Printexemplare bestellen

Warenkorb

Kontakt für Fragen zur Bestellung von Publikationen:

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

eBooks bestellen

Difu-Berichte 3/2005 - Rückkehr in die Stadt ist keine Modeerscheinung

Neue Difu-Studie zum "Innenstadtwohnen" erschienen

Wohnen in der Innenstadt - eine Renaissance?Jahrzehntelang war die räumliche Entwicklung der Städte durch die Abwanderung ins Umland geprägt. Vor allem junge Familien gehörten zu den "Stadtflüchtern". Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) macht einen neuen Trend sichtbar: Insbesondere innenstadtnahe Quartiere werden wieder als attraktiver Wohnstandort entdeckt. Nach jahrelangen Bevölkerungsverlusten nimmt die Einwohnerzahl innenstadtnaher Quartiere in einigen Städten sogar bereits wieder zu. Aber nicht allen, die dort wohnen möchten, ist dies auch möglich.

Die Studie verdeutlicht, dass das Interesse am Wohnen in der Innenstadt keine Modeerscheinung ist. Offenbar fördert der grundsätzliche Wandel der Lebensbedingungen in den Städten diesen Prozess. Vor allem die Attraktivität der Stadt und des innenstadtnahen Bereichs wurde bei Bewohnerbefragungen als Grund für den Wunsch zum Wohnen in der Stadt genannt.

Das freistehende Einfamilienhaus galt seit Jahrzehnten als das unangefochtene Wohnleitbild und ist mit Abstand die favorisierte Wohnform der Deutschen. Doch es ist zu erwarten, dass sich neue Wohnpräferenzen herausbilden. Vermutlich wird das freistehende Einfamilienhaus seine Dominanz als Wohnleitbild für bestimmte Bevölkerungsschichten verlieren.

Die Preise für Wohnraum im renovierten Bestand des innenstadtnahen Bereichs steigen weiterhin an. Zudem entsteht in den meisten Städten, die über innenstadtnahe Brach- und Recyclingflächen verfügen, und deren Wiedernutzung auch dem Wohnen dienen soll, vorrangig Wohnraum im hochpreisigen Sektor. Wenn sich die vorhandenen Areale mit einer wohl situierten Bevölkerung in den Innenstädten weiter ausbreiten, wird mit einer weiteren Verdrängung finanziell schlechter gestellter Bevölkerungsgruppen aus innenstadtnahen Wohnquartieren zu rechnen sein.

Die Innenstadt und innenstadtnahe Gebiete sind auch bei jungen Familien beliebt. Die Befragungen aus den Untersuchungsgebieten verdeutlichten, dass junge Familien oder Haushalte, die vor der Familiengründung stehen, in ihrem innenstadtnahen Quartieren bleiben möchten und nur aus Gründen des steigenden Flächenbedarfs eine größere Wohnung suchen. Angemessenen Wohnraum finden sie aber meist nicht und schon gar nicht zu akzeptablen Preisen in ihrem bisherigen innenstadtnahen Wohnquartier. Das Innenstadtwohnen wird von diesen Personengruppen dabei keineswegs - wie vielfach unterstellt - von vornherein als familien- oder kinderfeindlich empfunden. Aus stadtentwicklungspolitischer Sicht ist die Abwanderung von Familien in das Umland nicht erwünscht und von den Familien ebenso wenig gewollt, sondern meist - finanziell - erzwungen. Es gilt daher, die Vorstellung vom familienfeindlichen Stadtleben - sowohl seitens der Stadtplanung als auch der Wohnungswirtschaft - zu korrigieren und ein neues Leitbild des "familien- und kindgerechten Wohnens" für innenstadtnahe Gebiete zu entwickeln.

Die neue Difu-Studie ist die erste Untersuchung, die die Rückkehr des Wohnens in die Innenstadt als generellen Trend ausmacht und beschreibt. Das Deutsche Institut für Urbanistik befragte Bewohner in Leipzig und München und untersuchte am Beispiel der Hamburger "Hafencity" die Umnutzung des innenstadtnahen Hafengeländes auch für das Wohnen. Ein Erfahrungsbericht zum Wohnen am Potsdamer Platz in Berlin rundet die Studie ab.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Sozialwirt Hasso Brühl
Telefon: 030/39001-243
E-Mail: bruehl@difu.de

Weitere Verweise auf diesen Beitrag: