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Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

Für eine bessere Gesundheitsförderung und Prävention in der Stadt

Kommunen und Krankenkassen engagieren sich gemeinsam

Dokumentation der Fachtagung am 08. Dezember 2014 in Berlin.

Veranstalter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutscher Städtetag (DST), Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

Programm (pdf, 365 kB)
Liste der Teilnehmer/innen (pdf, 161 kB)
Liste der Referent/innen und Moderator/inn/en (pdf, 62 kB)

Inhalt

[Zum Inhaltsverzeichnis]

 

Zusammenarbeit im Bereich Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune verbessern! Wer gehört dazu, welche Rolle hat die Kommune und wo sollte sie diese Rolle noch schärfen

Lutz Decker, DST

Zum Download des Skriptes (pdf, 127 kB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

von Seiten des Deutschen Städtetages als Mitveranstalter ein herzliches Willkommen. Vorab einen besonderen Dank an die Organisatoren vom Difu, allen voran an Frau Dr. Reimann und Frau Böhme, die für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich zeichnen. Und Dank auch an die BZgA, mit der wir – neben dem Difu – gemeinsam die Veranstaltung ausrichten und die die Umsetzung und auch die kostenfreie Teilnahme ermöglicht hat. Vor allem aber Dank an Sie, dass Sie zu dem aktuellen und spannenden Thema hier sind, um gemeinsam die weitere Entwicklung zu diskutieren.

Als wir die Veranstaltung planten, konnten wir noch nicht ahnen, wie nahe wir zeitlich an einem aktuellen Gesetzentwurf für ein Präventionsgesetz dran sind. Aber natürlich "passt das" gut und lassen Sie mich daher auch auf diese sich hierdurch neu abzeichnenden Rahmenbedingungen eingehen.

Zunächst einmal: Warum Prävention und Gesundheitsförderung? Weil es grundsätzlich die beste Möglichkeit ist, die gesundheitliche Situation der Bevölkerung zu verbessern, wenn Krankheiten gar nicht erst entstehen. Gesundheitsförderliche Lebensumstände sind die Basis um dieses Ziel zu erreichen und deshalb für uns als Kommunen im Rahmen der Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger ein vorrangiges Ziel.

Dabei geht es uns nicht nur um eine reine Prävention von Krankheiten, sondern vielmehr besonders um einen breiter aufgestellten gesundheitsförderlichen Ansatz, der auf die Stärkung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in unseren Städten abzielt. Dieses breitere Verständnis des Themas ist umso mehr geknüpft an alle Lebensbedingungen des Menschen in der örtlichen Lebenswelt und genau hier sehen wir auch eine gute Ansatzmöglichkeit für Maßnahmen der Gesundheitsförderung.

Dieser wichtige Raum für gesundheitsförderliche Lebensbedingungen ist der nahe örtliche Raum – also die Kommune oder örtliche Teile von ihr oder Strukturen in ihr. Hier ist das Lebensumfeld der Bürgerinnen und Bürger und hier müssen auch die entscheidenden Weichen dafür gestellt werden, was für wen, in welchem Umfang vor Ort unternommen wird.

Damit dies auf örtlicher Ebene gelingen kann, brauchen die Städte aber unterstützende überörtliche Rahmenbedingungen. Wohlgemerkt Rahmenbedingungen, die ermöglichen – auch finanziell –, aber nicht vorgeben, was und auf welche Weise vor Ort getan werden soll.

Dies ist einer der Hauptgründe, warum wir seitens des Deutschen Städtetages die Notwendigkeit für ein – gutes – Gesetz zur Gesundheitsförderung und Prävention sehen. Wichtig erscheint uns, dass durch ein Gesetz keine Förderung von bundes- und landeszentralen Strukturen erfolgt, sondern dass vielmehr die kommunale Ebene deutlich gestärkt wird. Gerade hier ergeben sich erhebliche neue Chancen für eine passgenaue und nicht ins Leere gehende Gesundheitsförderung.

In einem guten Präventionsgesetz mit stimmiger Ausgestaltung und Fokussierung geht, oder ginge, es im Rahmen eines nachhaltigen und umfassenden Präventions- und Gesundheitsförderungsansatzes besonders um die Unterstützung bereits bestehender und Förderung weiterer kommunaler Aktivitäten. Dabei sollte Prävention und Gesundheitsförderung als vierte Säule neben Kuration, Pflege und Rehabilitation etabliert werden. Angesprochen werden sollten neben Bund, Ländern und Kommunen sämtliche Akteure des Gesundheitswesens. Niedrigschwellige präventive Leistungen im Setting und eine zielgruppenorientierte Ansprache sollten gefördert werden.

Vor dem Hintergrund dieser – bekannten – kommunalen Vorstellungen wurde nun kürzlich ein Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention vom Bundesministerium für Gesundheit vorgestellt. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem folgendes vor:  

  • Die Kooperation der Träger von Maßnahmen soll verbessert werden. Angesprochen sind besonders die Landes- und die Bundesebene. Die kommunale Ebene wird nur am Rande genannt.  
  • Zusätzliche Träger der Sozialversicherung sollen eingebunden werden.  
  • Auf Bundesebene soll über die Sozialversicherungsträger eine nationale Präventionsstrategie entwickelt werden.  
  • Auf Landesebene sind Landesrahmenvereinbarungen zur Umsetzung dieser Strategie zu schließen.  
  • Der Richtwert der Ausgaben der Krankenkassen wird auf jährlich 7 Euro je Versicherten ab dem Jahr 2016 erhöht; davon für Leistungen zur Prävention in Lebenswelten ein Mindestbetrag von 2 Euro je Versicherten.  
  • Die BZgA soll im Auftrag der Krankenkassen Leistungen zur Prävention in Lebenswelten durchführen.  
  • Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen wird verpflichtet einheitliche Verfahren u.a. zur Qualitätssicherung festzulegen.  
  • Rahmenbedingungen für betriebliche Gesundheitsförderung sollen verbessert werden.

Hier bestehen gute Ansätze und Ziele. Wir begrüßen, dass die Bundesregierung erneut versucht, die gesundheitliche Prävention gesetzlich zu regeln und das Thema somit befördert. Auch die stärkere finanzielle Beteiligung der Sozialversicherungen an den Kosten der Prävention halten wir für richtig.

Aber wir müssen auch feststellen, dass durch den Gesetzentwurf die kommunale Einbindung in Präventionsaktivitäten wieder deutlich zu kurz kommt. Es wird versäumt örtliche bereits vorhandene Strukturen genügend zu berücksichtigen und die Möglichkeit zu geben, diese auszubauen. Stattdessen werden neue Strukturen vorgesehen, bei denen tendenziell erst über die Bundes- und Landesebene auf örtliche Lebenswelten eingegangen wird. Die Begriffe Lebenswelt, Koordination und Kooperation tauchen zwar richtigerweise auf. Die Struktur des Gesetzes spiegelt dies jedoch nicht adäquat wider. Insgesamt wird zu wenig berücksichtigt, dass die vielfältigen Maßnahmen der Gesundheitsförderung und der gesundheitlichen Prävention vor allem auf kommunaler Ebene erbracht werden. Die kommunalen Potentiale gerade im Bereich von Koordination und Kooperation – hier geht es nicht unbedingt um eigene Leistungserbringung – sollten genutzt und bestärkt werden. Kommunaler Vielfalt bei örtlichen Problemlagen, Bedarfen, Bedingungen und vorhandenen Ressourcen muss besser entsprochen werden. Ein guter überörtlicher Rahmen könnte dann im Weiteren zum einen Ressourcen vorsehen und bereitstellen. Zum anderen könnte er beispielsweise bei Ähnlichkeiten in Problemsituationen oder überörtlichen Trends und bei örtlichem Bedarf eine know-how- Vermittlung oder einen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Ein überörtlicher Rahmen darf aber keine Konkurrenz zu örtlichen Notwendigkeiten entstehen lassen und nicht neue Vorgaben oder ToDo-Listen aufsetzen, die nicht dem örtlichen Bedarf entsprechen.

Im derzeitig vorliegenden Gesetzentwurf gibt es viele Verbesserungen zu Vorentwürfen, aber der aktuelle Entwurf birgt weiter die Gefahr einer von oben nach unten ausgerichteten Struktur.

Die örtliche Ebene – dort über die engeren Sektorengrenzen des Gesundheitswesens hinausgehend – ist deshalb so wichtig, weil ein lebensweltorientierter Ansatz entscheidende Bedeutung für Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung hat. Dies ist mittlerweile Konsens in der Fachwelt. Auch der GKV-Spitzenverband hat in seinem Leitfaden Prävention zur Umsetzung des § 20 SGB V dem Setting Kommune eine besondere Bedeutung beigemessen.

Die Kommunen einschließlich des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) sind ein Handlungsträger mit expliziter Gemeinwohlverpflichtung. Sie sind dadurch in der bevölkerungs- und gruppenbezogenen Gesundheitsfürsorge und –vorsorge involviert. Sehr konkret erfolgt dies über den ÖGD, etwa beim Erkennen von gesundheitlichen Problemen (kinder- und jugendärztliche sowie Erwachsenenuntersuchungen), bei der Impfberatung, der Hygiene in unterschiedlichen Bereichen, Informationen zu unterschiedlichsten Themen, vom Hitzestress bis zur Ernährung – teilweise auch für besondere Personengruppen. Insbesondere ist es dabei Aufgabe der Städte und des ÖGD benachteiligten Zielgruppen den Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens zu ermöglichen.

Einfluss auf die gesundheitliche Situation in den Städten haben aber nicht nur die städtischen Strukturen, die direkt das Wort Gesundheit im Namen führen. Es sind auch weitere kommunale Strukturen wie etwa aus dem Bereich Städtebau, Kinder und Jugend, Schule, Umwelt wichtig und einflussgebend für die Lebenswelten, in denen die Bürger der jeweiligen Stadt leben und agieren und je nach ihrer Ausgestaltung eher krank oder gesund sind. Von daher kommt gerade der kommunalen Ebene, an der die unterschiedlichsten Einflussbereiche zusammenwirken, eine besondere Bedeutung zu.

Auf kommunaler Ebene ist jedoch nicht nur das Zusammenwirken verschiedener kommunaler Strukturen für die örtlichen Lebenswelten von Bedeutung, sondern zudem auch das Zusammenwirken der Initiativen verschiedenster Akteure. Die Kommune muss an dieser Stelle nicht unbedingt nur als die Verwaltung begriffen werden, sondern auch als der Ort, in der neben der Stadtverwaltung auch andere Gruppen wie etwa Krankenkassen, örtliche Initiativen, Vereine, Wohlfahrtsträger oder sonstige örtliche Strukturen zusammenwirken und letztlich alle zusammen Einfluss auf mehr oder weniger gesundheitsförderliche Strukturen vor Ort haben. Und sie werden auch alle benötigt, um die Realisierung der örtlichen Ziele von Prävention und Gesundheitsförderung zu realisieren. Es ist eine Illusion zu glauben, dass alle die Prävention und Gesundheitsförderung fördernden Maßnahmen von der Kommune selber erarbeitet und angeboten werden könnten.

An dieser Stelle – bei dem Zusammenwirken verschiedenster Akteure – kommt der Kommune neben der eigenen Leistungserbringung eine besondere weitere Funktion zu: Wenn ihr dies durch entsprechende Rahmenbedingungen ermöglicht wird, kann sie eine wichtige Rolle dabei spielen, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen und koordinierend tätig zu werden, sodass diese nicht in einem unkoordinierten Nebeneinander, sondern vielmehr in einem schlüssigen Gesamtkonzept wirken können. Gerade an dieser Stelle sehen wir ein besonderes kommunales Potential, dass es durch eine entsprechende Gesetzgebung zu heben gilt.

Kommunen sind in dem Bereich schon jetzt häufig umfangreich aktiv. Zu denken sind an all die guten Beispiele, wie sie etwa im Kontext des Gesunde-Städte-Netzwerkes oder des Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit oder im Kontext kommunaler Präventionsketten zu besichtigen sind. Häufig finden Initiativen dabei unter der Federführung des kommunal getragenen ÖGD statt. Das gutes kommunales Agieren, teilweise in Vorleistung auf verbindliche Regelungen und Finanzierungen funktioniert, sieht man – es fehlt aber an einer regelhaften Finanzierung hierfür, die durch gute Regelungen in einem Präventionsgesetz sichergestellt werden könnte.

Einer der wichtigsten Partner für das Thema Gesundheitsförderung und Prävention ist die gesetzliche Krankenversicherung. Sie spielt eine besondere Rolle, was auf Seiten des Deutschen Städtetages dazu geführt hat, das gemeinsame Papier, die bekannte "Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände und der gesetzlichen Krankenversicherung zur Zusammenarbeit im Bereich Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune" mit voranzubringen. Anknüpfend an bestehende Vorschriften auf kommunaler Seite, sowie dem Präventionsleitfaden des GKV-Spitzenverbandes wurde eine entsprechende Empfehlung erarbeitet und von den Vereinbarungspartnern der GKV und der kommunalen Spitzenverbände im Mai/Juni 2013 unterzeichnet. Zielrichtung war, dass eine solche Rahmenempfehlung örtliche Kooperationen und die Zusammenarbeit von Kommunen und Krankenkassen unter Berücksichtigung eines lebensweltorientierten (Setting-)Ansatzes unterstützt. Die Empfehlung soll Anregung und Basis für eine ggf. neue oder weitergehende freiwillige Zusammenarbeit zwischen Krankenkasse und Kommunen auf örtlicher Ebene darstellen. Die Idee zu der Rahmenempfehlung entstand noch zu einem Zeitpunkt, als ein Präventionsgesetz nicht vorlag und auch nicht absehbar war, ob es in naher Zukunft realisiert würde. Ziel war und ist einen Rahmen zu geben für örtliches Agieren und vielleicht mancherorts zu neuen oder erweiterten Zusammenarbeiten auf der entscheidenden örtlichen Ebene anzuregen.

Die Empfehlung setzt insgesamt auf Freiwilligkeit und Konsens. Sie ist selber das Ergebnis einer – freiwilligen – Kooperation von Verbänden auf Bundesebene und baut auf ebenfalls freiwillige, aber sinnvolle, Kooperation im örtlichen Bereich.

Hier wäre es eigentlich auch gut denkbar gewesen, wenn Inhalte dieser Empfehlung stärker Blaupause für Regelungen in einem Präventionsgesetz gewesen wären. Wenn Institutionen schon freiwillig so zusammenarbeiten, hat es der Gesetzgeber mit entsprechenden Regelungen eigentlich leicht.

Durch die nun erfolgte Vorlage des neuen Präventionsgesetzentwurfes wird deutlich, dass der Gesetzgeber das Thema befördert und mehr Mittel vorsieht. Das ist positiv. Leider soll aber nur ein unvollständiger Fokus auf die örtliche Ebene gelegt werden. Der Begriff der Lebenswelt ist da, aber es fehlt das Aufgreifen der Chance, die in einer kommunalen Koordination liegt.

Wenn es bei den jetzigen Formulierungen des Gesetzentwurfes bleibt, muss diese Lücke dadurch gefüllt werden, dass an allen Ecken und Enden darauf geachtet wird, dass dann eben in diesem Rahmen Ressourcen auch auf der örtlichen Ebene ankommen und eine örtliche Koordination und Kooperation immerhin bestmöglich in der praktischen Arbeit umgesetzt wird. Wichtig wäre dann auch eine gute Zusammenarbeit mit der Landes- und Bundesebene und Institutionen wie der BzgA, mit der wir aber seit Jahren in gutem Kontakt stehen und die richtigerweise ebenfalls einen lebensweltnahen Ansatz unterstützt.

Am allerwichtigsten bleibt aber die örtliche Zusammenarbeit. Deshalb bleiben auch die Inhalte unserer Rahmenempfehlung aktuell. Aus Zusammenarbeit allein lässt sich zwar nicht alles zaubern – aber sie bleibt eine der wichtigsten Ressourcen zur Verbesserung der gesundheitsförderlichen Situation in der Kommune.

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Krankenkassen als Partner in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention: Voraussetzungen, Herausforderungen, Möglichkeiten

Dr. Volker Wanek, Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Folien zum Vortrag (pdf, 127 kB)

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Qualitätssicherung und Zielorientierung in Prävention und Gesundheitsförderung – der Beitrag der BZgA

Dr. Frank Lehmann, BZgA

Folien zum Vortrag (pdf, 1,65 MB)

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Im Gespräch I:
"Gesund aufwachsen" in Berlin Marzahn-Hellersdorf: Erfolgreicher Aufbau einer Präventionskette

Dagmar Pohle, Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales, Berlin Marzahn-Hellersdorf,
Werner Mall, AOK Nordost

Download der Gesprächsdokumentation (pdf, 34,5 kB)

Frau Pohle, Sie sind mit einem Modellprojekt zum Auf- und Ausbau einer bezirklichen Präventionskette für gesundes Aufwachsen in Marzahn-Hellersdorf sehr erfolgreich. Benennen Sie bitte die aus Ihrer Sicht maßgeblichen Erfolgsfaktoren und die Gründe, weshalb sich der Bezirk für das Projekt stark macht.

Dagmar Pohle: Warum wir eine bezirkliche Präventionskette etablieren wollen bzw. warum ich mich dafür einsetze? Weil wir Angebote für werdende Eltern und junge Familien bedarfsgerecht vorhalten möchten. Dazu gehört die Optimierung von Strukturen und von Produkten. Die Städte Monheim am Rhein und Dormagen haben es vorgemacht und gezeigt, dass durch eine integrierte kommunale Strategie Maßnahmen und Hilfen an Effektivität gewinnen und dass sie zielgenau ankommen bzw. wirken.
In dieser Kette bzw. Strategie ist Gesundheit ein Glied bzw. Baustein. Maßnahmen, die wir planen bzw. vorhalten, sind Teil einer breiten Angebotspalette. Gesundheitliche Einschränkungen, die wir feststellen, haben vielfältige Gründe oder Ursachen und beeinflussen, oft in nicht unerheblichen Maß, die weitere Entwicklung und den Lebensverlauf von Kindern.
Erfolgsfaktoren des Projekts sind die gute Vernetzung und Zusammenarbeit unterschiedlicher Bereiche, an die angedockt werden konnte. Einige Beispiele dazu:

  • bezogen auf die Lebensphasen: Netzwerk Rund um die Geburt,
  • bezogen auf den Kiez bzw. den Stadtteil: Vernetzungsrunden der Stadtteilzentren und des Jugendamtes
  • bezogen auf besondere Schwerpunkte: Netzwerke "Kinderschutz" und "Starke Kinder in Hellersdorf-Nord".

Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat das Engagement der beteiligten Akteure, die an der Optimierung von Prozessen und Produkten interessiert sind und sich für die Belange von Kindern und Familien interessieren und einsetzen.
Als Projektträger hat Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. die Prozesse moderiert und begleitet und hierbei Qualitätserfordernisse, die Qualifikation von Fachkräften und die Sichtweisen der werdenden Eltern und jungen Familien eingebracht.

Herr Mall, einer der Förderer des Modellprojekts ist die AOK im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen und Krankenkassenverbände. Was hat die AOK veranlasst, sich für das Projekt und im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft zu engagieren?

Werner Mall: Das Projekt "Gesund aufwachsen" im Bezirk Marzahn Hellersdorf erfüllt viele Voraussetzungen einer nachhaltig wirksamen kommunalen Gesundheitsförderung: Das Thema "Gesundheit" ist in Marzahn-Hellersdorf eingebettet in eine kommunale Strategie zur sozialen Stadtentwicklung im Bezirk. Dies beinhaltet auch ein Finanzierungsmodell, in dem die gesetzliche Krankenversicherung ein Finanzierungspartner neben weiteren ist, wie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Senatsverwaltung für Gesundheit und dem Bundesfamilienministerium (nicht zu vergessen die Eigenmittel des Bezirks). Im Rahmen dieses Projektes sind in Marzahn-Hellersdorf Produkte und Angebote entstanden, die zukünftig auch von weiteren Bezirken/Kommunen eingesetzt werden können. Entscheidend ist nicht zuletzt die entschiedene Initiative des Bezirkes, der damit zeigt, wie man sich als Kommune der Forderung nach "Health in alle Policies" annähern kann.

Herr Mall, welche Tipps geben Sie Einrichtungen, Verwaltungen oder anderen Akteuren, die die AOK für eine Projektkooperation /-förderung gewinnen möchten?

Werner Mall: Entscheidend ist ein tragfähiges Konzept mit einem klaren Bezug zu Gesundheitsförderung und Prävention, das die Bedarfe der Region adressiert und die jeweiligen Zielgruppen aktiv mit einbezieht. Unverzichtbar sind engagierte Partner, die einen eigenständigen Beitrag leisten wollen und können. Sind diese Voraussetzungen gegeben, wird ein Finanzierungskonzept entstehen, das die unterschiedlichen Beiträge der verschiedenen Partner reflektiert. Für die Umsetzung solcher tragfähigen Konzepte der kommunalen Gesundheitsförderung wird die AOK Nordost stets als kritisch-konstruktiver Partner zur Verfügung stehen.

Frau Pohle, vor dem Hintergrund Ihrer Erfahrungen mit dem Modellprojekt: Welche Tipps geben Sie anderen Kommunen oder Bezirken, wie sie die Kooperation mit Krankenkassen festigen und ausbauen können? Wo liegen ggf. Stolpersteine?

Dagmar Pohle: Das Modellvorhaben "Gesund aufwachsen in Marzahn-Hellersdorf" und das Folgeprojekt sind Kooperationsprojekte, in die Ressourcen der für Stadtentwicklung und Gesundheit zuständigen Senatsverwaltungen, der Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen, des Bezirksamtes und anderer Akteure einfließen. Dabei hat die Koordinierungsstelle für gesundheitliche Chancengleichheit, angesiedelt bei Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., die konzeptionelle Entwicklung und Steuerung übernommen – für uns war dies eine wesentliche Hilfe, Akteure, wie etwa die Krankenkassen, mit ins Boot zu holen.
Neben diesen großen Maßnahmen können wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Krankenkassen zurückblicken und aufbauen. Beispielhaft stehen dafür

  • die Unterstützung der BZgA - Aktion "Ich geh´zur U! Und du? durch die AOK NordOst (2006-2014),
  • die Entwicklung der Homepage und der Datenbank des Netzwerkes "Rund um die Geburt", das im Rahmen des Angebots der Techniker Krankenkasse "Gesunde Kommune" gefördert wurde (2008-2011),
  • die Beteiligung der DAK Unternehmen Leben am Netzwerk "Rund um die Geburt" (seit 2009),
  • die  Beteiligung an BLiQ "Bewegtes Leben im Quartier" in Marzahn-NordWest durch die AOK Nordost.

Wichtig sind aus unserer Sicht

  • die Kenntnis der Förderkriterien und der Rahmenbedingungen bei den Krankenkassen,
  • ein aussagefähiges Konzept für die umzusetzende Maßnahme/das Vorhaben einschließlich der nachhaltigen Verankerung in bezirkliche Strukturen.

Dabei haben wir gute Erfahrungen gemacht mit direkten Kontakten zwischen Bezirksvertretern und Krankenkassen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenkassen haben uns mit ihrer Fachkompetenz bei der Entwicklung von Maßnahmen unterstützt und im weiteren Verlauf begleitet.
Stolpersteine sind manchmal einerseits sehr umfängliche Anträge, die andererseits aber auch zur intensiven Auseinandersetzung mit der geplanten Maßnahme anregen und damit zum Gelingen beitragen können.

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Im Gespräch II:
Stadtteilbezogene Gesundheitsförderung – koordiniert! Die Koordinierungsbausteine Gesundheitsförderung (KoBa) in Hamburg

Petra Hofrichter, Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG),
Maike Schmidt, Techniker Krankenkasse (TK)

Download der Gesprächsdokumentation (pdf, 36 kB)

Frau Hofrichter; der Begriff "Koordinierungsbaustein" ist sicher nicht allen geläufig. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Welche Ziele und Aufgaben werden mit den Koordinierungsbausteinen verfolgt? Und welche Rolle hat die HAG hierbei?

Petra Hofrichter: Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat in Kooperation mit der HAG und der TK an fünf Standorten in Hamburg Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung (KoBa) eingerichtet. Standorte sind: Harburg: Phoenix/Vital im Stadtteilbüro | Wandsbek: Stadtteilbüro Haus am See in Hohenhorst | Altona: Stadtteilbüro BÖV 38 in Lurup | Hamburg-Nord: Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement, Fokus: "Gesundes Langenhorn" | Hamburg-Mitte: Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement im BZA, Fokus: Rothenburgsort.
Im Rahmenprogramm "Gesund aufwachsen in Hamburg!" des Paktes für Prävention werden die KoBAs als beispielgebend für die stadtteilbezogene Gesundheitsförderung genannt.

Die Aufgaben der KoBa sind:

  • Bestandsaufnahme von Ressourcen und Bedarfen,
  • Entwicklung einer Gesamtstrategie für Gesundheitsförderung im jeweiligen Quartier und Stärkung des Aufbaus von Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten,
  • Lotsenfunktion zwischen den Bereichen Gesundheit, Quartiersentwicklung, Bildung, Soziales und Beschäftigung,
  • Aufbau von Vernetzungs- und Partizipationsstrukturen,
  • Projektentwicklung und Beratung von Trägern,
  • Öffentlichkeitsarbeit.

