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Städte in Südeuropa

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Der Schwerpunkt von Heft 1/09 ist dem Thema "Städte in Südeuropa" gewidmet. Die Herausgeber Martin Baumeister, Ludwig-Maximilians-Universität München, und Rainer Liedtke, Technische Universität Darmstadt, diskutierten in ihrem einleitenden Beitrag unter anderem die konzeptionelle Ausblendung südeuropäischer Städte aus dem viel diskutierten Typus und Leitbild der "europäischen Stadt". Dringend nötig sei es dagegen, jenseits hartnäckiger Klischees – etwa des agrarischen, "zurück gebliebenen" Südens – die besonderen Entwicklungscharakteristika der südeuropäischen Metropolen und der dortigen Urbanisierungsprozesse zu analysieren und in dieses Leitbild einzubringen. Es gehe also im Kern darum, stark normativ geladene Konzepte zugunsten stärker analytisch ausgerichteter aufzugeben. Daraus ließen sich spannende neue Perspektiven entwickeln, die z.B. an das Verständnis Braudels vom Mittelmeerraum als einer zusammenhängenden, spezifischen urbanen Kultur anknüpfen könnten.

In seinem Beitrag über die "Logiken der Stadtproduktion" in Istanbul seit dem 19. Jahrhundert akzentuiert Orhan Esen die besonderen Siedlungsformen in dieser seit 1945 explodierenden Metropole, von den informellen Siedlungen der ärmlichen "Gecekondus" bis zu den Vorortvillen der Wohlhabenden. Rainer Liedtke skizziert das Stadtwachstum Athens im 20. Jahrhundert und hebt den "Klientelismus" als spezifische Form der Netzwerkbildung in einer von großer Migration geprägten Stadt hervor. Den seit 1945 für Rom aufgelegten Stadtentwicklungsplänen gilt die besondere Aufmerksamkeit im Aufsatz von Bruno Bonomo. Martin Baumeister analysiert in seiner Skizze der Entwicklung Madrids unter Franco besonders die "informelle Stadt" der rasch wachsenden ärmlichen Vororte, die zu den wichtigsten Merkmalen der südeuropäischen Metropolen zählen. Die von Brigitte Le Normand analysierte Planungsgeschichte Belgrads nach 1945 und die Leitrezension von Britta Voss zur Monographie von Mark Mazower über Saloniki beschließen den Themenschwerpunkt. Voss setzt sich in Anlehnung an das rezensierte Buch vor allem mit der zentralen Frage auseinander, warum sich in der heute griechischen Stadt trotz einer anhaltenden engen Verbundenheit mit den Werten und Traditionen der muslimischen Vergangenheit kaum mehr Bauwerke aus dieser Epoche finden.

Im Forum-Artikel diskutiert Ralf Roth den Zusammenhang von Verkehr, Kommunikation und der Bildung einer neu strukturierten europäischen Städtelandschaft seit dem 19. Jahrhundert. Er plädiert nachdrücklich dafür, die bislang stiefmütterlich behandelte Geschichte der 1989 wieder zunehmend verknüpften kontinentalen Verbindungslinien inklusive ihrer städtischen Knotenpunkte stärker in den Blick der Forschung zu nehmen. Die europäische Dimension der Verkehrsnetzwerke sei den Zeitgenossen, so Roth, jenseits ihrer nationalen Orientierungen immer klar gewesen.

Wie immer wird in der Rubrik "Allgemeine Berichte" ein Überblick über die jüngsten Tagungen zur Stadtgeschichte geboten. Unter anderem wird über Konferenzen zu osteuropäischen Metropolen (Wissenschaftszentrum Berlin), zum Thema Stadt und Öffentlichkeit (Münster) sowie über weitere wichtige Tagungen im In- und Ausland zu den Themen "City as a stage of reform" (London), Mittelstädte (Göttingen) und zur Zukunft der Stadtmuseen (Berlin) informiert. Abschließend bieten die "Mitteilungen" eine Übersicht über die für die nähere Zukunft angekündigten stadthistorischen Konferenzen.

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