsanteilen über 20 Prozent dominiert. Seine Verkehrsmittelanteile stiegen in allen Altersgruppen. Besonders auffällig ist der Rückgang des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) bei Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren. Hier geht der Anteil um über acht Prozent zurück. Die größten Verschiebungen gibt es zwischen MIV und Öffentlichem Verkehr (ÖV). Die bisherigen Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede bei der Entwicklung der Wegelängen und Reisezeiten zwischen 2002 und 2008. Insgesamt nahmen sowohl die mittlere Wegelänge als auch die mittlere Wegedauer zu. Die Mediane der Wegelängen sind beim MIV konstant geblieben, während sie bei allen anderen Verkehrsmitteln größer wurden. Besonders beim Radverkehr nahm der Wert um 20 Prozent zu. Das kann ein Zeichen für die Bedeutungszunahme des Fahrrads auch bei längeren Strecken sein. Bei der Betrachtung der nach Zwecken differenzierten Wegelänge nahm diese bei den Einkaufswegen entgegen der allgemeinen Tendenz ab.

Mediane der Wegelänge differenziert nach Verkehrsmittel:

  Fuß Rad MIV ÖV
MiD 2002 0,7 km 1,6 km 5,7 km 7,0 km
MiD 2008 0,8 km 2,0 km 5,7 km 7,2 km

Durch spezielle Aufbereitung der Daten des Systems repräsentativer Verkehrsbefragungen 2008 und eine aufwändige Ergänzung durch Daten der Lagemerkmale der Innerstädtischen Raumbeobachtung (IRB) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung konnten Verkehrskennwerte von Stadtlagen erarbeitet werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass das spezifische Verkehrsaufkommen vom Stadtzentrum hin zu den Randbezirken kontinuierlich abfällt. Während es in City/ Cityrandlagen mit durchschnittlich 3,23 Wegen pro Person und Tag am höchsten ist, fällt es zum Stadtrand/Eingemeindungen auf unter drei Wege pro Personen und Tag ab. Die Kilometer, die pro Tag und Person im Mittel zurückgelegt werden, nehmen trotz sinkendem spezifischen Verkehrsaufkommen von der City bis zu den Eingemeindungen zu. Am Stadtrand werden im Vergleich zum Zentrum weniger, aber viel weitere Wege pro Tag zurückgelegt. Bei der Betrachtung des Modal Split im SrV/IRB-Datensatz zeigen die Auswertungen deutliche Unterschiede bei der Verkehrsmittelwahl in Abhängigkeit vom innerstädtischen Lagetyp. Der MIV-Anteil nimmt vom Zentrum zum Stadtrand hin zu.

Diagramm

Weitere Informationen:

Dr.-Ing. Wulf-Holger Arndt
Telefon: 030/39001-252
E-Mail: arndt@difu.de

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