Alle KoBas verfolgen das Ziel, Gesundheitsförderung im Stadtteil nachhaltig zu stärken und in bereits vorhandene, alltagsnahe Strukturen zu verankern.
Die TK unterstützt die beteiligten Stadtteile mit einem Verfügungsfonds für Mikroprojekte im Bereich Gesundheitsförderung (jährlich ca. 10.000 Euro pro Standort – entsprechend der Förderung der BGV für die Koordination).
Der Einsatz dieser Mittel aus dem Verfügungsfonds der TK wird mit einem lokalen Gremium (z. B. Stadtteilbeirat, Runder Tisch Gesundheit) abgestimmt. Die schnelle, unbürokratische finanzielle Förderung kleinerer Projektvorhaben im Stadtteil/Quartier unterstützt lokale Empowerment- und Partizipationsprozesse. Die Koordinatorin bzw. der Koordinator der Koordinierungsbausteine berät bei der Antragstellung, stimmt die Prozesse mit dem lokalen Gremium ab und macht die Ergebnisse öffentlich.
Alle KoBa-Standorte beteiligen sich zudem an Fortbildungen und Beratungen zur Qualitätssicherung, zum Netzwerkaufbau usw.
Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg (KGC) in der HAG ist Mitglied der Projektbegleitenden Steuerungsgruppe und unterstützt die KoBas mit Beratung und Qualifizierung. Ziel sind die Steigerung der Zielorientierung, der Kooperation vor Ort, der Qualität der Arbeit und der Transparenz und Breitenwirkung der Lebensweltbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung.
So wurde zum Start der KoBas eine Fortbildungsreihe mit Modulen zu Netzwerkarbeit und Moderation, Partizipative Qualitätsentwicklung, Evaluation u.a.) durchgeführt, die die KoBas in ihrer Funktion als KoordinatorInnen förderte. Die KGC unterstützt die BGV in der Vorbereitung und Durchführung der Austauschrunden aller KoBas. Den Standort Rothenburgsort begleitete die KGC den Aufbau einer Gesundheitsförderungs- und Präventionskette mit fachlicher Beratung und führte eine dreitägige Fortbildungsreihe ("Werkstatt Quartier") für die Netzwerkakteure in Rothenburgsort durch, organisierte die Bilanztagung und stand als Ko-moderatorin für die Netzwerktreffen zur Verfügung. Auf der Internetplattform inforo-online koordiniert die KGC einen internen Bereich zum Erfahrungsaustausch aller KoBas. 

Die Techniker Krankenkasse finanziert in einigen Hamburger Stadtteilen im Kontext der Koordinierungsbausteine Verfügungsfonds. Was hat die TK veranlasst, sich finanziell für stadteilbezogene Gesundheitsförderung zu engagieren, und wofür können die Mittel der Verfügungsfonds eingesetzt werden?

Maike Schmidt: Die TK engagiert sich neben der individuellen Prävention besonders  stark für gesunde Lebenswelten. Gestartet ist die TK mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement und  hat diese Erfahrungen genutzt, das nichtbetriebliche Setting sukzessive aufzubauen. Im ersten Schritt hat die TK ihr Engagement speziell auf  Schulen und Kitas ausgerichtet und im Folgenden Ihre Unterstützung auf  Hochschulen und Kommunen ausgeweitet.
Im Jahre 2008 hat die TK sich an der Studie "Mehr als gewohnt- Stadtteile machen sich stark für Gesundheitsförderung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligt. Die Studie wurde vom Deutschen Institut für Urbanistik betreut. Die TK unterstützte hierbei das Instrument "Verfügungsfonds" und entwickelte den TK-Verfügungsfonds. Aus diesen Fonds konnte das Stadtteilgremium (damals z.B. im Hamburger Stadtteil Altona-Lurup) in Abstimmung mit der TK gesundheitsfördernde Mikroprojekte im Stadtteil vergeben. Heute unterstützt die TK weitere Verfügungsfonds.
Ein Beispiel für ein erfolgreiches Mikroprojekt ist das mehrfach ausgezeichnete Projekt "Superklasse". Schülerinnen und Schüler entwickeln gemeinsam mit einer Gesundheitsexpertin, ihren Lehrern sowie einem Musikproduzent einen Gesundheitssong incl. Videoclip.

Was müssen Kommunen tun, wenn sie ebenfalls in den Genuss einer Förderung durch die TK kommen wollen?

Maike Schmidt: Grundsätzlich kann die TK nur solche Projekte unterstützen, die den Förderkriterien des Leitfadens Prävention (die gesetzlichen Vorgaben für die gesetzlichen Krankenkassen) und den Good Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitsförderung genügen. Das geplante neue Präventionsgesetz wird Änderungen bringen, die insbesondere das Finanzvolumen betreffen. Es wird Landesrahmenempfehlungen geben. Hier gilt es abzuwarten, wie diese Empfehlungen aussehen und welches Gremium über zu fördernde Projekte entscheidet.

Frau Hofrichter, was sind für Sie Erfolgsfaktoren in der Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse? Welche Tipps können sie anderen Kommunen für die Zusammenarbeit mit Krankenkassen geben? Wo liegen ggf. Stolpersteine?

Petra Hofrichter: Als ein zentraler Erfolgsfaktor lässt sich benennen: die Bereitschaft aller Akteure sich auf einen gemeinsamen Lern- und Arbeitsprozess einzulassen und Handlungsspielräume auszuloten. Dazu ein praktisches Beispiel: Um gesundheitsfördernde Maßnahmen mit Mitteln des TK-Verfügungsfonds zu finanzieren, müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt sein: dazu zählt u.a. die Qualifikation der Anbieter (z.B. Grundqualifikation: Staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss im jeweiligen Fachgebiet (Handlungsfeld). Um eine zielgruppensensible Ansprache zu gewähren, sind Projekte oder Maßnahmen besonders erfolgreich, wenn Sie von Personen durchgeführt werden, die der Zielgruppe zugehörig oder als Key-persons anerkannt sind. Sollten Sie nicht über eine der o.a. Qualifikationen verfügen, so besteht die Möglichkeit die Angebote in einem Tandem durchzuführen, somit ist die "Zielgruppennähe" eine anerkannte Qualifikation.
Ein weiterer Erfolgsfaktor: Die TK unterstützt den Aufbau einer Netzwerkkultur vor Ort mit der Finanzierung der Werkstatt Kommune bzw. Werkstatt Netzwerkarbeit. Diese sehr flexibel zu gestaltende Fortbildung ermöglicht den Akteuren vor Ort die Entwicklung eines gemeinsamen Lernprozesses.
Stolpersteine der Zusammenarbeit sind zuweilen zu Projektstart aufgetreten als die Stadtteilakteure die GKV-Förderkriterien noch nicht ausreichend kannten und Anträge an die TK-Verfügungsfonds formulierten, die nicht förderwürdig waren. Diese Schwierigkeiten ließen sich jedoch mit Information und gemeinsamen Austauschgesprächen schnell aus dem Weg räumen.

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Im Gespräch III: Landesinitiative für eine Verbesserung der Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkassen – Modellprojekt Gesunder Landkreis

Martin Heyn, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung
Prof. Dr. Holger Hassel, Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg,
Sabine Wagner-Rauh, Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bayern

Download der Gesprächsdokumentation (pdf, 31 kB)

Herr Heyn, beschreiben Sie bitte, was Ihre Landesstelle veranlasst hat, das Modellprojekt Gesunder Landkreis zu initiieren und sich für den Ausbau der Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkassen –auf Landkreisebene – einzusetzen?

Martin Heyn: Das Modellprojekt wurde vom Bayerischen Gesundheitsministerium im Rahmen der Gesundheitsinitiative "Gesund.Leben.Bayern." in acht Landkreisen Bayerns ins Leben gerufen. Ziel war es, in einem partizipativ angelegten Prozess die Bedarfe, aber auch die Ressourcen vor Ort zu ermitteln und mit den lokalen Akteuren auf Gemeindeebene Schwerpunkte und Ziele gesundheitsförderlichen Verhaltens zu definieren.
Die koordinierende Stelle in jedem der acht Landkreise wird durch die Gesundheitsinitiative finanziert, darüber hinaus stellte die Techniker Krankenkasse Sachmittel für die konkrete Umsetzung qualitätsgesicherter Maßnahmen zur Verfügung.
Wichtig war von an Anfang an, dass die lokalen Akteure fachlich sehr gut begleitet werden. Neben eigenen Konferenzen und dem fachlichen Austausch hat die Hochschule Coburg unter der Federführung von Prof. Holger Hassel die Evaluation und das Coaching vor Ort übernommen. Und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen: Das Spektrum reicht von sehr differenzierten Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern und der Fachebene zur Gewinnung von aussagefähigen Daten bis hin zu ganz konkreten Maßnahmen z.B. zur Bewegungsförderung von Senioren in Gemeindestrukturen.

Wie erfolgt die Abstimmung zwischen Land, Landkreisen, Kommunen und Krankenkasse? Was gelingt, wo gibt es Schwierigkeiten?

Martin Heyn: Neben Fachtagen und Regionaltreffen der Modellprojekte wurde durch das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung auf Landesebene eine Internetplattform geschaffen, sowohl zum internen Austausch der Akteure und Multiplikation von erstellten Materialien, als auch zur öffentlichen Darstellung der Veranstaltungen und Ergebnisse. Hervorzuheben ist die große Bereitschaft und Unterstützung der Techniker Krankenkasse, die als Partner auf Landesebene stets die Kooperation mit weiteren Krankenkassen auf Landkreisebene ermöglichte und dadurch die z.T. seit vielen Jahren etablierten Netzwerke unterstützt. Die Abstimmungen erfolgten in der Regel bilateral und bei umfänglichen Themen im bestehenden Netzwerk der Modellprojekte.
Zusammenfassend kann man auch in diesem Modellprojekt das persönliche Engagement und die Notwendigkeit von verlässlichen Netzwerken und -partnern als Triebfeder für gelingende Gesundheitsförderung vor Ort beschreiben. 

Frau Wagner-Rauh, was ist die Rolle der Techniker Krankenkasse in dem Modellprojekt?

Sabine Wagner-Rauh: Die TK Landesvertretung Bayern unterstützt konkret die Projektsachkosten der acht teilnehmenden, bayerischen Landkreise mit einem Budget von insgesamt 150.000 Euro. Von dieser Summe wurden jedoch nur ca. 90.000 Euro abgerufen. Die Landkreise erhielten eine Anschubfinanzierung, keine Dauerfinanzierung, um nachhaltig gesundheitsförderliche Strukturen aufzubauen und zu verfestigen. Die TK strebt konkrete Verbesserungen für bedürftige Bürger an, keinen Aufbau neuer Verwaltung. Nach Ende der Projektlaufzeit sollen die geförderten Maßnahmen zum Selbstläufer werden, von der Kommune oder anderen finanziert oder von Ehrenamtlichen getragen werden.

Link für mehr Informationen zum Thema "Gesunde Kommune" bei der TK.

Welche Wünsche haben Sie an das Land für den Ausbau der Kooperation zwischen Land, Landkreis/Kommunen und TK?

Sabine Wagner-Rauh: Für nachfolgende Projekte wünsche ich mir eine bessere Zusammenarbeit in Detailfragen und eine höhere Akzeptanz der TK als Projektpartner.
Die Projektkoordinatoren, die in Bayern an den Gesundheitsämtern der Landkreise beschäftigt wurden, sollten besser auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Die Mitarbeiter hatten zwar Ideen, aber um nachhaltig, zielgruppenspezifisch und strukturell zu wirken, bedurfte es erheblicher Beratung, persönlich und in Gruppenveranstaltungen.
Sinnvolle Nachfolgeprojekte seitens des Ministeriums sollten nahtlos anschließen. Wenn Mitarbeiter nach Ablauf des Modellprojekts ihre befristete Stelle verlieren, geht wertvolles Knowhow in den Gesundheitsämtern verloren.
Die Einsicht, dass Gesundheitsmanagement in einer Kommune mehr ist als Aktionismus im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten, muss in manchen Orten noch gewonnen werden.

Herr Hassel, im Rahmen der Evaluation haben Sie sich sicherlich mit den Erfolgsfaktoren und den Hindernissen zur Initiierung und Umsetzung des Modellprojekts beschäftigt. Können Sie die wesentlichen bitte benennen, vor allem in Hinblick auf die Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkasse?

Prof. Dr. Holger Hassel: Verschiedene Berufe und Qualifikationen benötigen auch unterschiedlichen Unterstützungsbedarf. Im Rahmen von Coachingtreffen wurden den unterschiedlichen Voraussetzungen vor Ort Rechnung getragen und Inhalte konkret erarbeitet.
Wichtig ist es zudem, von Beginn an eine gemeinsame Sprache für die Inhalte zu entwickeln. Was ist z.B. mit "Runder Tisch" und was mit "Gesundheitskonferenz" gemeint? Wo liegen die Unterschiede? Auf dieser Basis können dann Inhalte erarbeitet und diskutiert werden.
Eine kontinuierliche Begleitung und ein gemeinsames Verständnis von Inhalten fördern unter anderem die Zusammenarbeit an Runden Tischen, an denen unterschiedliche lokale Akteure (z.B. Kommune, Zielgruppe, Krankenkassen) zusammenfinden um gemeinsame Gesundheitsprojekte auf den Weg zu bringen.

Für wie wichtig erachten Sie die begleitende Evaluation von Projekten im Bereich Gesundheitsförderung und Evaluation – vor allem in Hinblick auf eine mögliche Erleichterung der Kooperation so unterschiedlicher Akteursgruppen wie Land, Kommunen und Krankenkassen und mit Blick auf die Bereitschaft der TK, sich in das Projekt einzubringen?

Prof. Dr. Holger Hassel: Die begleitende Evaluation besteht aus einer Kombination von Coachings, Steuerungstreffen sowie der eigentlichen Evaluation.
Diese kontinuierliche Begleitung der Gesundheitsämter hat dabei geholfen, gemeinsame Ziele für die Evaluation festzulegen und zentrale Begriffe gemeinsam zu definieren. Die drei Säulen "Vernetzung", "Projektentwicklung" und "Strategie" wurden partizipativ erarbeitet und abgestimmt und geben dem Projektverlauf eine Struktur. Auf diese Weise konnte ein gemeinsames Verständnis über die zentralen Projekt- und Evaluationsziele geschaffen werden.
Die Strukturierung und die gemeinsame Diskussion der Inhalte können auch bei der Kommunikation und Kooperation mit Land, Kommunen oder Krankenkassen helfen, da die eigenen Ziele reflektiert wurden.

Weiterführende Informationen zur Evaluation hier.

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Im Gespräch IV:
Netzwerkarbeit – wie kann die Zielorientierung und Qualitätssicherung in Gesundheitsförderung und Prävention durch Netzwerke gestärkt werden?

Stefan Pospiech, Gesundheit Berlin-Brandenburg,
Gerhard Meck (MBA), Gesunde Städte-Netzwerk Bundesrepublik Deutschland, Koordinator Fachstelle Gesunde Landeshauptstadt Potsdam

Download der Gesprächsdokumentation (pdf, 35 kB)

In welchen Netzwerken zur Gesundheitsförderung und Prävention ist Gesundheit Berlin-Brandenburg unterwegs?

Stefan Pospiech: Gesundheit Berlin-Brandenburg koordiniert Netzwerke auf unterschiedlichen Ebenen: So unterstützt die Arbeitsgemeinschaft die Länder Berlin und Brandenburg in der Formulierung und Umsetzung von Gesundheitszielen und arbeitet mit Kommunen im Rahmen des Gesunde-Städte-Netzwerkes oder des kommunalen Partnerprozesses des Kooperationsverbundes gesundheitliche Chancengleichheit zusammen. Auf Ebene der Träger von Lebenswelten sind wir u.a. verantwortlich für die Koordination  von Netzwerken im Bereich gesunde Kita, gesunde Kinder oder der lokalen Bündnisse für Familie, aber auch zu Themen wie Bewegungsförderung im Alter, Gesundheitsförderung für erwerbslose Menschen oder im Bereich Demenz werden Netzwerke aufgebaut bzw. unterstützt. Die Netzwerkkoordination stellt einen zentralen Schwerpunkt in der Arbeit von Gesundheit Berlin-Brandenburg ein und ermöglicht es, ressort-, akteurs-, und programmübergreifende Prozesse im Sinne eines Health-in all-policies Ansatzes zu unterstützen.

Herr Pospiech, wie werden durch diese Netzwerkarbeit Zielorientierung und Qualitätssicherung in der Gesundheitsförderung und Prävention gestärkt? Können Sie uns konkrete Beispiele nennen?

Stefan Pospiech: Zentrale Bausteine der Netzwerkkoordination sind, die Akteure sowohl in der Zielorientierung als auch im Bereich der Qualitätsentwicklung zu unterstützen. Dazu wurden eine Vielzahl unterschiedlicher Module zur Qualitätsentwicklung aufgebaut, die in die Netzwerkarbeit integriert werden: Werkstätten zu den Themen "Rund um die Geburt", "Quartier", "Erwerbslose" sowie "Gesundheit im Alter", die auf den 12 Good Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit basieren. Ebenso werden Fortbildungen angeboten, thematische Workshops z.B. zur partizipativen Qualitätsentwicklung oder Fachtagungen. Im Sinne der Zielorientierung und Qualitätssicherung ist ein zentrales Anliegen im Rahmen des oben genannten Fachaustausches,

  • ein gemeinsames Verständnis der Akteure zum Zusammenhang zwischen Gesundheit, Stadtentwicklung, Bildung und anderen Ressorts zu entwickeln,
  • gute Ansätze zu verbreiten und die Implementierung zu unterstützen
  • zur Verfügung stehende Ressourcen für Gesundheitsförderung bereichsübergreifend zu bündeln und sozialräumlich bzw. soziallagenbezogen zur Verfügung zu stellen
  • und nachhaltige Strukturen für Gesundheitsförderung zu verankern.

Welche Rolle spielen Zielorientierung und Qualitätssicherung im Gesunde Städte-Netzwerk? Welche konkreten Ansätze werden hierzu im Gesunde-Städte-Netzwerk und in einzelnen Mitgliedsstädten verfolgt?

Gerhard Meck: In der Sichtweise des Gesunde Städte-Netzwerks – übrigens kein Verein, sondern ein freiwilliger Zusammenschluss engagierter Kommunen – sind Netzwerke als solche ein Signal der Qualitätssicherung. Und zwar deshalb, weil über alle Sektoren hinweg so viele Partner darin mitwirken, die üblicherweise in Konkurrenz stehen und darum bei Kooperationen sehr viel Wert auf Effizienz und Effektivität legen. Keiner will und kann sich ein "Umsonst" leisten.
Zudem erklärt sich fast immer einer der an Projekten, Vorhaben, Maßnahmen und Aktionen mitwirkenden Partner bereit, nach ihm zur Verfügung stehenden besten Standards zu evaluieren. Auch wissen wir an nicht wenigen Stellen die Landesgesundheitsämter und kommunalen Statistikbereiche an unserer Seite, so dass sich mit ihrer Hilfe als "abgeschottete Stelle" soziale und gesundheitliche Daten unter Beachtung des Datenschutzes verknüpfen lassen – ein "must have" für erfolgversprechende Interventionen zugunsten sozial Benachteiligter.
Das Gesunde Städte-Netzwerk legt in seinen "neun Punkten" darum den größten Wert auf intersektorales Analysieren, Planen und Handeln. Und die dem Netzwerk beitretenden Kommunen haben diesen WHO-Ansatz nachzuweisen und periodisch zu berichten – dies keineswegs im Stil von "Beweihräucherung", sondern als diskursiv und kritisch angelegter Erfahrungsaustausch.

Herr Pospiech: Was müsste aus Ihrer Sicht getan werden, um Qualitätssicherungsverfahren in der Gesundheitsförderung und Prävention auszubauen? Welche Rolle könnten hierbei aus Ihrer Sicht die Krankenkassen einnehmen?

Stefan Pospiech: Verfahren müssen an die Rahmenbedingungen in den Settings anknüpfen, damit sie in bestehende Prozesse integriert werden können. Sie dürfen nicht als zusätzlicher Aufwand verstanden werden, sondern sollten ohne großen Mehraufwand im Alltag umsetzbar sein. Dazu wünschen sich die Träger eine individuelle und auf ihre Bedarfe zugeschnittene Unterstützung, einen organisierten Erfahrungsaustausch sowie eine spezifische Fortbildung/Vermittlung von relevanten Informationen.
Dies wird bereits durch die Koordinierungsstelle gesundheitliche Chancengleichheit, der Länderstruktur des Kooperationsverbundes, in Teilen geleistet. In der derzeitigen personellen Ausstattung der von den Ländern und der GKV paritätisch finanzierten Koordinierungsstellen ist eine solche umfangreiche Tätigkeit jedoch nur eingeschränkt umsetzbar. Wünschenswert wäre daher, wenn im Rahmen des Präventionsgesetzes auf solche etablierten Strukturen aufgebaut würde, um die Träger stärker als bisher in der Anwendung von Verfahren zu unterstützen und den Transfer guter Praxis zu verbessern. Es sollte und wird auch im Interesse der Krankenkassen liegen, die Qualitätsentwicklung - auch in Hinblick auf Wirkungsnachweise - zu fördern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass zwischen Fördermittelgebern, wie der GKV, und den Trägern von Lebenswelten Konsens über praktikabel Verfahren hergestellt wird und nicht starre, an der Alltagspraxis vorbeigehende Verfahren, vorgegeben werden.

Herr Meck, was erwarten Sie sich von den Krankenkassen mit Blick auf Qualitätssicherung in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention?

Gerhard Meck: Die Gesunden Städte wünschen sich:

  • dass die Krankenkassen vor Ort um die Vereinbarungen von Deutschem Städtetag und GKV zur Gesundheitsförderung und Prävention wissen,
  • dass regionale Kassenvertretungen über ihre Beteiligung an Settings aufgrund ihrer lokalen Vernetzung mehr als bisher selbst entscheiden können,
  • dass Krankenkassen Settingstrukturen nachhaltig(er) fördern, ohne das Limit des Engagements auf ihren Anteil an Versicherten zu beziehen und einzugrenzen. Eine Gesunde Kita, eine Gesunde Schule, ein Gesunder Betrieb, eine Gesunde Seniorenstätte und ihre Koordination können nicht Maßnahmen initiieren, die nur den Versicherten der AOK oder BARMER GEK, der BKK oder DAK, der IKK oder TK zugutekommen. Wir sollten auch nicht zuwarten, bis alle Kassen in ein Projekt einsteigen; dann bestimmt der langsamste Wagen das Tempo des Zuges. Das wäre nicht sehr erfolgversprechend.

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Arbeitsgruppe 1:
Aufbau einer Präventionskette – Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkassen

Gesprächspartner/innen:
Dagmar Pohle, Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales, Berlin Marzahn-Hellersdorf
Werner Mall, AOK Nordost

Moderation und Berichterstattung:
Dr. Bettina Reimann, Deutsches Institut für Urbanistik

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In der Arbeitsgruppe formulierten zunächst alle Teilnehmenden ihre Fragen und Kommentare zum Arbeitsgruppenthema. Diese umfassten ein breites Spektrum, z.B.:

  • ganz grundsätzlich: Wie können Präventionsketten aufgebaut werden, auch in Gemeinden und Kommunen, die bislang noch keine Erfahrung damit haben und im Bereich der setting-orientierten Gesundheitsförderung und Prävention noch Neuland betreten?,
  • Fragen zur Gesundheitsberichterstattung und den hierfür erforderlichen Indikatoren,
  • Kooperationsmöglichkeiten unterschiedlicher Krankenkassen,
  • Settingentwicklung "Kommune",
  • Informationen zu den Zuständigkeiten und Strukturen für die Gesundheitsförderung und Prävention in den Kommunen (bessere Informationsaufarbeitung für Krankenkassen).
  • Informationen zu den Zuständigkeiten und Strukturen für die Gesundheitsförderung und Prävention in den Krankenkassen (bessere Informationsaufarbeitung für Kommunen),
  • Erreichbarkeit und Beteiligung von "schwierigen Zielgruppen" / "beteiligungsfernen" Gruppen.

In der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, dass der Aufbau von Präventionsketten die Kommunen (oder Bezirke) bei der Schwerpunktsetzung im Bereich der setting-orientierten Gesundheitsförderung und Prävention unterstützt und insofern – auch auf der strategisch-konzeptionellen Ebene - mehr leisten kann als ein einzelnes, gutes Projekt zur Gesundheitsförderung.
Wichtig sei es zudem, Themen zu finden, die Gesundheit positiv transportierten. Die Definition von Inhalten sei für den Prozess wichtig.

Mit Blick auf zukünftige Aktivitäten und Botschaften in das Plenum wurde festgehalten:

  • Der Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Kommunen und Krankenkassen ist weiterzuführen und zu intensivieren. Die Tagung wird hierfür als sehr hilfreich und nützlich erlebt.
  • Für kassenübergreifendes Engagement sollte geworben werden. Gleichwohl wird mit Blick auf Kooperationen festgestellt, dass Koalitionen zunächst und vor allem mit denen zu bilden sind, die ähnliche Interessen haben. Man sollte von dem Anspruch Abstand nehmen, alle mitnehmen zu wollen.
  • Gerade für die Ansprache von Menschen, die sich üblicherweise nicht beteiligen oder für Gesundheitsförderung weniger interessieren, hat sich die Begleitung und Unterstützung durch die Landesvereinigungen für Gesundheit (z.B. Berlin-Brandenburg) als sehr nützlich erwiesen, da diese bei der Ansprache von Personen auf ein breites und innovatives methodisches Spektrum zurückgreifen können und damit die partizipative Gesundheitsförderung unterstützen.
  • Der Informationsfluss zwischen Kommunen und Krankenkassen ist zu verbessern. Als Ideengeber, Türöffner und Informationspool können auch hier die Landesvereinigungen für Gesundheit fungieren; ihre Rolle ist weiter zu stärken. Zudem liegen Erfahrungen mit Koordinierungsstellen für Gesundheitsförderung vor (z.B. Fürth), die zwischen den Kommunen und Krankenkassen vermitteln und beim örtlichen Quartiermanagement angesiedelt sein können. In diesem Zusammenhang ist für die Finanzierung eine Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkassen auszuloten.
  • Seitens der Kommunen besteht zum Teil der Wunsch nach begleitenden Evaluationen. Hierfür müssten allerdings von außen, z.B. von Krankenkassen und anderen Akteursgruppen, Mittel zur Verfügung gestellt werden. Denkbar sei in diesem Zusammenhang z.B. eine Evaluation der Präventionsketten als Gesamtstrategie der setting-orientierten Gesundheitsförderung und Prävention.

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Arbeitsgruppe 2: Stadtteilbezogene Gesundheitsförderung – Ansprüche an die Koordination

Gesprächspartnerinnen:
Petra Hofrichter, Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung
Maike Schmidt, Techniker Krankenkasse (TK)

Moderation und Berichterstattung:
Christa Böhme, Deutsches Institut für Urbanistik

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In der Arbeitsgruppe bestand zunächst Gelegenheit, Rückfragen zum im Plenum vorgestellten Praxisbeispiel "Koordinierungsbausteine Gesundheitsförderung (KoBa) in Hamburg" zu stellen. Dabei wurden vor allem Einzelaspekte zum Verfügungsfonds der TK vertieft:

  • Prüfung und Evaluierung Verfügungsfonds: Bislang wurde der Verfügungsfonds der TK noch keiner externen Prüfung unterzogen. Aus Sicht der TK entspricht der Verfügungsfonds vollständig den Anforderungen des Leitfadens Prävention der Krankenkassen. Seine Ausgestaltung stellt eine Modifizierung der im Programm Soziale Stadt etablierten Verfügungsfonds dar. Es wurde eine Anpassung an die Bedingungen der Krankenkassen vorgenommen. Im Einzelnen ist der Verfügungsfonds jeweils vertraglich zwischen TK und dem jeweiligen KoBa geregelt. Zudem wird jedes im Rahmen des Verfügungsfonds beantragte Projekt von der TK auf Förderfähigkeit geprüft.
  • Volumen Verfügungsfonds: Jährlich stehen 10.000 Euro für jeden von der TK geförderten Stadtteil zur Verfügung. Oft werden die Mittel zur Kofinanzierung von Projekten genutzt. Andere Finanzierungsquellen sind in Hamburg beispielsweise Quartierfonds im Kontext von Verstetigung im Programm Soziale Stadt oder Stiftungsmittel. Teilweise werden die Mittel des Verfügungsfonds gar nicht ausgeschöpft. Häufig sei nicht das Geld knapp, sondern vielmehr die Zeit, um geeignete "Patchwork-Finanzierungen" zu kreieren.

Im Fokus der weiteren Diskussion standen Erfolgsfaktoren für die Koordination einer nachhaltigen stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung. Als solche Erfolgsfaktoren wurden u.a. benannt:

  • Politische Unterstützung und Rückendeckung: Der Erfolg von Koordination und Steuerung sei insbesondere davon abhängig, dass die stadtteilbezogene Gesundheitsförderung politisch gewollt und durch politische Beschlüsse abgesichert sei.
  • Schaffung nachhaltiger Strukturen: Die Koordinierungsstellen für eine stadtteilbezogene Gesundheitsförderung müssten Kontinuität aufweisen und daher über eine nachhaltig abgesicherte Finanzierung verfügen. Bei einer zeitlich befristeten Projektfinanzierung der Koordinierungsstellen drohten die aufgebauten Vernetzungsstrukturen schnell wieder wegzubrechen. Vor diesem Hintergrund sollten Präventionsmittel der Krankenkassen auch für eine Strukturförderung genutzt werden können.
  • Fachliches Kompetenzprofil der KoordinatorInnen: Die fachliche Kompetenz sei ein weiteres wichtiges Erfolgskriterium. Die KoordinatorInnen sollten u.a. über folgende Kenntnisse verfügen: Finanzierungsmöglichkeiten (inkl. "Wording" der verschiedenen Finanzgeber), kommunale Strukturen, Strukturen und Netzwerke im Quartier/im Stadtteil, Ressourcen der Bewohnerschaft, Zusammenhänge zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage. Zudem sei eine ausgeprägte Moderationskompetenz erforderlich.
  • Gemeinsamer Zielfindungs- und Lernprozess: Wichtig sei, dass die Koordination einen gemeinsamen Zielfindungs- und Lernprozess mit den Akteuren vor Ort gestalte. Zur gemeinsamen Zielfindung könne beispielsweise eine stadtteilbezogene "Gesundheitswerkstatt" durchgeführt werden. Die Zielfindung dürfe aber nicht als einmaliges und abgeschlossenes Ereignis begriffen werden. Vielmehr müssten die Ziele im laufenden Prozess immer wieder reflektiert, hinterfragt und ggfl. angepasst werden. Gemeinsame Weiterbildungen und Qualifizierungen der Akteure im Stadtteil könnten den gemeinsamen Zielfindungs- und Lernprozess unterstützen.
  • Aufzeigen von Nutzen und Mehrwert für die Prozessbeteiligten: Für die Einbindung sowohl von Verwaltungsakteuren als auch von Akteuren im Stadtteil sei es wichtig, den Nutzen und den Mehrwert der Beteiligung am gemeinsamen Prozess der stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung aufzuzeigen. Nur so könne die ausreichende Motivation zur Mitarbeit entstehen. Insbesondere mit Blick die "schwer erreichbare Zielgruppe" der Ärzteschaft sei es erforderlich, auf die Akteursgruppe offensiv zuzugehen, nach ihren Bedarfen zu fragen und ihr auch einen "benefit" aus der Zusammenarbeit anzubieten. Ein solcher "benefit" könnte zum Beispiel eine Fortbildung für das Praxisteam zur Kommunikation/zum Umgang mit belasteten Familien sein.

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Arbeitsgruppe 3: Landesinitiativen für eine Verbesserung der Kooperation zwischen Kommunen und Krankenkassen

Gesprächspartner/innen:
Martin Heyn, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung
Prof. Dr. Holger Hassel, Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg,
Sabine Wagner-Rauh, Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Bayern

Moderation und Berichterstattung:
Stefan Bräunling, Gesundheit Berlin-Brandenburg

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Herr Heyn, Frau Wagner-Rauh und Herr Prof. Hassel umrissen zu Beginn der Arbeitsgruppe kurz das Programm "Gesunder Landkreis - Runde Tische zur regionalen Gesundheitsförderung" der Initiative Gesund.Leben.Bayern. Insbesondere wurde dabei ausgeführt:

  • Es haben sehr vielfältige Aktivitäten stattgefunden.
  • Die verfügbaren Sachmittel wurden bei weitem nicht komplett abgerufen bzw. bewilligt; fünf der acht beteiligten Landkreise haben Mittel bezogen.
  • Die wesentlichen Fortschritte im Laufe der zweijährigen Modellprojektlaufzeit lagen im Strukturaufbau und in der Koordination.
  • Als besonders schwierig erwiesen sich der Aufbau und die Verstetigung der Zusammenarbeit.
  • Ein umfangreiches und längerfristiges Anschlussprojekt ist im Gespräch. Es wird allerdings zum Projektende von "Gesunder Landkreis" noch nicht bereit stehen, wodurch voraussichtlich ein Teil des Personals und der gewonnenen Kompetenzen verloren gehen werden.

Die Teilnehmer/innen der Arbeitsgruppe griffen in der Diskussion wesentliche Erfahrungen aus dieser und ähnlichen Landesinitiativen auf und problematisierten sie:
Berichtet wurde beispielsweise, dass die Kommune häufig als Koordinierungs- und Steuerungsebene herangezogen wird, ohne hierbei die Frage zu stellen, ob deren Ressourcen für diese Aufgabe ausreichen. Tatsächlich litten jedoch insbesondere die Gesundheitsämter unter stark verringerten Spielräumen. In den neuen Bundesländern hätten die Gebietsreformen dieses Problem noch verschärft. Argumentiert wurde, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst für diese Aufgabe eigentlich die richtige Instanz sei – vorausgesetzt, er verfüge über die notwendigen Ressourcen. In diesem Zusammenhang wurde in der Diskussion auch betont, dass es wichtig sei, die Länder für die Kommune als lokale Gebietskörperschaft und ihre unterschiedlichen Ausprägungen zu sensibilisieren.
Einvernehmen bestand darüber, dass die kommunale Gesundheitsförderung nach dem Verständnis der Koordinierung von "Präventionsketten" eine langfristige Organisationsaufgabe ist. Zumeist würden "Präventionsketten" allerdings wie ein einzelnes Projekt implementiert. Beispiele für gute Entwicklungen mit verzahnten und nahtlos aneinander anschließenden Aktivitäten fänden sich vor allem in Kommunen, in denen Runde Tischen oder kommunale Gesundheitskonferenzen Bestandteile ihrer Aktivitäten im Gesundheitsbereich sind.

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Arbeitsgruppe 4: Netzwerkarbeit

Gesprächspartner:
Gerhard Meck, Gesunde-Städte-Netzwerk, Fachstelle Gesunde Landeshauptstadt Potsdam
Stefan Pospiech, Landesvereinigung für Gesundheit Berlin-Brandenburg

Moderation und Berichterstattung:
Dr. Frank Lehmann, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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Die Arbeitsgruppe umfasste 17 Teilnehmende, wobei sich diese etwa zu gleichen Anteilen aus Kommunen, GKV und weiteren Akteursbereichen zusammensetzten.
Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, wie Nachhaltigkeit in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention erreicht werden kann. Hierzu kamen unterschiedliche Vorschläge und Anregungen sowie Kommentare:

  • Ein Vorschlag war, Anträge auf Projektförderung nur dann zu bewilligen, wenn geklärt ist, wer ein Projekt bei Erfolg im Sinne von Verstetigung weiter durchführt.
  • Ein weiterer Vorschlag war, die politischen Vertretungen der Kommune von Beginn an in Projekte und Prozesse zur kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention einzubeziehen.
  • Die im Präventionsgesetzentwurf vorgesehenen Landesrahmenvereinbarungen werden nachhaltiger eingeschätzt als die bisherige Projektförderung.
  • Damit Kommunen und Krankenkassen besser die gegenseitigen Förderungsgrundlagen verbinden können, bieten die Landesvereinigungen für Gesundheit beiden Akteursgruppen ihre Beratung an.
  • Es wird begrüßt, dass der im Rahmen des Kooperationsverbunds "Gesundheitliche Chancengleichheit" initiierte kommunale Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle!" nun auf alle Altersgruppen ausgedehnt wird.

Um die Web 2.0 Plattform des kommunalen Partnerprozesses "Gesund aufwachsen für alle!" für Fachkräfte attraktiver zu gestalten, sollten die eigenen Erfahrungen dort anderen zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise könnte die Internetplattform Kommunen die Möglichkeit bieten, sich über Ansätze und Erfahrungen auszutauschen, die bei der Planung und Umsetzung kommunaler Strategien gesammelt werden. Jedoch wurde betont, dass die Internetkommunikation immer nur eine Ergänzung der "Face to Face-Kommunikation" sein wird.

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Impressionen

 

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Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände und der gesetzlichen Krankenversicherung zur Zusammenarbeit im Bereich Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune

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Berlin, im Mai 2013

Der Schutz vor Krankheit und die Förderung der Gesundheit sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Wesentliche Determinanten des Gesundheitszustandes der Bevölkerung liegen außerhalb des Einflussbereichs von Gesundheitspolitik und -versorgung im engeren Sinne: Die Qualität von Bildung und Erziehung, berufliche Anforderungen und Belastungen, die Integration in den Arbeitsmarkt und die soziale Teilhabe, die Einkommenssituation einschließlich des sozialen Schutzes gegen Verarmung sowie die Wohn-, Verkehrs- und Umweltbedingungen beeinflussen nachhaltig das Risiko zu erkranken und die Chancen, gesund zu bleiben. Diese Determinanten wirken auch auf die individuelle Fähigkeit und Bereitschaft ein, Verantwortung für das persönliche Gesundheitsverhalten zu übernehmen.

Städte, Gemeinden und Landkreise gestalten die Lebensbedingungen der Bürger maßgeblich mit und besitzen dadurch einen großen Einfluss auf deren Gesundheitschancen. Aufgrund ihres verfassungsmäßigen Selbstverwaltungsrechts (Art. 28 Abs. 2 Satz 1 und 2 GG) kommt ihnen für die kommunale Gesundheitsförderung eine wichtige Funktion zu.

Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sind der Schutz vor Krankheiten und die Förderung der Gesundheit unverzichtbare Aufgaben, um Lebensqualität und Leistungsfähigkeit ihrer Versicherten langfristig zu erhalten und ihnen ein gesundes Altern zu ermöglichen; gemäß § 1 SGB V wirken sie auch auf gesunde Lebensverhältnisse hin und sollen nach § 20 Abs. 1 SGB V Satzungsleistungen zur Primärprävention vorsehen.

Da Krankheiten und ihre Risikofaktoren in der Bevölkerung sozial bedingt ungleich verteilt sind, ist gerade Menschen in sozial benachteiligter Lage bei der Gesundheitsförderung ein besonderes Augenmerk zu widmen. In der Kommune können alle Menschen mit Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention ohne Stigmatisierung in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen erreicht werden.

Bestehende überregionale Strukturen können zur Vernetzung genutzt und weiterentwickelt werden.

Notwendig sind die gesundheitsförderliche Ausrichtung kommunaler Entscheidungen und Aktivitäten sowie die Zusammenarbeit der in der Kommune verantwortlichen Akteure mit weiteren verantwortlichen Partnern. Der Beitrag der GKV zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und -verhaltens der Menschen in der Kommune bildet dabei einen wichtigen Baustein im Rahmen eines größeren Verbundes unterschiedlicher verantwortlicher Akteure.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund und der GKV-Spitzenverband sowie die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene eine Zusammenarbeit zwischen Städten, Gemeinden, Landkreisen und Krankenkassen sowie ggf. ihren Verbänden zur gemeinsamen gesundheitsfördernden Ausgestaltung von Lebensräumen gemäß dem Setting-Ansatz der Primärprävention und Gesundheitsförderung.

  1. Grundlagen dieser Empfehlung sind für die Städte, Gemeinden und Landkreise die jeweiligen Gesundheitsdienstgesetze der Länder in Verbindung mit dem kommunalen Auftrag zur Daseinsvorsorge und für die Krankenkassen die Regelungen des § 20 Abs. 1 SGB V einschließlich des zu seiner Umsetzung beschlossenen GKV-Leitfadens Prävention in der jeweils gültigen Fassung.
  2. Die Partner dieser Empfehlung betonen die Bedeutung eines an der kommunalen Ebene ausgerichteten, lebensweltorientierten Ansatzes insbesondere für benachteiligte Zielgruppen in ihrem jeweiligen Lebensumfeld. Sie gehen davon aus, dass entsprechende Aktivitäten zu einer Stärkung gesundheitsfördernder und -schützender Kompetenzen und Rahmenbedingungen führen und Krankheiten vermeiden können.
  3. Ziel dieser Empfehlung ist es, durch eine intensivierte Kooperation im Rahmen primärpräventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen von Städten, Gemeinden und Landkreisen und Krankenkassen Synergien zu erschließen.
  4. Die Partner empfehlen ihren Mitgliedern, ihre primärpräventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen in der jeweiligen Kommune möglichst weitgehend aufeinander abzustimmen sowie nachhaltig und tragfähig auszugestalten. Geeignete Grundlage hierfür ist eine systematische und mit der Sozialberichterstattung eng verknüpfte Gesundheitsberichterstattung in der Kommune. Es wird empfohlen, soweit vorhanden oder bereitgestellt, auch Erkenntnisse und Daten der GKV einzubeziehen.
  5. Zur Ausgestaltung der Kooperation empfehlen die Partner ihren Mitgliedern, vorrangig ein bestehendes Informationsund Abstimmungsgremium in der jeweiligen Kommune (z. B. Gesundheitskonferenz) zu nutzen oder anderenfalls zu bilden. Das Gremium kann sich u. a. folgende Aufgaben geben:
    • Gegenseitige Information über geplante bzw. durchzuführende Maßnahmen 
    • Abstimmung über jeweils geplante Maßnahmen 
    • Verständigung auf Präventionsund Gesundheitsförderungsziele in der Kommune 
    • Trägerübergreifende Maßnahmenplanung, -finanzierung und -durchführung 

Über die Ausgestaltung der kontinuierlichen Kooperation ist ein Konsens herzustellen.

  1. Die Partner der Empfehlung sind sich einig, dass die Kooperation der Stärkung der Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune zu dienen hat. Von daher intensivieren die Partner vor Ort ihr Engagement in der kommunalen Primärprävention und Gesundheitsförderung; die Kooperation darf nicht zur Reduktion des finanziellen und inhaltlichen Engagements zulasten eines oder mehrerer der Partner vor Ort führen.
  2. Die Partner dieser Empfehlung laden ausdrücklich andere Träger von setting-orientierter Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune ein, sich an der jeweiligen Kooperation zu beteiligen. Sie empfehlen ihren Mitgliedern, diese entsprechend deren inhaltlichen bzw. finanziellen Engagements in die Kooperation mit einzubeziehen.
  3. Die Partner werden spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Empfehlung eine gemeinsame Bewertung über deren Umsetzung vornehmen und streben eine Weiterentwicklung auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse an.

Für den Deutschen Städtetag:

Berlin, den 21.05.2013
Dr. Stephan Articus
Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städtetages

Für den Deutschen Landkreistag:

Berlin, den 27.05.2013
Prof. Dr. Hans-Günter Henneke
Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages

Für den Deutschen Städteund Gemeindebund:

Berlin, den 15.05.2013
Dr. Gerd Landsberg
Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städteund Gemeindebundes

Für den GKV-Spitzenverband:

Berlin, den 06.05.2013
Dr. Doris Pfeiffer
Vorsitzende des Vorstandes des GKV-Spitzenverbandes

Für den AOK-Bundesverband:

Berlin, den 29.05.2013
Jürgen Graalmann
Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes des AOK-Bundesverbandes

Für den BKK Bundesverband:

Essen, den 17.06.2013
Heinz Kaltenbach
Geschäftsführer des BKK Bundesverbandes (GbR)

Für den IKK e.V.:

Berlin, den 29.05.2013
Jürgen Hohnl
Geschäftsführer des IKK e.V.

Für die Knappschaft:

Bochum, den 14.06.2013
Bettina am Orde
Mitglied der Geschäftsführung der Knappschaft

Für die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG):

Kassel, den 27.05.2013
Gerhard Sehnert
Geschäftsführung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Für den Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek):

Berlin, den 15.05.2013
Ulrike Elsner
Vorsitzende des Vorstandes des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek)

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